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Corona sorgt für massive Ausfälle bei der Polizei - „Kollegen müssen Nachtdienst hinter Nachtdienst arbeiten“

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Von: Nadja Pohr

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Polizisten führen einen Mann am Rande einer Demonstration ab.
Die Polizei in Baden-Württemberg (Symbolbild) muss derzeit viele Corona-Ausfälle verkraften. Ralf Kusterer, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, schlägt Alarm. © Christoph Schmidt/dpa

Der Wegfall der Maskenpflicht könnte für die Polizei zur Bedrohung werden. Schon jetzt kämpfen die Ordnungshüter mit vielen Corona-Ausfällen.

Stuttgart - Am vergangenen Wochenende fiel in Baden-Württemberg* in einigen Bereichen die Maskenpflicht weg. In Supermärkten und Innenräumen müssen die Bürger nun keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr tragen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft schlägt angesichts der Lockerungen Alarm, denn die Polizei zähle zu denjenigen Stellen, „die nie auf Abstand gehen können“.

Da das Coronavirus in Baden-Württemberg immer noch allgegenwärtig ist, sei für Ralf Kusterer, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, der Wegfall der Maskenpflicht „nicht nachvollziehbar“. Landesweit kam es in den vergangenen Wochen zu vielen Ausfällen. Insgesamt fehlten der Polizei im Land mehr als 5000 Beamtinnen und Beamte aufgrund von Corona-Quarantäne, strukturellen Gründen, Abordnungen oder Krankheitsfällen.

Coronavirus sorgt für hohe Ausfallrate bei der Polizei in Baden-Württemberg

Ralf Kusterer schlägt angesichts der hohen Ausfallraten für Baden-Württemberg Alarm. „Wir haben Dienstgruppen, bei denen das Personal aus allen fünf Dienstgruppen zusammengesucht werden muss, um die Mindeststärke zu erhalten“, berichtet der Landeschef der Polizeigewerkschaft in der Stuttgarter Zeitung. „Kolleginnen und Kollegen müssen dafür Nachtdienste hinter Nachtdienste arbeiten.“

Baden-Württemberg widerspricht der Gewerkschaft hierbei jedoch*. Es gebe laut Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz zwar eine hohe Infektionszahl unter den Beamten im Land, aber man könne die krankheitsbedingten Ausfälle derzeit noch kompensieren. „Die Polizei ist voll einsatzfähig. Sie leistet ihre Arbeit ohne Einschränkungen“, sagte Hinz bereits am Dienstag (29. März 2022) in Stuttgart und ergänzte, dass man grundsätzlich einen Ausfall von zehn Prozent ausgleichen könne. Ralf Kusterer zufolge läge man allerdings bereits über dem Prozentsatz.

Keine Lockerung der Maskenpflicht bei der Polizei in Baden-Württemberg

Die Landespräsidentin der baden-württembergischen Polizei kündigte darüber hinaus an, dass weiterhin auf die Maske gesetzt werde: „Wir werden unsere Hygienekonzepte, wie die FFP2-Maskenpflicht, auch über den 2. April hinweg aufrechterhalten.“ Ebenso werden auch die Feuerwehr und der Rettungsdienst weiterhin Maske tragen.

Bereits zu Beginn des Jahres kam es bei den Beamten im Südwesten aufgrund der Omikron-Variante zu vielen Arbeitsausfällen. Polizei und Post taten alles dafür, um einsatzfähig zu bleiben (BW24* berichtete). Das Innenministerium hatte hierzu jedoch zu Beginn der Pandemie umfassende Maßnahmen eingeleitet, um die Polizisten vor einer Ansteckung zu schützen und einen eventuellen Personalengpass vermeiden zu können. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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