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Ungewöhnliches Behindertenparkplatz-Schild sorgt für Diskussionen - „Warum da parken? Bösartig absichtlich?“

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Von: Franziska Vystrcil

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Ein Parkplatzschild mit einem Symbol für Rollstuhlfahrer.
Ein ungewöhnliches Schild an einem Parkplatz im Kreis Ludwigsburg hat auf Twitter eine Debatte ausgelöst. © Lynx_UE/Twitter/Fotomontage: BW24

Ein Foto eines Zusatzschildes an einem Behindertenparkplatz löst auf Twitter Diskussionen aus: Ist das Hinweisschild gerechtfertigt oder einfach nur provokant?

Asperg - Die Parkplatzsuche in Großstädten wie Stuttgart kann bisweilen zur Geduldsprobe werden. Vor allem in städtischen Gebieten sind Parkplätze oft Mangelware. Vor allem Anwohner haben unter der Situation zu leiden. In Baden-Württemberg wurden zuletzt die Preise für Anwohnerparken saftig erhöht. Etwa in Freiburg war der Ärger besonders groß: Viele Freiburger sind sauer, weil Parken jetzt zwölfmal so viel kostet wie früher.

Nicht selten wird das Auto dann einfach irgendwo abgestellt. Wenn jedoch Feuergassen und Rettungswege blockiert, oder etwa Sonderparkplätze belegt werden, hört für viele der Spaß auf. Vor allem Behindertenparkplätze werden oftmals von Fahrern belegt, die eigentlich keinen Anspruch auf diesen haben.

In der Stadt Asperg (Landkreis Ludwigsburg), weist ein Schild provokant auf das Fehlverhalten vieler Pkw-Fahrer hin. Auf Twitter sorgte ein Foto des Verkehrsschildes nun für Diskussionen.

Schild in Asperg im Kreis Ludwigsburg stellt Falschparkern provokante Frage - „Nicht gerade die feine Art“

Viele Verkehrsschilder sind selbst langjährigen Autofahrern unbekannt. Auf den ersten Blick ist auch an dem Schild in Asperg nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Das Rollstuhl-Symbol weist die Straßenteilnehmer daraufhin, dass es sich bei dem Parkplatz um einen ausgewiesenen Behinderten- und Schwerbehindertenparkplatz handelt. Doch darunter befindet sich ein zweites Schild: „Sie haben meinen Parkplatz, wollen Sie auch meine Behinderung?“, steht darauf geschrieben. Anscheinend kommt es dort häufiger vor, dass Fahrzeuge unberechtigt auf diesem Parkplatz stehen.

Auf Twitter wird der Tweet fleißig geteilt und in den Kommentaren diskutiert. „Warum da parken? Bösartig absichtlich? Gleichgültig? Aus Versehen? Eilig gehabt? Sicher nicht in Ordnung!“, schreibt eine Userin. Sie ergänzt allerdings: „Nur weil man falsch geparkt hat, anderen gleich eine schlimme Erkrankung an den Hals zu wünschen, ist auch nicht gerade die feine Art.“

Andere argumentieren, dass vom Schild keinesfalls ein „böser Wunsch“ zu interpretieren sei. „Es ist eine (zugegeben provokante) Frage, die zum Nachdenken anregen soll“, schreibt der Verfasser des Tweets. „Es gibt keine absolut keine Begründung, warum ein gesunder Mensch auf einem solchen Parkplatz parken könnte“, ärgert sich ein anderer Nutzer über die Engstirnigkeit vieler Autofahrer. E-Auto-Fahrer sorgen unterdessen für Ärger beim Discounter Lidl. Oftmals belegen „Lade-Schnorrer“ über Stunden die Ladeplätze. Lidl geht nun dagegen vor: Wer nicht einkauft, darf sein E-Auto nicht laden.

Twitter-User über Ignoranz vieler Autofahrer entrüstet - „Die Schilder kannst du nicht übersehen“

Einige Twitter-User zeigen sich jedoch nicht über das Schild selbst, sondern über die Bezeichnung „Behinderung“ entrüstet. „Ich denke, wir nennen es Einschränkung?“, heißt es in einem Tweet. „Bei unnötigen Provokationen sind wir dann doch wieder bei ‚Behinderung‘?, ärgert sich die Userin.

Damit tritt sie eine weitere Diskussion los. „Die Betroffenen haben jedes Recht, sich selber zu bezeichnen, wie sie es wollen. Für andere gilt das natürlich nicht!“, antwortet jemand auf ihren Tweet. Einige argumentieren, man solle es den Betroffenen selbst überlassen, wie sie sich selbst bezeichnen und nennen wollen. Eine andere Frau weist darauf hin, dass solche Schilder in Frankreich gang und gäbe sind und teilt ein Foto davon.

Viele fordern unter dem Tweet auch härtere Konsequenzen für die Falschparker. Nach dem neuen Bußgeldkatalog gilt: Wer sein Fahrzeug ohne Erlaubnis auf einem Behindertenparkplatz im öffentlichen Raum abstellt, begeht einen Verkehrsverstoß und wird mit 55 Euro Bußgeld geahndet. Das ist einigen Twitter-Nutzern deutlich zu wenig. „Eigentlich sollte man festlegen, dass abgeschleppt werden darf, wer ohne im Fahrzeug sichtbaren Nachweis auf einem Behindertenparkplatz parkt. Die Schilder kannst du nicht übersehen“, ärgert sich ein User. Ärger gab es auch wegen eines Strafzettels in Hohenheim: Kontrolleure lauerten einer Frau auf, die drei Minuten zu lange geparkt hatte.

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