In 88 Fällen

Nicht erlaubtes Medikament verabreicht? - Ärztin vor Gericht

Amtsgericht Freiburg
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Ein Schild mit der Aufschrift „Amtsgericht Freiburg“ hängt an der Fassade des Gerichtsgebäudes.

Eine Ärztin soll ein unerlaubt hergestelltes Medikament angewendet haben. Fast 90 Patienten sind betroffen. Nun steht die Medizinerin vor Gericht.

Freiburg (dpa/lsw) - Weil sie Patienten ein sogenanntes bedenkliches Medikament verabreicht haben soll, steht von Dienstag (9.00 Uhr) an eine Ärztin vor dem Amtsgericht Freiburg. Die Staatsanwaltschaft wirft der 51-Jährigen vor, das Präparat bei mindestens zehn Patienten angewendet zu haben. Angeklagt sind 88 Fälle zwischen März 2015 und April 2019. Bedenklich sind laut Gesetz Arzneimittel, «bei denen nach dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse der begründete Verdacht besteht, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß hinausgehen».

Das im Fokus des Verfahrens stehende Medikament besteht Angaben der Anklage zufolge aus einem Extrakt tierischer Zellen von Thymusdrüsen. Es sei von der Medizinerin bei einer Firma bezogen worden, die dafür keine Herstellungserlaubnis hatte. In der Thymusdrüse werden Immunzellen produziert. Der Angeklagten wird zudem zur Last gelegt, ihre Patienten nicht über das Risiko aufgeklärt zu haben.

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