Lebensbedrohliche Situation

Schäferhund-Mischling rettet Spaziergänger aus aussichtsloser Lage

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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In Metzingen im Landkreis Reutlingen wurde ein Schäferhund-Mischling bei einem gewöhnlichen Spaziergang plötzlich zum Helden: Er spürte einen älteren Mann auf, der eine steile Böschung hinabgefallen war.

  • In Metzingen im Landkreis Reutlingen hat ein Schäferhund-Mischling einem älteren Mann vermutlich das Leben gerettet.
  • Bei einem Spaziergang spürte der Hund den Mann auf, der offenbar samt Rollator eine steile Böschung hinabgestürzt war.
  • Die Feuerwehr Metzingen und der Rettungsdienst konnten den Mann gemeinsam bergen und ins Krankenhaus bringen.

Metzingen - Sobald die Temperaturen steigen, häufen sich die Meldungen über Hunde, die in überhitzen Autos eingesperrt werden. Ende Juni sorgten Hundebesitzer für einen Einsatz der Feuerwehr am Europa-Park in Rust, weil sie ihre Hunde während des Europapark-Besuchs in ihrem aufgeheizten Auto zurückließen. Weil die Besitzer nicht auffindbar waren, musste die Feuerwehr eine Seitenscheibe einschlagen, um die erschöpften Terrier zu retten. Ein Hund in Leonberg bei Stuttgart hatte weniger Glück: Sein Besitzer ließ ihn Anfang Juli mit offener Heckklappe und ausreichend Wasser in einem Mercedes zurück. Unbekannte schlossen die Heckklappe des fremden Autos und der wehrlose Hund starb an einem Hitzschlag.

Auch bei einem Fall in Metzingen, der sich vergangene Woche ereignete, spielen hohe Temperaturen und ein Hund eine Rolle - nur wurde der Vierbeiner hier nicht zum Opfer, sondern zum Lebensretter: Es begann mit einem ganz normalen Spaziergang und endete mit einer großen Rettungsaktion samt Feuerwehr, Notarzt und einem ungewöhnlichen Helden. In Metzingen im Landkreis Reutlingen rettete ein Schäferhund-Mischling einem älteren Mann, der sich in einer aussichtslosen Lage befand, wahrscheinlich das Leben.

Zeit und Zuneigung sind für Haustiere wichtig. Auch in einer Zeit der Krise müssen Besitzer deren Bedürfnissen gerecht werden.

Hund in Metzingen im Kreis Reutlingen wird zum Lebensretter - älterer Mann stürzte Böschung hinab

Vergangenen Freitag gegen Mittag und bei Temperaturen über 35 Grad war die Hundebesitzerin Tania Methner aus Metzingen mit ihrem Mischlingsrüden zu einem Spaziergang aufgebrochen. Zunächst habe die Frau nicht bemerkt, dass ihr Hund unruhig wurde und schließlich am Bahndamm im Gebüsch verschwand, wie die Feuerwehr Metzingen in einem Einsatzbericht schreibt. Erst als der Schäferhund-Mischling nicht gleich wieder bei seiner Besitzerin auftauchte, näherte diese sich der steilen Böschung und blickte hinab. Im hohen Gras entdeckte Methner einen Rollator - zunächst ohne eine Person zu sehen, der die Gehhilfe gehören könnte.

Doch der Hund habe sich nicht beruhigen lassen, so der Bericht der Metzinger Feuerwehr. Die Hundebesitzerin aus Metzingen stieg daraufhin den steilen Abhang hinab und enteckte im Unterholz einen älteren Mann, der kaum noch ansprechbar war. Methner alarmierte den Notdienst. „Ich war anfangs so aufgeregt, dass ich beim Absetzen des Notrufs gar nicht sagen konnte, wo ich mich überhaupt genau befinde“, sagte sie laut Einsatzbericht.

Die Feuerwehr Metzingen rückte an und ging offenbar von einem Routine-Einsatz aus. Dieser entwickelte sich jedoch zu einer „außergewöhnlichen Rettungsaktion“, wie im Bericht vermerkt wurde. Als die beiden Ersthelfer der Feuerwehr eintrafen, sei der Mann nahezu nicht mehr ansprechbar gewesen - sofort habe man einen Notarzt angefordert. Weil die Rettung aus dem unwegsamen und vor allem extrem steilen Gelände zu gefährlich war, kamen noch weitere Kräfte der Feuerwehr zum Einsatz. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst konnten sie die Trage sichern und zum Rettungswagen bringen - bei zwischenzeitlich fast 38 Grad. Der Schäferhund-Mischling, gerade erst zum Lebensretter avanciert, habe das Geschehen gelassen betrachtet, so der Einsatzbericht der Feuerwehr Metzingen.

Mann in Metzingen in lebensbedrohlicher Lage - Hund rettet ihm sehr wahrscheinlich das Leben

Wie die Feuerwehr Metzingen berichtet, habe sich der Mann in einer hilflosen und lebensbedrohlichen Lage befunden. Er war weder vom Weg, noch von der Bahnlinie aus für andere Menschen und potenzielle Helfer zu sehen. Er habe zudem keine Kraft mehr gehabt, um Hilfe zu rufen - geschweige denn, um wieder von selbst die Böschung hinauf und zurück auf den Weg zu kommen.

„Der Held des Tages“, so der Bericht der Feuerwehr Metzingen, „waren weder Rettungsdienstpersonal oder Notarzt und auch nicht die Feuerwehrmänner, sondern ein graubrauner Schäferhundmischling“. Zum Dank soll es Streicheleinheiten der Besitzerin und von Feuerwehrmännern gegeben haben - und einen großen Knochen für den pelzigen Lebensretter.

Rubriklistenbild: © Stefanie Rösner

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