Sensationsfund in Baden-Württemberg

„Sensation“: Mann bemerkt 30 Jahre lang nicht, dass etwas Außerirdisches in seinem Garten liegt

Der Meteorit Blaubeuren ist der größte Meteorit der jemals in Deutschland gefunden wurde und ein „echter Schwabe“
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Meteorit Blaubeuren: Größter Meteorit der jemals in Deutschland entdeckt wurde.
  • Julian Baumann
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Ein kolossaler Stein lag seit über 30 Jahren in einem Garten in Blaubeuren bei Ulm. Erst im Januar 2020 meldete der Besitzer den Stein. Die Experten bezeichnen den Meteorit Blaubeuren als „Sensation“

  • Im Jahr 1989 entdeckte ein Bewohner des Ortes Blaubeuren bei Ulm einen ungewöhnlich schweren Stein in seinem Garten.
  • Erst im Januar 2020 meldete er den Fund den Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
  • Umfangreiche Material-Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen Steinmeteoriten handelte. Der Meteorit Blaubeuren ist der größte der jemals in Deutschland gefunden wurde.

Blaubeuren - Im Jahr 1989 entdeckte ein Anwohner des Ortes Blaubeuren bei Ulm bei Grundstücksarbeiten einen außergewöhnlich schweren Stein. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fand der Mann mit einem Magneten heraus, dass der Stein eisenhaltig war. Danach lag das Fundstück über 30 Jahre im Garten des Anwohners.

Erst im Januar 2020 schickte er eine abgehauene Probe des Steins an das Labor des DLR. Nach den ersten Untersuchungen sind sich die Experten sicher: Bei dem Fundstück handelt es sich um einen Steinmeteoriten mit einem Gewicht von über 30 Kilogramm. Der Meteorit Blaubeuren ist der Größte, der jemals in Deutschland gefunden wurde.

Meteorit Blaubeuren: Fundstück wurde beinahe vom Finder entsorgt

Am 7. Juli habe die Meteoritical Society, die internationale Organisation der Meteoritenforscher, die alle Meteoritenfunde und Meteoritenfälle weltweit dokumentiert, den Fund als anerkannten Meteoriten bestätigt, schreibt die DLR in einer Pressemitteilung. Die Experten nannten den entdeckten Meteorit nach seinem Fundort Meteorit Blaubeuren. Der Finder hätte die wissenschaftliche Sensation beinahe im Jahre 2015 entsorgt. „Eigentlich lag der Brocken schon auf dem Anhänger, um ihn wegzuschaffen“, sagte er laut der DLR. Er überlegte es sich anders und lagerte den Stein trocken und geschützt in einem Schrank im Keller seines Hauses.

Am 9. Januar 2020 übergab der Finder den Meteoriten Blaubeuren für weitere Untersuchungen an das DLR. Mit dem Einverständnis des Finders schnitten die Experten den Stein an. Ziel war es, das chondritische Gefüge des Meteoriten und seine Einschlüsse näher untersuchen zu können. Laut der Pressemitteilung war sogar Dieter Heinlein, der Meteoritenexperte des DLR mit seinen Spezialwerkzeugen überfordert. „Einen so großen Brocken hatte ich natürlich noch nie im Labor!“ Die Werkstatt des Allgäuer Steinmetz- und Bildhauermeisters Peter Fraefel in Mindelheim (Kreis Unterallgäu) nahm sich schließlich der Sache an. Am 30. Mai sägten sie mit einer Diamantsäge ein 576 Gramm schweres Eck des Meteoriten ab.

Meteorit Blaubeuren: Brocken wird untersucht - „Blaubeuren ist definitiv ein Schwabe“

Am Naturhistorischen Museum Bern untersuchten Experten den Meteorit Blaubeuren. Dr. Beda Hofmann bestimmte mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer die Konzentrationen an Barium- und Strontiumisotopen. Das Ergebnis bestätigte, dass der Stein nach seinem Fall im schwäbischen Juraboden verwitterte. „Die Untersuchungen zeigten: ‚Blaubeuren‘ ist definitiv ein Schwabe“, heißt es in der Pressemitteilung des DLR.

Die Experten untersuchen noch, wann der Meteorit Blaubeuren auf die Erde fiel. Laut dem Verwitterungszustand könne das jedoch schon vor mehreren Hundert Jahren geschehen sein, schreibt das DLR. Der Sensationsfund aus Baden-Württemberg bleibt nach den Untersuchungen zunächst beim Finder. Laut seinem Wunsch soll der größte Meteorit Deutschlands dauerhaft in einem Museum ausgestellt werden, „so dass die Öffentlichkeit einen Blick auf diesen ‚Schwaben, der vom Himmel fiel‘ werfen kann“.

Eine Forscherin aus der Landeshauptstadt Stuttgart machte Anfang Juli ebenfalls einen bedeutenden wissenschaftlichen Fund. Zusammen mit einer Kollegin verglich sie Fossilien aus England und Baden-Württemberg. Die Forscherin aus Stuttgart entdeckt Überreste einer bisher unbekannten Fischsaurier-Art. Das Tier soll so groß wie ein Mensch gewesen sein.

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