Lokführer ist abgesprungen

Brennender und führerloser Zug fährt auf Offenburg zu - Großaufgebot an Einsatzkräften muss anrücken

Einsatzkräfte brachten den brennenden Reparaturzug durch eine kontrollierte Entgleisung zum Stehen.
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Brennender Arbeitszug: Ein führerloser Zug fuhr auf der Schwarzwaldbahn. Die Strecke ist noch immer gesperrt.
  • Julian Baumann
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Am Donnerstag fuhr ein führerloser und brennender Arbeitszug Richtung Offenbach. Der Zug fuhr eine Strecke von 25 Kilometern durch den Schwarzwald, bevor ihn die Einsatzkräfte stoppten.

  • Ein aus bislang ungeklärten Gründen brennender Arbeitszug fuhr am Montag durch das Kinzigtal im Schwarzwald.
  • Der Fahrer der Lok, die normalerweise für Reparaturarbeiten eingesetzt wird, verließ den brennenden Zug während der Fahrt.
  • Der Zug fuhr eine Strecke von 25 Kilometer ohne Fahrer, bevor ihn die Einsatzkräfte stoppen konnten.

Haslach/Hausach/Gengenbach - Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war am Donnerstagvormittag im Ortenaukreis im Einsatz. Laut Angaben der Bundespolizeiinspektion Offenburg fuhr ein brennender Arbeitszug der Deutschen Bahn gegen 11 Uhr ohne Lokführer auf der Schwarzwaldbahn. Die zweigleisige Hauptbahn verläuft von Offenburg über den Schwarzwald nach Singen (Hohentwiel). Zur Abgrenzung der Strecke mit der „Württembergischen Schwarzwaldbahn“ zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und Calw, wird sie auch „Badische Schwarzwaldbahn" genannt. Der Zug war zum Zeitpunkt der Alarmierung der Einsatzkräfte zwischen Haslach und Gengenbach unterwegs. Die Ursache für das Feuer ist bisher noch ungeklärt.

Brennender Arbeitszug: Der Lokführer verließ den Zug während der Fahrt

Der brennende Zug, der am Donnerstag auf der Schwarzwaldbahn fuhr, wird normalerweise von der Bahn für Reparaturarbeiten an der Oberleitung eingesetzt. Der Lokführer hatte den brennenden Zug, der mit 30 bis 50 Stundenkilometer unterwegs war, während der Fahrt verlassen, wie die Badische Zeitung berichtet. Der Zug rollte nach Angaben der Bundespolizei Baden-Württemberg brennend durch den Bahnhof Gengenbach. Die Feuerwehr befürchtete, dass der Zug bis nach Offenburg durchfahren könnte. Deshalb leiteten die Einsatzkräfte am Hauptbahnhof in Offenburg vorsorglich Maßnahmen ein.

Die Verantwortlichen der Feuerwehr Offenburg und der Polizei Offenburg entschieden laut der Badischen Zeitung schließlich, den brennenden Arbeitszug anzuhalten, bevor er Offenburg erreichte. Laut einer Pressemitteilung waren neben der Bundespolizei und der Feuerwehr auch Einsatzkräfte der Landespolizei, sowie Mitarbeiter der Deutschen Bahn und des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz. Der Zug konnte schließlich durch eine kontrollierte Entgleisung auf einem Firmengleis Nahe des Bahnhofs Gengenbach zum Stehen gebracht werden. Laut der Polizei gab es bei dem Vorfall keine Verletzten. Die Löscharbeiten der Feuerwehr sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die Schwarzwaldbahn bei Gengenbach ist aktuell vollständig gesperrt.

Brennender Zug im Ortenaukreis: Ursache für den Brand ist noch immer ungeklärt

Die Ursache für den brennenden Zug im Ortenaukreis ist noch unklar und Teil der laufenden Ermittlungen, teilte die Bundespolizei Baden-Württemberg über Twitter mit. Der Lokführer sei auf Höhe des Ortes Hausach von dem fahrenden Zug abgesprungen. Er sei später aufgefunden und zur Unfallstelle gebracht worden, sagte die Polizei Offenburg auf Anfrage der Badischen Zeitung. Nach ersten Ermittlungen der Polizei wird angenommen, dass der Zug vor Hausach bereits Feuer fing und anschließend seine Irrfahrt in Richtung Offenburg begann.

Zwischen Mannheim und Karlsruhe verübten Unbekannte einen gefährlichen Anschlag auf eine Bahn. Sie legten Steine auf das Gleis und wollten so den Zug zum Entgleisen bringen. Der Zug überstand den Anschlag unbeschadet, die unbekannten Jugendlichen brachten sich nach Angaben der Polizei Karlsruhe jedoch in Lebensgefahr.

Die seit Sonntag laufende Fahndung nach einem 31-Jährigen in Oppenau (Ortenaukreis) dauert an. Der Mann bedrohte und entwaffnete vier Polizisten. In der Nacht auf Sonntag ging die Polizei einem rätselhaften Hinweis nach. Der Hinweis führte nicht zur erhofften Festnahme des Flüchtigen.

Offenburg kommt momentan nicht zur Ruhe. Am Dienstagvormittag war Offenburg plötzlich ohne Strom - nicht einmal Ampeln funktionierten. Die Ursache ist bislang unbekannt. Die zuständigen E-Werke suchen derzeit aber fieberhaft danach.

Die Fahndung in Oppenau dauert auch am Mittwoch noch an. Inzwischen sind weitere Details zu dem Flüchtigen bekannt. Die Ermittler bezeichnen den Flüchtigen aus Oppenau als „seltsame Person“. Die Polizei Offenburg will die Suchstrategie ändern. Sie plant, gezielt mögliche Verstecke des 31-Jährigen zu durchsuchen und vermehrt Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen.

Der brennende Zug, der auf Offenburg zuraste, war nicht der erste Polizeieinsatz, der sich in diesem Monat auf einem Gleisbett in Baden-Württemberg zutrug. Am Donnerstag kollidierte ein ICE in Hockenheim am Bahnhof mit einem Mülleimer und einem Einkaufswagen. Die Polizei ermittelt nun gegen eine Gruppe Jugendlicher, die die Gegenstände mutmaßlich dort platziert haben soll.

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