Fahrer trifft keine Schuld

Obdachloser schläft in Feld - Mähdrescher verletzt ihn beinahe tödlich

Mähdrescher auf Sonnenblumenfeld.
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Ein Mähdrescher erfasste in Rheinstetten einen Obdachlosen (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Gerade noch rechtzeitig stoppte ein Mähdrescher-Fahrer seine Maschine, als er einen Mann vor sich im Feld liegen sah. Ganz verhindern konnte er das Unglück allerdings nicht: Der Obdachlose wurde schwer verletzt.

Karlsruhe - Seit den ersten Juliwochen fahren Bauern in der Landeshauptstadt Stuttgart und Umgebung ihre Ernten ein. Die Gerste ist reif, doch die Unwetter der vergangenen Wochen machten vielen Landwirten einen Strich durch die Rechnung. Starkregen und Hagel haben im Süden Deutschlands bereits Ende Juni in der Gerste heftige Schäden hinterlassen. In den letzten Wochen schlug der Starkregen erneut zu: Vor allem Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wurden stark von den Wassermassen getroffen, ganze Städte zerstört. Auf den Regen folgt nun ein weiteres Wetterextrem: Luft aus Nordafrika schiebt aktuell eine Hitzewelle nach Deutschland.

Der Landkreis Karlsruhe ist von den Unwettern weitestgehend verschont geblieben. Auch dort hat die Ernte bereits begonnen. In einem Getreidefeld im Karlsruher Stadtteil Rheinstetten kam es dabei am Montagmorgen zu einem schlimmen Arbeitsunfall. Es ist der schnellen Reaktion des Landwirts zu verdanken, dass der Zwischenfall nicht tödlich endete. Ein Mähdrescher erfasste einen Obdachlosen bei Mäharbeiten, wie HEIDELBERG24.de* berichtet.

Polizeibericht: Der Mähdrescher schob den Mann mehrere Meter vor sich her

Als der 62-jährige Mähdrescherfahrer vor seiner Maschine plötzlich einen Arm aus dem Getreide ragen sah, handelte er geistesgegenwärtig und stoppte sofort das Fahrzeug. Doch trotz seiner schnellen Reaktion konnte er das Unglück nicht ganz verhindern. Die schwere Maschine schob den Obdachlosen noch mehrere Meter vor sich her. Der 44-Jährige erlitt dabei lebensbedrohliche Verletzungen. Nachdem er noch vor Ort von einem Rettungsdienst versorgt wurde, kam der Mann in ein Krankenhaus.

Das Getreide auf dem Feld war zum Zeitpunkt des Unfalls etwa 1,60 Meter hoch und sollte von dem Landwirt auf etwa 25 Zentimeter gekürzt werden. Nach bisherigen polizeilichen Ermittlungen schlief der wohnungslose Mann auf dem Feld, als er vom Mähdrescher erfasst wurde. Den Fahrer des Mähdreschers treffe keine Schuld am Unfall, so die Polizei. Wegen der Höhe des Getreides war es dem Landwirt nicht möglich, den Mann zu sehen.

In Reutlingen spielte sich letztes Jahr auf einem Betrieb ein noch tragischerer Vorfall ab. Eine Landwirtin wurde tot auf einem Förderbrand gefunden – durchbohrt von einem Stück Metall. Für die 47-Jährige kam jede Hilfe zu spät. *HEIDELBERG24.de ist ein Angebot der Ippen.Media.

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