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Moderator aus Berlin verzweifelt in Baden-Württemberg an „Dorfproblem, das man gerne mal vergisst“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Der Moderator Donnie O‘ Sullivan wurde in Dublin geboren und wuchs in einem kleinen Vorort von Tübingen auf. Heute lebt er in Berlin und ärgert sich beim Heimatbesuch über ein typisches Dorfproblem.

Hirschau/Tübingen - Jeder, der schon einmal in einem Dorf oder einer Kleinstadt gewohnt hat, kennt das Problem: Man möchte schnell mal in die Stadt fahren, wird aber durch den örtlichen Busplan an seiner Spontanität gehindert. Auch der in Berlin wohnhafte Moderator, Redakteur und Fernsehautor Donnie O‘Sullivan musste sich kürzlich mit dem typischen Dorfproblem herumschlagen.

Donnie O‘Sullivan zu Besuch in seiner Heimatstadt Hirschau
Beim Besuch in seiner Heimatstadt wird Donnie O‘Sullivan bewusst, dass die Uhren hier noch anders ticken als im belebten Berlin. © IIMAGO/Ulmer Pressebildagentur/Instagram/donnieosullivan (Fotomontage BW24)

In einem Video auf TikTok filmt O‘Sullivan das Schild einer Bushaltestelle in Hirschau, einem kleinen Vorort von Tübingen mit rund 3.000 Einwohnern. Offenbar hatte er gerade vor, in die Stadt zu fahren. Wie er erklärt, sei er um 15.43 Uhr an der Bushaltestelle angekommen. Ein Blick auf das Schild zeigt: Der nächste Bus kommt erst wieder um 16.12 Uhr. „Ja, das ist auch so ein Dorfproblem, das man gerne mal schnell vergisst, wenn man in einer Großstadt wohnt und denkt, Dorfleben ist geil – und dann vergisst, dass so die Busse fahren“, sagt er.

Viele TikTok-User können Ärger von Moderator über Busfahrplan nicht nachvollziehen

Ein Schwenk auf den wie leer gefegten Wartebereich der Bushaltestelle in Hirschau zeigt: „Die ganzen Profis waren natürlich schon um 15.42 Uhr hier.“ Der Wahl-Berliner ist offenbar der Einzige, der zwei Minuten zu spät im Wartebereich angekommen ist – „weil ich dachte, wird schon gleich ein Bus fahren.“

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Mit seinem Video trifft O‘Sullivan offenbar einen Nerv. Auf TikTok wurde es bereits mehr als 84.600 Mal angesehen (Stand: 13. Januar, 14 Uhr). So ganz nachvollziehen können einige TikTok-Nutzer O‘Sullivans Ärger wohl aber nicht. „Eine halbe Stunde warten? Das ist ja schon fast Kleinstadt-Luxus“, schreibt etwa ein User. „Zwei Busse in der Stunde? Das ist doch kein Dorf?“, meint ein weiterer. Auch andere Nutzer können die Beobachtung bestätigen. „Dorf ist, wenn der Bus drei mal am Tag fährt und am Wochenende und in den Ferien gar nicht“, heißt es von einem User. Insgesamt ist man sich einig: 30 Minuten zu warten, ist noch akzeptabel.

Moderator aus Berlin hatte noch Glück – andere Dörfer weitaus abgeschiedener

Tatsächlich hat O‘Sullivan mit seiner Erfahrung mit dem Öffentlichen Nahverkehr in Hirschau noch vergleichsweise Glück gehabt. In Bretten (Landkreis Karlsruhe) wurde eine neue Bushaltestelle gebaut, an der allerdings kein Bus hält. Rund 10.000 Euro hat das verglaste Häuschen mit Sitzbänken aus Holz und Beleuchtung gekostet. Das Problem: Eine Buslinie, die ursprünglich dort hielt, wurde verlegt.

Dass der Moderator in seinem TikTok-Video Hirschau als Dorf bezeichnet, dürfte manche Zuschauer irritieren. So handelt es sich dabei nicht um eine eigenständige Gemeinde, sondern um einen Stadtteil von Tübingen westlich der Innenstadt. Diejenigen, deren Dorf weit abgeschieden von der nächsten Stadt liegt, dürften bei Hirschaus Lage, von der aus man mit dem Auto in zehn Minuten in der Tübinger Innenstadt ist, glatt neidisch werden.

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