Er musste zu einem Unwetter-Einsatz

Unbekannte Kundin zahlt Feuerwehrmann den Einkauf: „Ich war sprachlos“

Ein Feuerwehrmann neben seinem Einsatzfahrzeug.
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In letzter Zeit war die Feuerwehr vor allem wegen heftiger Unwetter häufig gefragt (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Am Montag stand ein Mitglied der Feuerwehr in Lorch (Ostalbkreis) an einer Supermarktkasse als sein Piepser runterging. Eine unbekannte Kundin zahlte kurzerhand seinen Einkauf und hinterließ eine Dankesbotschaft.

Lorch - Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Baden-Württemberg gehen normalerweise einem anderen Beruf nach. Erst wenn der Brandmeldezentrale ein Brand oder eine andere Gefahrenmeldung vorliegt, werden die Rettungskräfte alarmiert. Dann meldet sich der sogenannte Piepser, den die Feuerwehrleute ständig bei sich tragen, mit einem schrillen Ton. Daraufhin müssen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sprichwörtlich alles stehen und liegen lassen um so schnell wie möglich in der Einsatzzentrale und dann auch am Einsatzort zu sein.

Am Montag meldete sich der Piepser von Marvin Schöllhammer, einem Mitglied der Feuerwehr in Lorch (Ostalbkreis) als er gerade in der Schlange einer Supermarktkasse stand, berichtet die Rems-Zeitung. Grund für den Alarm waren offenbar die schweren Unwetter, die am Montag auch wieder weite Teile Baden-Württembergs heimsuchten. Der gewissenhafte Feuerwehrmann ließ daraufhin seinen noch nicht bezahlten Einkauf zurück und eilte davon. Eine unbekannte Kundin bezahlte seine Einkäufe und hinterließ ihm eine rührende Nachricht.

Ostalbkreis: Feuerwehrmann eilt davon, um beim Unwetter zu helfen

Die Feuerwehren im Südwesten Deutschlands waren in den vergangenen Wochen sehr stark gefordert. Durch die immer wieder aufziehenden schweren Unwettern liefen in vielen Gemeinden und Städten Keller oder sogar ganze Häuser voll Wasser. Die Feuerwehr musste demnach mit Pumpen anrücken, um das Wasser aus den Räumen zu bekommen. Die verheerenden Unwetter forderten in Rheinland-Pfalz viele Opfer und auch in Nordrhein-Westfalen sorgte das Tief „Bernd“ für extreme Schäden. Auch Mitglieder der Feuerwehren aus Baden-Württemberg und viele andere Helfer eilten in die beiden Bundesländer, um die Betroffenen zu unterstützen.

Am Montag wurde die Feuerwehr in Lorch dagegen zu einem Einsatz in der eigenen Gemeinde gerufen. Gegen 17:38 Uhr sei der Piepser von Marvin Schöllhammer losgegangen, berichtet die Rems-Zeitung. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Feuerwehrmann seine Einkäufe bereits auf das Kassenband gelegt aber noch nicht bezahlt. Aufgrund eines umgestürzten Baumes musste er jedoch schnell davon eilen. „Es war ein kurzes, aber heftiges Unwetter“, sagte Schöllhammer der Zeitung. Seine Einkäufe musste er demnach zurücklassen. „Ich habe die Kassiererin gebeten, alles abzukassieren, da ich nach dem Einsatz wiederkommen und bezahlen würde.“

Ostalbkreis: Feuerwehrmann erlebt nach Rückkehr in Supermarkt eine Überraschung

Die Unwetterserien der vergangenen Tage richteten auch in Baden-Württemberg ortsweise schwere Schäden an. Deshalb waren Marvin Schöllhammer und seine Kollegen auch am Montag mehrere Stunden im Einsatz, berichtet die Rems-Zeitung. Sie seien aufgrund von umgestürzten Bäumen und anderen kleineren Routineeinsätzen an diesem Abend mehrfach alarmiert worden. Schöllhammer kehrte deshalb erst gegen 19:30 Uhr in die Supermarkt-Filiale zurück, um seinen Einkauf zu bezahlen. Dort erwartete ihn eine ungewöhnliche Überraschung.

Die Kassiererin des Supermarktes in Lorch erklärte dem Feuerwehrmann, dass eine unbekannte Kundin seinen Einkauf bereits bezahlt habe. „Ich war einfach sprachlos“, so Schöllhammer zur Rems-Zeitung. Ihren Namen gab die unbekannte Kundin zwar nicht an, sie hinterließ dem Feuerwehrmann jedoch eine rührende Nachricht auf der Rückseite des Kassenzettels: „Danke fürs Helfen“.

Nach den verheerenden Unwettern der vergangenen Tage und Wochen reisten viele Menschen in die Flutgebiete um den Betroffenen zu helfen. Auch mehrere große Unternehmen spendeten für den Wideraufbau der zerstörten Dörfer und Gemeinden. Lidl spendete 10 Millionen Euro an Hochwasser-Opfer und die Daimler AG schickte spezielle Fahrzeuge und eine Millionen Euro.

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