Seit 44 Jahren im All

Nasa-Sonde „Voyager 1“ hört unheimliches Brummen - 23 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt

Eine Illustration zur amerikanischen Raumsonde „Voyager 1“
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Die US-Raumsonde „Voyager 1“ ist seit ihrem Start am 5. September 1977 im Weltall unterwegs.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Die NASA-Sonde „Voyager 1“ hat ein sonderbares Geräusch im Weltraum aufgezeichnet. Ein Zeichen für weiteres Leben im All?

Washington D.C. - Was liegt hinter unserem Sonnensystem? Gibt es noch anderes Leben im Weltall als unseres? Diese Frage beschäftigt Weltraumforscher seit langer Zeit. Die NASA schickte am 5. September 1977 die Raumsonde „Voyager 1“ in den Weltraum, um mehr über die Galaxie zu erfahren. Wie auch Merkur berichtet, liefert die Sonde seit 44 Jahren Daten aus dem All. Nun erreichte die Erde eine besondere Nachricht: In einer Entfernung von rund 23 Milliarden Kilometern empfing die Raumsonde „Voyager 1“ ein Geräusch im interstellaren Raum. Weitere rätselhafte Quellen senden seit Jahren Signale an die Erde. Forscher verfolgen sie nun zurück.

Die Raumsonde war damals vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Richtung Weltall gestartet, um den interstellaren Raum zu erkunden. Im August 2017 kam sie schließlich dort an. Inzwischen ist sie rund 23 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Damit ist die „Voyage 1“ das am weitesten von der Erde entfernte Projekt, das jemals von Menschen gebaut wurde. Doch nicht nur Spezialisten helfen dabei, den Weltraum besser zu verstehen. Ein Hobby-Astronom entdeckte erst kürzlich einen bisher unbekannten Mond.

Seit Jahrzehnten liefert die Weltraumsonde Daten. Die letzten, welche die „Voyager 1“ an die Erde übermittelte, lassen im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen: Die Instrumente der Raumsonde haben hinter der Grenze des Sonnensystems ein Geräusch aufgefangen.

Brummen im Weltall: 2012 gab es ähnliche Geräusche

Doch wer jetzt an außerirdisches Leben denkt, wird enttäuscht. „Wir entdeckten ein schwaches, anhaltendes Summen von interstellarem Gas“, sagt die Astronomie-Doktorandin Stella Koch-Ocker von der Cornell Universität der Online-Fachzeitschrift Nature Astronomy.

Bis die Daten von der Sonde auf der Erde ankommen, dauert es etwa 21 Stunden. Da das Summen sehr schwach gewesen sei, mussten die Wissenschaftler die Tonaufnahmen bearbeiten, um das Geräusch zu verstärken und es folglich gut hören zu können.

Ähnliche Aufnahmen gab es schon von 2012. Damals trat die „Voyager 1“ in den interstellaren Raum ein. Die Messgeräte entdeckten im interstellaren Medium, das größtenteils aus Wasserstoff und Plasma besteht, Störungen, welche durch Sonnenwinde erzeugt wurden. Zwischen diesen Störungen wurde ebenfalls ein Brummen festgestellt.

23 Milliarden Kilometer von Erde entfernt hört „Voyager 1“ ein Brummen: „sanfter Regen“

Der Hauptautor der Studie, James Cordes sprach von einem „sanften Regen“ der Signale, welche die Sonde zuvor von Sonnenstürmen aufgezeichnet hatte. Zudem geht er und sein Team davon aus, dass es im interstellaren Gas mehr Ruhephasen und niederschwellige Aktivität gibt als bislang angenommen.

Die Forscher erhoffen sich durch die Daten der Sonde auch Aufschlüsse darüber, wie die Heliosphäre, also die Plasmablase des Sonnensystems, geformt ist. Die Erforschung des Weltraums ist auch wichtig, um das Wetter in Deutschland und auf der Erde besser zu verstehen und vorhersagen zu können. So sorgt etwa der veränderte Mondzyklus dafür, dass es bis 2035 laut NASA vermehrt Überflutungen geben wird. *Merkur ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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