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„Unfassbare Aktion“: Karlsruher Lokal will mitten im Ukraine-Krieg russische Partynacht feiern

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Von: Sina Alonso Garcia

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Das Lokal „Max Garden“ in Karlsruhe.
Das Lokal „Max“ in Karlsruhe erntete massive Kritik wegen einer angekündigten Veranstaltung. © Max Garden/Facebook

Während in der Ukraine ein Krieg tobt, kündigt das Karlsruher Lokal „Max“ eine russische Motto-Party an. Das Netz reagiert fassungslos.

Karlsruhe - Seit dem 23. Februar dürfen Diskotheken und Clubs in Baden-Württemberg unter Einhaltung der 2G-Plus-Regel wieder öffnen. Auch das Lokal „Max“ in Karlsruhe möchte das Partyleben in seiner Räumlichkeit wieder ankurbeln - sorgt jedoch mit einer Ankündigung für Verwunderung.

Am vergangenen Sonntag (27. Februar) - nur wenige Tage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine - kündigte das „Max“ auf seiner Facebook-Seite eine „Russian Party Night“ für den 12. März an. Menschen in den sozialen Medien reagierten fassungslos. Wie die Badischen Neuesten Nachrichten berichten, kommentierten zahlreiche Nutzer die inzwischen gelöschte Veranstaltung. Jemand sprach von einer „unfassbaren Aktion“. Ein anderer meinte: „Ich hoffe, diese Geschmacklosigkeit kostet euch eine Menge Kunden.“

Karlsruher Location wirbt für russische Partynacht mit Revolver auf Plakat - „In welcher Welt lebt ihr?“

Besonders störte die Nutzer die Aufmachung des Plakats, mit dem die Veranstaltung auf Facebook angekündigt wurde. Laut den BNN soll darauf eine Patrone in einem Revolver zu erkennen gewesen sein. „In welcher Welt lebt ihr?“, echauffierte sich ein Nutzer. „Schaut sich keiner die Sachen an, bevor sie veröffentlicht werden?“

„Etwas mehr Taktgefühl in diesen Tagen“, forderte ein weiterer Beobachter und bat das „Max“ um eine Absage der Veranstaltung. Dem Wunsch kamen die Betreiber nach - und löschten die Ankündigung. Verstehen können sie die Kritik allerdings nicht. „Ich sehe eigentlich keinen Grund, warum die Party nicht stattfinden sollte“, sagte der Betreiber gegenüber den BNN.

Betreiber des Max Garden reagiert auf Vorwürfe - und gibt sich geschlagen

Laut Betreiber sei die Party bereits lange zuvor geplant gewesen. Da ins Max in der Regel viele russische Gäste kämen, sei der Wunsch nach einer Motto-Party zum Thema Russland schon länger im Gespräch gewesen.

Letztlich gab sich der Betreiber geschlagen und löschte die Ankündigung der Party von der Facebook-Seite. „Die Masse hat immer recht“, sagte er. „Wenn die meisten sagen, dass das nicht der richtige Zeitpunkt ist, reagieren wir.“ Ein Facebook-Nutzer schlug den Betreibern eine Wiedergutmachung vor: „Nach diesem PR-Alptraum und der Absage dieser Party könnte der Betreiber das Ganze mit einer ‚Party for Ukraine‘ umkehren. Selbes Datum, und der Reinerlös wird an die Ukraine gespendet.“

Nach Russlands Angriff auf die Ukraine: Wunsch nach allgegenwärtigem Russland-Boykott

Nach Wladimir Putins Angriff auf die Ukraine entflammte in Deutschland eine allgegenwärtige Debatte über Russland-Boykotte. Fans des Europaparks forderten die Umbenennung des Themenbereichs Russland und ein Restaurant im Kreis Rastatt verweigerte Russen den Zutritt. Einige Menschen können derartige Forderungen nicht nachvollziehen. „Nun bleibt doch mal auf dem Teppich. Das Volk kann doch nichts dafür, was sein Diktator verzapft“, kommentierte etwa ein Facebook-Nutzer auf die geforderte Umbenennung des Russland-Bereichs im Europapark.

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