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Ministerpräsident Kretschmann: Katholikentag muss offen mit Kirchenkritik umgehen

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Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, rät der katholischen Kirche zur Offenheit gegenüber Vorwürfen, um erfolgreich zu sein. © Bernd Weißbrod/dpa

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann rät anlässlich des Deutschen Katholikentags in Stuttgart, dass die Kirche offen mit Vorwürfen umgehen müsse.

Stuttgart (dpa) - Der anstehende Deutsche Katholikentag in Stuttgart muss aus Sicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann offen mit den Vorwürfen gegen die Kirche umgehen, um erfolgreich zu werden. Es werde für die katholische Kirche nicht einfach sein, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag. Sie sei geschüttelt von den Missbrauchsskandalen, die sie besonders hart träfen, weil sie jahrhundertelang sehr hohe moralische Ansprüche verkündet habe. «Dann ist der Fall natürlich besonders tief», sagte der bekennende Katholik Kretschmann. Die Teilnehmer des am Mittwoch (25. Mai) beginnenden Katholikentages müssten sich der Kritik «wirklich stellen, ohne Wenn und Aber».

Der 102. Deutsche Katholikentag steht unter dem Leitwort «leben teilen» und dauert bis zum kommenden Sonntag. Bislang haben sich nach Angaben des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) rund 22 000 Präsenzgäste - Besucher und Mitwirkende - für die Veranstaltungen angemeldet. Zum Katholikentag vor vier Jahren in Münster waren hingegen knapp 90 000 Menschen gekommen. Grund für den deutlichen Rückgang seien die Pandemie und die Unsicherheit in der Gesellschaft, sagte ZdK-Sprecherin Britta Baas. Umfragen zufolge genießt die katholische Kirche aber auch nur noch geringes Ansehen in der Bevölkerung.

Bis zum Sonntag will das zehn Millionen Euro teure Christen-Forum die großen Themen der Zeit wie Klimawandel, Flucht und globale Sicherheit diskutieren. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die europäische Friedensordnung werden nach Angaben der Veranstalter zentrale Themen sein. Für Aufregung sorgte bereits im Vorfeld die Verhüllung der Statue von Kaiser Wilhelm I. durch ein Künstlerkollektiv, das von mehreren Veranstaltern des Katholikentags beauftragt wurde.

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