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Logoänderung bringt Öhringen zu „extra3“: „Verstehe Sinn und Zweck nicht“

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Von: Julia Thielen

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Michael Walter, Wirtschaftsförderer der Stadt Öhringen, zeigt das neue und das alte Stadtlogo
In der Sendung „extra3“ nahm der NDR die Stadt Öhringen auf die Schippe. © Screenshot Youtube/extra3

Die Stadt Öhringen in Baden-Württemberg hat es unfreiwillig in die Satiresendung „extra3“ geschafft. Der Grund: Eine kaum merkbare Änderung des Stadtlogos.

Wer up to date bleiben will, der muss sich dem Wandel der Zeit auch unterziehen. Das wissen längst nicht nur große Firmen. Auch die Marketingbeauftragten von Regionen, Orten oder Bundesländern sind darum bemüht, ihr Image regelmäßig erfolgreich aufzubügeln. Schließlich hängen daran unter Umständen auch Einnahmen. Doch in Baden-Württemberg hat man aktuell bei Änderungen offenbar kein glückliches Händchen. Die Stadt Öhringen landete mit einer Neuerung nun sogar in der Satiresendung „extra3“ des NDR und musste sich dort einige Lacher auf ihre Kosten gefallen lassen.

Nachdem Baden-Württemberg erst vor Kurzem für seine „The Länd“-Kampagne reichlich Kritik* geerntet hatte, stellt „extra3“ nun den neuen Auftritt des Öhringer Stadtlogos in Frage. In einer Spezial-Folge vom 16. Februar warf die Satiresendung unter der Rubrik „Der reale Irrsinn auf der Couch“ einen genaueren Blick auf die Große Kreisstadt. Der Grund: das neue Stadtlogo.

StadtÖhringen
LandkreisHohenlohekreis
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerca. 22.800

Öhringen bei „extra3“: Satiresendung macht sich über Logoänderung lustig

Hierfür seien die „gestalterischen Ambitionen“ groß geworden, kommentiert „extra3“. Der Beitrag trieft von Beginn an von Ironie. Das Stadtlogo sehe seit 25 Jahren gleich aus - roter Schlüssel und schwarze Schrift auf weißem Grund. „So konnte es unmöglich bleiben“, erklärt „extra3“ und zeigt nun das neue Logo. Doch das sieht auf den ersten Blick praktisch genauso aus wie das alte. Lediglich ein schmaler senkrechter Strich ist verschwunden.

Kein Wunder, dass die Lacher auf der Couch groß sind. Hier lässt „extra3“ Zuschauer die Fernsehbeiträge kommentieren und blendet deren Reaktionen dann in der endgültigen Ausstrahlung ein. „Ist bei dem neuen Logo einfach der Strich in der Mitte herausgenommen?“, reagiert einer von ihnen mit völligem Unverständnis.

„extra3“ nimmt Öhringen auf die Schippe: Ironie pur für neues Logo

Auch die in Öhringen gefilmten Bürger müssen offenbar nach der Innovation ihres Stadtlogos suchen. Die Erklärungen von Michael Walter von der Stadt Öhringen machen den Satirebeitrag perfekt. „Dieser Trennstrich ist nicht mehr üblich“, erklärt er. „Drum war es nötig, dass wir ein Facelift angehen.“

Hinter dem neuen Logo stecke viel Arbeit. Dafür habe man sogar einen Arbeitskreis gebildet. Und ein Grafikbüro beauftragt! So sei professionelles Knowhow miteingeflossen. Gesamtkosten: 9.000 Euro. Klingt im wahrsten Sinne des Wortes nach einem Schildbürgerstreich. „Ansonsten ist alles gleich. Ich verstehe den Sinn und Zweck ehrlich nicht“, sagt eine befragte Öhringerin zum neuen Stadtlogo.

Öhringen bei „extra3“: Stadt wusste wohl nicht, dass es um Satire ging

Die auf der Couch können es ohnehin kaum glauben, dass sich Öhringen so für die Zukunft wappnen will. Wer die Sendung sieht, ist mit ihnen sicherlich einer Meinung. Doch ganz so einfach ist es vielleicht nicht. Schließlich ist „extra3“ eine Satiresendung - die Ironie entsteht auch durch gelungene Schnitte und zugespitzte Berichterstattung.

Wie stimme.de mit Verweis auf ein Gespräch mit Michael Walter berichtet, habe die Stadt zudem extra nachgefragt, ob der Bericht für „extra3“ entstehen soll. Offenbar ahnte man schon, dass die Logoänderung nach außen komisch wirken könnte. Doch das wurde verneint.

Öhringen: Lacher über neues Logo könnten auch positiven Effekt haben

Auch bei der Berichterstattung wurde laut Walter demnach mächtig Relevantes weggelassen. Zum Beispiel, dass die Stadt nun wegen fehlender Lizenzkosten sogar Geld spare oder dass nicht nur das Logo, sondern das Marketing insgesamt modernisiert worden sein soll.

Die Lacher auf ihre Kosten nehme die Stadt Öhringen ohnehin gelassen. Kann sie wohl auch. Denn immerhin gab es neben der unfreiwilligen Berühmtheit auch bundesweite Werbung für die Große Kreisstadt. Und genau das ist doch auch der Zweck des neuen Logos. „Ich möchte nach Öhringen fahren. Ich möchte mir das anschauen“, heißt sogar das Fazit eines Couch-Kommentatoren.

Öhringen mit absurder Logoänderung: Selbst „The Länd“-Kampagne hat Fans

Und: Dass selbst die kritisierte Kampagne des eigenen Bundeslandes, das sogar für Taxis in London Geld ausgab*, und sogar vom Lebensmittelriesen Kaufland auf die Schippe genommen* wurde, für Verkaufsschlager sorgte, dürfte auch Öhringen aufbauen. Hier waren die Merchandise-Artikel mit dem neuen Logo nämlich zum Teil extrem schnell vergriffen und fanden gerade wegen der Lacher eine Fangemeinde. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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