Bombendrohung in Mannheim

Aus Rücksicht auf muslimischen Glauben: Polizei setzt Hund in Moschee anders ein als gewohnt

  • Valentin Betz
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Die Polizei wird für ihre Arbeit oft kritisiert. Nach einem Einsatz in Mannheim bekamen die Beamten aber ein großes Lob - für den Umgang mit ihrem Sprengstoffhund.

Mannheim - Die Polizei in Baden-Württemberg oft keinen leichten Job. Während der Corona-Pandemie tritt das besonders bei der Kontrolle der Maßnahmen zutage. Inzwischen setzt die Polizei sogar Spezialkräfte ein, um Corona-Regeln bei Maskengegnern durchzusetzen.

Dabei sind die Beamten häufig nicht nur für ihr eigenes Tun verantwortlich. Zuletzt musste sich die Polizei Freiburg nach einem Einsatz auf dem Platz der Synagoge entschuldigen. Es hatte Kritik gegeben, weil Pferde der Reiterstaffel währenddessen aus einem Gedenkbrunnen getrunken hatten.

In Mannheim konnten Beamten einen erneuten Fauxpas jetzt verhindern. Am vergangenen Freitag war beim Vorsitzenden der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee eine E-Mail mit einer Bombendrohung eingegangen. Die Polizei rückte mit einem Sprengstoffhund an - der vor dem Einsatz aber noch entsprechend ausgerüstet wurde.

Bombendrohung in Mannheim: Polizei durchsucht Moschee mit Sprengstoffhund

Zunächst räumte die Polizei die Moschee und sperrte die Umgebung ab. Wie der SWR berichtet, ist das Freitagsgebet dort gut besucht und wird auch während der Corona-Pandemie durchgeführt. Allerdings müssen die Gläubigen zwei Meter Abstand zueinander halten und es sind maximal 210 Betende in dem Gebäude zugelassen.

Die Polizei Mannheim rückte mit einem Sprengstoffhund an, um in der Moschee nach Sprengstoff zu suchen (Symbolbild).

Die Polizei Mannheim untersuchte die Räume der Moschee, konnte allerdings keine verdächtigen Gegenstände finden. Um tatsächlich nichts zu übersehen, setzten die Beamten auch einen speziell ausgebildeten Sprengstoffsuchhund ein. Dieser bekam allerdings vorher noch Pfotenüberzieher angezogen, damit er den Gebetsteppich für die Gläubigen nicht verschmutzt. Die Aktion der Mannheimer Polizei wird im Netz gefeiert.

Einsatz von Sprengstoffhund in Moschee: Mannheimer Polizei bekommt Lob für ihre Aktion

Die Beamten hätten außerordentlich feinfühlig reagiert, so ein Vorstandssprecher der Moschee gegenüber dem SWR. Dem Sprengstoffhund extra Pfotenüberzieher anzuziehen sei sehr kultursensibel gewesen, man sei berührt. Bei Facebook bekommt die Aktion der Polizei viel Lob unter einem Post des SWR. „Respektvoller Umgang kann so viel bewegen“, schreibt ein Nutzer zum Beispiel.

Laut SWR ist die Moschee in Mannheim nicht zum erstem Mal Ziel einer Bombendrohung. Im vergangenen Dezember war letztmals eine Bombendrohung eingegangen. Auch damals wurde die Moschee nach stundenlanger Durchsuchung wieder freigegeben. Wer genau die Drohung an die Moschee geschickt hat und mit welchem Motiv ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg dauern an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Uli Deck/dpa

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