Debatte nach Tötung

Polizei erschießt verletzte Katze auf Campingplatz in Freiburg - Besitzer droht mit Anzeige

Einen grau getigerte Hauskatze liegt auf der Straße und schaut sehnsüchtig in eine Richtung. (Symbolbild)
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Nach der Tötung einer Katze durch die Polizei in Freiburg wird über die Notwendigkeit dieses Vorgehens diskutiert (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Bewohner eines Campingplatzes in Freiburg haben eine schwer verletzte Katze entdeckt und die Polizei gerufen. Die Beamten erschossen das Tier - zurecht oder unnötig?

Freiburg - Auf einem Campingplatz in Freiburg haben Dauerbewohner eine schwer verletzte Katze gefunden. Gebrochene Hinterläufe deuteten darauf hin, dass sie angefahren oder misshandelt wurde. Nachdem die Bewohner zunächst vergeblich versucht hatten, einen Tierarzt zu erreichen - an einem Sonntagabend ein eher schwieriges Unterfangen - riefen sie schließlich die Polizei. Da die Beamten das Tier nicht mitnehmen durften, verpassten sie ihm kurzerhand einen Gnadenschuss. Der Besitzer der Katze reagierte schockiert.

Haben die Beamten richtig gehandelt, indem sie die Katze von ihrem Leid befreit haben, oder haben sie dem Katzenbesitzer unrecht getan? Seit die Geschichte in der Badischen Zeitung veröffentlicht wurde, streitet darüber das Netz. Während die einen es „nicht in Ordnung“ finden, halten andere es für richtig, das Tier von seinem Leid zu erlösen.

Katze erschossen: Polizei spricht von „fachgerechter Tötung“

Gegenüber der Badischen Zeitung schilderte der Finder der Katze das Dilemma, in dem er sich am Sonntagabend befand. „Beim tierärztlichen Bereitschaftsdienst waren überall nur Anrufbeantworter dran“, sagte er. Einer der Anrufbeantworter habe empfohlen, sich bei der Polizei zu melden - was der Mann dann auch tat. Nach einer Weile seien zwei Beamte auf den Campingplatz gekommen und hätten die Situation begutachtet. „Beide Hinterläufe sowie die hintere Wirbelsäule waren erkennbar durchfrakturiert“, erklärte Polizeisprecher Stefan Kraus auf BZ-Anfrage. „Die Katze selbst zeigte kaum noch Lebenszeichen, somit war ein Erlösen der Katze im Sinne des Tierwohls nach Einschätzung der Streife dringend erforderlich.“

Wie die Polizei betonte, erfordere die „fachgerechte Tötung“ in solchen Fällen den Schuss mit der Dienstwaffe. Grundsätzlich hätte man auch die Feuerwehr alarmieren können, in diesem Fall sei es aufgrund der Verfassung der Katze nicht in Betracht gezogen worden. Während die Polizei ihr Vorgehen als unausweichlich deklariert, kann der Besitzer der Katze die Handlung nicht verstehen. „Die Polizisten wären verpflichtet gewesen, die Feuerwehr anzurufen, die ein Tierrettungsfahrzeug hat“, glaubt er. „Die hätten sie dann zum Tierarzt gebracht.“

Katzen-Besitzer droht Polizei mit Anzeige: „War nicht gerechtfertigt“

Auch Karl Mayer vom Verein der Straßenkatzen, der von dem Fall erfahren hat, meint: „Der Fangschuss war nicht gerechtfertigt.“ Er habe ein Foto der verletzten Katze einem Tierarzt gezeigt und dieser habe ebenfalls vermutet, dass da „noch etwas zu machen gewesen wäre“. Gemeinsam mit dem Verein will der Katzenbesitzer jetzt die Polizei anzeigen.

Erst im Januar hatte die Geschichte einer Katze in Stuttgart für Aufregung gesorgt, die lebendig in einem zugeklebten Karton auf dem Bio-Müll gelandet war.

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