Druck auf Ungeimpfte

Pflegeheim-Chef im Kreis Tübingen: Bis zu 70 ungeimpfte Mitarbeiter werden freigestellt

Alten- und Pflegeheim
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Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.

Die strengen Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz sorgen für erste Konflikte. Ein Pflegeheim in Mössingen muss deshalb bald auf zahlreiche Mitarbeiter verzichten.

Mössingen (dpa/lsw) - Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister rechnet damit, dass in seinen Pflegeheimen ab Anfang Dezember rund 70 Mitarbeiter wegen ihrer Weigerung, sich impfen zu lassen, freigestellt werden. «Sie werden einen schweren Stand im Team bekommen bei Ihrer Rückkehr. Ihr Egoismus ist kurz gedacht», sagte Pfister am Donnerstag. Die freigestellten Mitarbeiter würden weiterhin Gehalt beziehen, Mehrarbeitsstunden und Urlaube sollen aber verrechnet werden, sagte Pfister. «Wir gehen definitiv an die Grenze dessen, was möglich ist».

Von den etwa 2000 Mitarbeitern bei Benevit hatten laut Pfister rund zehn wegen seiner Aufforderung, sich impfen zu lassen, um einen Auflösungsvertrag gebeten. Rund 85 Mitarbeiter hätten angekündigt, sich impfen zu lassen. Rund zwei Dutzend wollten einen Antikörpernachweis vorlegen, weil sie genesen sind. 20 Mitarbeiter wollten Bescheinigungen liefern, dass sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten.

Die Idee mit der Freistellung der ungeimpften Mitarbeiter sei vor einigen Wochen in ihm gereift. Die Reaktion in den Häusern sei erstmal Schockstarre gewesen. «Jeder Tag führt zu Infektionen und kostet am Ende des Tages Menschenleben», sagte Pfister. Weil es mit den Booster-Impfungen zu langsam vorangehe, setzte sich Pfister dafür ein, seinen Fachkräften in den Häusern zu erlauben, Impfungen zu verabreichen. «Wir können das viel schneller», sagte der Benevit-Geschäftsführer.

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