„Geltende Gesetze umsetzen“

Erste Drogerie in Deutschland führt 2G ein: Kundin wütend - „bewusste Diskriminierung“

Menschen vor dem Eingang einer Müller-Filiale
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Müller-Drogerien zählen aufgrund ihres breit gefächerten Mischsortiments nicht überall als Geschäfte des täglichen Bedarfs.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Als erster Drogeriemarkt in Deutschland hat Müller in verschiedenen Filialen eine 2G-Regel verhängt. Dort haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt.

Ulm - Drogeriemärkte wie dm oder Müller waren bislang, genau wie Supermärkte, von der 2G-Regel im Einzelhandel ausgenommen. Anders als die Filialen von dm zählen Müller-Drogerien jedoch vielerorts zu „Mischbetrieben verschiedener Einzelhandelsbranchen“, da dort neben Produkten des täglichen Bedarfs auch andere Waren angeboten werden - zum Beispiel Spiel- oder Schreibwaren.

Seit kurzem gilt in manchen Müller-Filialen in Deutschland: Nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt. „Leider gibt es hier keine bundeseinheitliche Regelung“, schreibt Müller auf seiner Website. Kunden sollen sich vorab telefonisch in ihrer Wunschfiliale informieren, ob die 2G-Regelung vor Ort gilt. „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns hier an die aktuell geltenden Gesetze vor Ort halten müssen.“

2G bei der Drogeriekette Müller: Regelung hängt von Bundesland ab

Jedes Bundesland entscheidet individuell, welche der Müller-Drogerien noch als Händler für Waren des täglichen Bedarfs gelten - und welche nicht. In Baden-Württemberg betrifft die 2G-Regel beispielsweise eine Filiale in Donaueschingen, wie der Schwarzwälder Bote berichtet. Im Nachbarland Bayern gilt: Nur wenn 90 Prozent des Sortiments zum täglichen Bedarf gezählt werden können, entfällt die 2G-Regel. Die dortigen Händler können entscheiden, ob sie komplett 2G einführen oder abgegrenzte Bereiche mit 2G-Kontrollen hochziehen, wie merkur.de* berichtet.

Eine Müller-Filiale in Bamberg (Bayern), die zuletzt auf 2G umgestellt hatte, ist mittlerweile offenbar wieder zurückgerudert. Hier gilt inzwischen die 2G-Regel nur in einzelnen Bereichen. Auf der Facebook-Seite von Müller hatte sich nach dem Bekanntwerden der 2G-Regel Unmut bei manchen Kunden geregt. „Ich halte das für bewusste Diskriminierung, denn eine Drogerie gehört meiner Meinung nach zum täglichen Bedarf“, schreibt beispielsweise eine Nutzerin auf der Müller-Facebookseite.

Während der Drogerie-Riese Müller die 2G-Regel in seinen Märkten umsetzt, setzt sich ein anderer Händler gegen die Vorschrift zur Wehr: Die Kaufhauskette Woolworth klagt in Nordrhein-Westfalen gegen die 2G-Regel. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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