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In Mannheimer Klinik: Patientin schaltet Bett-Nachbarin Sauerstoffgerät ab – 79-Jährige jetzt tot

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Von: Peter Kiefer

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Weil sich eine Klinik-Patientin (72) vom lebenswichtigen Sauerstoffgerät ihrer Bett-Nachbarin (79) gestört fühlt, schaltet sie die Maschine ab. Wochen später stirbt die Frau.

Update vom 28. Dezember, 11:57 Uhr: Die 79-jährige Patientin, deren lebensnotwendiges Sauerstoffgerät Ende November von einer Zimmernachbarin (72) zwei Mal ausgeschaltet worden ist, ist jetzt gestorben, wie mehrere Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Mannheim berichten. Eine Obduktion in der Gerichtsmedizin soll nun ergeben, ob der Tod der Seniorin am 17. Dezember etwas mit den Vorfällen am 29. November im Theresienkrankenhaus zu tun haben. Sie hatte laut BILD wegen Herzflimmern in der Klinik gelegen.

Die Frau musste nach der zweiten Abschaltung des Sauerstoffgeräts sogar reanimiert werden. Gegen die Täterin wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Sie sitzt seitdem in U-Haft. Unfassbar: Die 72-Jährige hatte das Gerät vermutlich abgeschaltet, weil sie sich in dem Zweibettzimmer von den Geräuschen gestört gefühlt hat. Falls es einen Zusammenhang zwischen der Abschaltung des Gerätes und dem Tod der Frau geben sollte, könne sich der Tatvorwurf noch auf Totschlag ändern.

Das Theresienkrankenhaus und die St. Hedwig-Klinik in Mannheim sollen an die BBT verkauft werden. (C) MANNHEIM24/Peter Kiefer
Im Mannheimer Theresienkrankenhaus hat sich der unfassbare Zwischenfall zugetragen. (Archivfoto) © MANNHEIM24/Peter Kiefer

In Mannheimer Krankenhaus – Patientin (72) schaltet Sauerstoffgerät ihrer Bettnachbarin ab

Erstmeldung vom 1. Dezember: Dramatischer Vorfall in einem Krankenhaus in Mannheim! Weil sich eine 72-jährige Patientin in einer Klinik in der Quadratestadt abends vom lebenswichtigen Sauerstoffgerät ihrer Bettnachbarin im Zimmer gestört fühlt, schaltet sie die Maschine kurzerhand einfach ab und bringt sie in Lebensgefahr!

Mannheim: Zu laut – Frau knipst Beatmungsgerät von Patientin (79) ab

Wie das zuständige Polizeipräsidium Mannheim mitteilt, steht die Seniorin im dringenden Verdacht, ihrer Bettnachbarin am Dienstag (29. November) zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt vor 20 Uhr die maschinelle Sauerstoffversorgung, auf welche die 79-Jährige medizinisch angewiesen ist, ausgeschaltet zu haben.

Der unfassbare Grund: Da sich die Beschuldigte durch die Geräusche der Apparatur gestört fühlt, knipst sie den Hauptschalter des Sauerstoffgeräts aus.

Coronavirus - Intensivstation
Eine Patientin hat in einem Mannheimer Krankenhaus ihrer Bettnachbarin das lebensnotwendige Sauerstoffgerät abgeschaltet, weil sie sich gestört fühlte. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

In Mannheimer Klinik: Patientin (72) schaltet Bettnachbarin (79) den Sauerstoff aus – Lebensgefahr

Zum Glück bemerkt dies das Klinikpersonal rechtzeitig und schaltet die lebensnotwendige Sauerstoffzufuhr wieder an. Doch obwohl die 72-jährige Frau auf ihr fatales Fehlverhalten hingewiesen wird, stellt sie gegen 21 Uhr das Gerät erneut ab!

Mit schlimmen Folgen: Die 79-Jährige muss reanimiert werden. Mittlerweile ist die Frau laut Polizei außer Lebensgefahr, muss jedoch weiterhin intensivmedizinisch behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat daraufhin beim Amtsgericht Mannheim Haftbefehl gegen die 72-Jährige erwirkt.

Frau schaltet Patientin (79) den Sauerstoff ab – U-Haft wegen versuchten Totschlags

Die Beschuldigte ist tags darauf am Mittwoch (30. November) dem Haft- und Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Mannheim vorgeführt worden, der den Haftbefehl antragsgemäß in Vollzug gesetzt hat. Seitdem sitzt die 72-Jährige wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in einer Justizvollzugsanstalt in U-Haft.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Kriminalkommissariats Mannheim dauern an. (pol/pek)

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