Solidarität im Südwesten ist immens

Spenden für die Opfer im Ukraine-Krieg – wie und wo man in Baden-Württemberg helfen kann

Die Geflüchtete Halina Drohantschuk mit ihren Kindern Sofia (r), Viktor (11, l) und Bogdan (12) in Polen.
+
Auch Halina Drohantschuk musste mit Sofia (r), Viktor (11, l) und Bogdan (12) aus der Ukraine fliehen.
  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
    schließen

Die humanitäre Lage in der Ukraine verschlimmert sich von Tag zu Tag. In Baden-Württemberg formieren sich daher viele Hilfsangebote – ein Überblick.

Baden-Württemberg – Der blutige Krieg in der Ukraine* fordert immer mehr Opfer. Besonders die Großstädte Mariupol, Kiew und Charkiw sollen nach wie vor sehr stark umkämpft sein – die Verluste auf beiden Seiten sind Medienberichten zufolge groß. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, spricht von „mehr als 6000 russischen Soldaten, die umsonst gestorben sind“. Und: Längst sind es nicht mehr bloß ukrainische Militärstützpunkte, die von Russland ins Visier genommen werden.

Zuletzt waren immer wieder Bilder von zerstörten Wohngebäuden und verletzten Zivilisten aufgetaucht, die klar zeigen: Der Krieg ist nicht mehr bloß auf die „Entmilitarisierung der Ukraine“ ausgelegt, wie es aus Moskau heißt. Immer mehr Menschen fliehen aus der Ukraine in benachbarte Staaten. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) haben sich mittlerweile mehr als 500.000 Menschen im Ausland in Sicherheit gebracht – auch in Baden-Württemberg*.

Hilfe für die Menschen in der Ukraine – was an Spenden gebraucht wird

Fast 200 Kinder sind am Samstag in Freiburg (BW24* berichtete) eingetroffen – ihr Kinderheim in Kiew musste evakuiert werden. Um ihnen, den vielen weiteren Kriegsflüchtlingen und den Menschen, die nach wie vor in der Ukraine sind, zu helfen, formieren sich überall in Baden-Württemberg Hilfsaktionen. Zum einen geht es um Geldspenden, aber auch Sachgüter wie Kleidung oder Medikamente werden gesammelt. Das Aufgebot an Hilfsaktionen ist immens – und daher auch zum Teil verwirrend.

Denn neben Vereinen, Gemeinden und Verbänden werden in Baden-Württemberg auch immer mehr Privatpersonen aktiv, die zum Teil mit ihren eigenen Fahrzeugen die Hilfsgüter in die Ukraine schaffen. Die Stuttgarter Organisation STELP zum Beispiel ist bereits mit zwei Lkws an der polnisch-ukrainischen Grenze angekommen. Vor Ort werden die Menschen mit medizinischen Materialien, aber auch Gütern wie Decken, Schlafsäcken, Windeln, warmen Jacken oder warmen Pullovern versorgt.

Hilfsaktionen für die Opfer im Ukraine-Krieg – wohin man sich wenden kann

Doch wie und wo kann man als Privatperson spontan helfen? Gibt es in den Städten und Kommunen Ansprechpartner, an die man sich mich wenden kann? Zwei Fragen, die BW24 den zuständigen Behörden gestellt hat. Marie Kraft, Sprecherin der Stadt Stuttgart, erklärt, dass in den kommenden Tagen ein „Koordinierungsstab Ukraine“ die Hilfsangebote in der Stadt koordinieren wird.

„Homepage und Hotline werden baldmöglichst veröffentlicht“, heißt es darüber hinaus in einer Mitteilung. So lange haben die Menschen auch die Möglichkeit, über Verbände für die Menschen in der Ukraine zu spenden. Bekannte Adressen sind hier die Caritas oder die Diakonie-Katastrophenhilfe, die die größten Hilfsaktionen im Land organisieren. Wer stattdessen lieber auf Sachspenden setzt, findet auf Facebook und Twitter auch viele ukrainische Gemeinden, die anbieten, Spenden wie Medikamente oder Kleidung direkt in die Ukraine zu schaffen.

Gebürtige Ukrainerin ruft zu Spenden auf: „Viele Menschen sind verwundet“

In Heilbronn zum Beispiel bittet die gebürtige Ukrainerin Anastasia Kosak von der ukrainischen Gemeinde um Spenden in Form von Geld, Kleidung und Decken, aber auch Blut. „Viele Menschen sind durch den Krieg verwundet und haben viel Blut verloren“, erzählt Kosak im Gespräch mit dem SWR. Ihr sei es wichtig, dass die Menschen Bescheid wissen, worum es wirklich gehe. In der Region bitten auch die Caritasverbände in Heilbronn-Hohenlohe und im Main-Tauber-Kreis um Hilfe für die Opfer im Ukraine-Krieg.

In erster Linie sind es Medizinprodukte, Drogerie- und Hygieneartikel und warme Kleidung, die in der Ukraine dringend benötigt werden.

Wie Bürger im Rhein-Neckar-Kreis den Menschen in der Ukraine helfen können, fasst HEIDELBERG24* zusammen. Beide Städte sind in Sachen Spenden-Koordinierung mittlerweile gut aufgestellt, Stuttgart sowie die Stadt Heilbronn wollen in den nächsten Tagen mit Koordinierungsstäben nachziehen. Aktuell müsse man die Spendenanfragen sortieren und sich einen Überblick verschaffen, heißt es von der Stadt Heilbronn auf BW24-Anfrage.

Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge: Neben Geld- und Sachspenden wird Wohnraum gesucht

Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin der Stadt Tübingen. Hier will man noch am Mittwoch (2. März) erste Maßnahmen mit Blick auf Spenden und Koordinierung verkünden. Eine Hilfsaktion, die sehr von Herzen kommt, gibt es derzeit in Holzgerlingen. Die Bäckerei „Wanner“ verkauft „Ukrainer“ für einen guten Zweck* und unterstützt damit Betroffene im Ukraine-Krieg. Aktionen wie die der Bäckerei oder von Anastasia Kosak aus Heilbronn zeigen, dass Spenden für die Ukraine auf vielfältige Weise möglich sind.

Neben Spenden wird in immer mehr Städten in Baden-Württemberg* zudem Wohnraum gesucht, wo Ukraine-Flüchtlinge kurzfristig unterkommen können. „Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann, möge uns dies bitte melden“, appelliert Bürgermeisterin Agnes Christner aus Heilbronn. In der Stadt und in vielen anderen Regionen wurden mittlerweile extra Telefonnummern und Mailadressen eingerichtet, an die man sich wenden kann. Über das Portal „Host4Ukraine“ und #unterkunft können Hilfsbereite auch online Unterkünfte melden. *BW24 und HEIDELBERG24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema

Kommentare