1. bw24
  2. Baden-Württemberg

Polizei setzt in Baden-Württemberg kaum Taser ein

Erstellt:

Kommentare

Bundespolizisten am Hauptbahnhof Köln.
Die Polizei in Baden-Württemberg nutzt Elektroschocker nur selten. 2021 wurden sie nur vier Mal eingesetzt (Symbolbild). © C. Hardt / Future Image / Imago

Polizeibeamte in Baden-Württemberg setzten 2021 nur viermal einen Elektroschocker ein. 2020 kamen die Taser achtmal zum Einsatz.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Polizei nutzt nur in seltenen Fällen Elektroschocker, um Angreifer außer Gefecht zu setzen. Im Jahr 2021 (Stand: 17. Dezember) seien die sogenannten Distanz-Elektro-Impulsgeräte (DEIG) nur vier Mal durch die Polizei eingesetzt worden, teilte das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. 2020 machte die Polizei von Tasern achtmal Gebrauch, 2019 viermal. Bislang wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit dem Polizeigebrauch eines Tasers bekannt.

Taser werden im Südwesten ausschließlich durch die Spezialeinheiten eingesetzt - andere Länder weiten den Einsatz hingegen aus. Die Deutsche Polizeigewerkschaft wünscht sich seit längerem Taser als Standardwaffe aller Polizeibeamten im Südwesten. Eine Ausweitung des Einsatzes von DEIG über die Spezialeinheiten hinaus sei jedoch nicht geplant, teilte das Innenministerium mit.

Taser sind Waffen, die Elektroschocks abgeben, um Angreifer außer Gefecht zu setzen. Aus einer Distanz von zwei bis fünf Metern schießt der Polizist mit Draht verbundene Pfeile ab. Für den Betroffenen ist das schmerzhaft. Der Pfeil dringt einen Zentimeter tief in die Haut und gibt einen Stromimpuls ab. Der Strom wirkt sich auf Nerven und Muskeln aus, was für einige Sekunden völlige Handlungsunfähigkeit bewirkt. Damit sollen Polizisten einen Angreifer auf Distanz halten können - ohne das Risiko einer tödlichen Verletzung wie bei der Schusswaffe. Ganz ohne Risiko ist der Taser-Einsatz aber nicht. Gerade bei Älteren, Schwangeren und Menschen mit Herzproblemen kann ihr Einsatz tödliche Folgen haben.

Auch interessant

Kommentare