Wenn der Einkauf 25 Euro teurer wird

„Und Tschüss“: Stammkundin rechnet mit Discounter ab - sie ging 10 Jahre in gleichen Laden

Provisorische Schutzmaßnahmen schützen Kassierer und Kassiererinnen in einer Filiale von Penny.
+
Eine Stammkundin rechnete über Facebook mit Penny ab - „unverschämte Kriminalisierung“.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Bei der Discounter-Kette Penny ist kostenloses Parken vor einigen Märkten nur noch mit Parkscheibe erlaubt. Eine Stammkundin rechnete nun mit dem Discounter ab - ähnliche Fälle gibt es auch in Baden-Württemberg.

Hamburg/Leimen - Der Lebensmitteldiscounter Penny gehört zur Rewe-Group und betreibt in Deutschland und auch in sechs weiteren europäischen Ländern viele Filialen. Die Kunden schätzen vor allem die günstigen Preise und die wöchentlich wechselnden Angebote. Penny setzt stark auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz und bietet neben einer großen Auswahl an veganen und vegetarischen Produkten auch nicht normgerechtes Obst und Gemüse an. Dabei handelt es sich beispielsweise um krumme Gurken oder zweibeinige Karotten. Von der Umweltorganisation WWF wurde die Discounter-Kette mit Hauptsitz in Köln für diese Maßnahme gelobt.

Eine andere Maßnahme einiger Penny-Märkte führt aktuell jedoch zu deutschlandweiter Kritik unter den Kunden. Diesmal geht es um Parkplätze.

Penny betreibt in den deutschen Großstädten oft eine große Zahl an Märkten, so auch in der Landeshauptstadt Stuttgart. Eine Filiale in Hamburg verlor nun jedoch offenbar eine Stammkundin. Grund dafür ist die neue Parkverordnung der Filiale, die das kostenlose Parken von Kunden nur noch mit ausgelegter Parkscheibe erlaubt. Ein Verstoß, der den ansonsten bei Penny relativ günstigen Einkauf um einige Euro teurer machen kann. Die aufgebrachte Kundin aus Hamburg wandte sich per Facebook mit einem Post an den Discounter und auch in baden-württembergischen Städten berichten Kunden von ähnlichen Erlebnissen.

Penny: Parksituation führt zu Unmut bei den Kunden

Das bemängelte Problem der Penny-Kunden kommt nicht etwa daher, dass es sie stört, eine Parkscheibe in ihr Auto zu legen, sondern daher, was passiert, wenn sie es nicht tun. Auf den Parkplätzen einiger Märkte kontrollieren nämlich privat angestellte Kontrolleure die Einhaltung der Regeln. Damit soll vermieden werden, dass sich Dauerparker auf den Parkplätzen breitmachen und den Kunden damit einen Stellplatz für die Dauer des Einkaufs wegnehmen. Bei der Kundin aus Hamburg eskalierte das jedoch. Eigentlich wollte sie nur, wie schon so oft in den letzten zehn Jahren, bei Penny einkaufen gehen, berichtet sie auf Facebook.

Die Penny-Kundin vergas jedoch, die inzwischen benötigte Parkscheibe in ihr Auto zu legen. Das fiel den Kontrolleuren vor Ort offenbar auf. Als die Kundin den Markt wieder verlassen hatte und zu ihrem Auto zurückkehrte, fand sie dort ein Schreiben mit den Worten „Tatbestand: Fehlende Parkscheibe (24,90€)„ und „Tatort: Hamburg (Penny)“ vor. Laut eigenen Angaben schickte die Kundin „auf Anraten der Frau an der Kasse“ statt des Geldes jedoch die Rechnung ihres Einkaufs an die angegebene Adresse. Damit war die Sache allerdings nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Die zuständige Firma „Fair Parken“ sandte eine „Benachrichtigung über die Einleitung des gerichtlichen Mahn- und Vollstreckungsverfahrens“ an die Kundin zurück.

Erboster Penny-Kunde rechnet ab - „unverschämte Kriminalisierung“

Durch den Vorfall auf dem Parkplatz des Penny-Marktes in Hamburg hat der Discounter nun zumindest einen Kunden weniger. „Danke Penny, dass Ihr uns die Firma (UN)Fair Parken auf den Hals gehetzt habt. Und das, obwohl wir, auf Anraten der Frau an der Kasse, binnen weniger Stunden die Rechnung da hingeschickt haben“, schrieb die verärgerte Kundin auf Facebook. „Fürs Vergessen einer Parkscheibe von „Tatort“, „Tatzeit“ etc. zu sprechen ist eine unverschämte Kriminalisierung von Kunden. Haben wir nicht nötig.“ Das Bußgeld, das inzwischen von 24,90 Euro auf 44,90 Euro angestiegen ist, muss sie wohl trotzdem bezahlen.

Noch mal in der Penny-Filiale Einkaufen wird die Kundin dagegen eher nicht. „Wir waren seit mindestens zehn Jahren Stammkunden in dem Laden“, schrieb sie. „Schade eigentlich. Und Tschüss.“

Eine Kundin aus Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) in Baden-Württemberg berichtet von einem ähnlichen Problem. „Ich hatte einen Strafzettel über 24,90 Euro, weil ich keine Parkscheibe eingestellt habe“, erzählte sie der Rhein-Neckar-Zeitung. Im Gegensatz zu der Hamburger-Kundin hatte sie mit der Zusendung ihrer Penny-Rechnung allerdings Erfolg. „Ich habe den Strafzettel zusammen mit dem Kassenbeleg an die Firma geschickt und danach nie wieder etwas gehört.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare