Zeugin ruft Polizei

An Baum gefesselt und mit Pistole bedroht: Dreh eines Rap-Videos löst in Karlsruhe Großalarm aus

Der Schlossgarten in Karlsruhe. Eine Zeugenmeldung führte am Montag zu einem Polizeieinsatz
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Polizeieinsatz in Karlsruhe: Zeugin meldet besorgniserregende Szenen, es handelt sich jedoch nur um einen Videodreh (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Am Montag löste eine ungewöhnliche Beobachtung einer Zeugin einen Polizeieinsatz in Karlsruhe aus. Die Situation war anders als die Zeugin und die Polizei zunächst dachten. Verantworten müssen sich die Akteure aber trotzdem.

  • Eine ungewöhnliche Beobachtung einer Zeugin löste am Montag einen Polizeieinsatz in Karlsruhe aus.
  • Sie meldete einen Mann, der im Schlossgarten in Karlsruhe an einen Baum gefesselt sei. Ein weiterer Mann ziele mit einer Pistole auf ihn.
  • Beim Eintreffen der Polizei stellte sich die Situation anders dar, als zunächst angenommen. Die beiden Männer müssen sich trotzdem verantworten.

Karlsruhe - Die Meldung einer Zeugin löste am Montag einen Polizeieinsatz in Karlsruhe aus. Sie beobachtete im Schlossgarten einen Mann, der an einen Baum gefesselt war. Ein anderer Mann zielte mit einer Pistole auf ihn. Es stellte sich heraus, dass die beiden Protagonisten beim Dreh eines Rap-Videos waren.

Waffen, teure Autos und leicht bekleidete Damen gehören in Musikvideos der Rapszene zum Standard. In der Innenstadt einer Großstadt kann so ein Videodreh leicht einen falschen Eindruck erwecken, wie der Fall aus Karlsruhe zeigt.

Polizeieinsatz in Karlsruhe: Rapper dreht Musikvideo und sorgt für Panik

Laut Angaben der Polizei Karlsruhe meldete eine Passantin gegen 17:45 Uhr ihre ungewöhnliche Beobachtung in einem abgelegenen Teil des Schlossgartens in Karlsruhe. Die Polizei nahm die Schilderungen der Zeugin ernst und rückte mit mehreren Streifenwagen zu der Örtlichkeit aus.

Im Rahmen des Polizeieinsatzes in Karlsruhe sperrten die Beamten den Teil des Schlossgartens ab. Durch die Aussage der Zeugin, dass einer der Männer eine Pistole habe, rüsteten sich die Polizisten mit einer entsprechenden Schutzausrüstung aus. Mit gezogenen Dienstwaffen gingen sie auf die beschriebenen Männer zu und konfrontierten sie. Die beiden Männer leisteten keinen Widerstand. Die Beamten nahmen sie vorläufig fest.

Polizeieinsatz in Karlsruhe: Die Männer hatten die Konsequenzen ihres Video-Drehs nicht bedacht

Bei dem Polizeieinsatz in Karlsruhe befragten die Beamten die beiden mutmaßlichen Tatverdächtigen. Nach ihrer Aussage drehten sie im Schlossgarten ein Rap-Video. Die 30- und 33-jährigen Männer belegten ihr Vorhaben glaubhaft. Nach Angaben der Polizei besaßen sie das entsprechende Equipment für einen Videodreh und konnten die bereits gefilmten Szenen auf der Kamera vorzeigen. Die Szenen deckten sich mit der Beschreibung der Passantin. Die Konsequenzen eines Filmdrehs auf einem öffentlichen Platz haben die Männer nach eigenen Angaben nicht bedacht. Sie zeigten sich jedoch einsichtig.

Polizeieinsatz in Karlsruhe: Keine „echte“ Pistole und trotzdem nicht legal

Im Rahmen des Polizeieinsatzes in Karlsruhe stellte sich heraus, dass es sich bei der Pistole um eine Softairwaffe handelte. Nach Angaben der Polizei benutzten beide Männer die Waffe in den gedrehten Videosequenzen. Die Waffe war mit der Kennzeichnung „F im Fünfeck“ versehen. Laut dem Portal waffenrecht.de weisen solche Waffen eine Mündungsenergie von bis zu 7,5 Joule auf. Die Druckluftwaffen mit dem entsprechenden Stempel sind in Deutschland ab 18 Jahren frei verkäuflich. Zum Führen der Waffe in der Öffentlichkeit sei jedoch ein Waffenschein notwendig, schreibt das Portal.

Die 30- und 33-jährigen Männer aus Karlsruhe konnten keinen Waffenschein vorweisen. Die Beamten stellten die Softairwaffe, die dem 33-Jährigen gehörte, mit Einverständnis des Besitzers sicher. Aufgrund des fehlenden Waffenscheins müssen sich die beiden Männer wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

Im Stuttgarter Stadtteil Bad-Cannstatt führte eine Meldung ebenfalls zu einem Polizeieinsatz. Zeugen meldeten einen Mann mit einer Pistole am Bahnhof. Die Waffe war nicht das, was die Polizei erwartete. Nach Polizeiangaben handelte es sich bei der Pistole um eine Spielzeugwaffe. Auch diese Attrappen sind optisch fast nicht von echten Waffen zu unterscheiden. Anders als bei Softairwaffen braucht man für Spielzeugpistolen jedoch keinen Waffenschein.

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