300 Mitarbeiter betroffen

Massentests bei Edeka in Baden-Württemberg: Risikofaktor begünstigt Ausbreitung des Coronavirus

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In einem Frischelager von Edeka Südwest kam es in Heddesheim zu Corona-Massentests.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg macht regelmäßige Tests notwendig, um die Verbreitung einzudämmen. Aufgrund zweier Infektionsfälle ordnete das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis für ein Frischelager von Edeka Südwest einen Massentest an. Betroffen waren mehr als 300 Mitarbeiter.

  • Seit der Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg steigen die Infektionszahlen wieder leicht an.
  • In einem Frischelager von Edeka in Heddesheim kam es am heutigen Donnerstag zu Massentests der Beschäftigten.
  • Grund für die Massentests waren zwei nachweislich mit Covid-19 infizierte Mitarbeiter.

Heddesheim/Rhein-Neckar-Kreis - Die Schlagzeilen um das Coronavirus in Baden-Württemberg brechen nicht ab. Nachdem man der Ausbreitung der Lungenkrankheit zumindest zum jetzigen Zeitpunkt Herr geworden ist, gelten seit 1. Juli die neuen Corona-Lockerungen, die den Menschen in Baden-Württemberg wieder viele Freiheiten einräumen. Zuvor war der Alltag der Bevölkerung durch eine Vielzahl an Maßnahmen stark eingeschränkt gewesen.

Aktuell sind die Zahlen in Deutschland und auch in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg sehr niedrig - insbesondere im globalen Vergleich. Von 608 mit Covid-19 infizierten Personen geht man zum heutigen Donnerstag im ganzen Südwesten aus. Die Entwicklung der Coronavirus-Fallzahlen in Baden-Württemberg wird jedoch weiterhin mit Argusaugen beobachtet. Seit der Lockerung der Maßnahmen steigt die Infektionsrate wieder leicht an. Und auch die Verdachtsfälle auf das Coronavirus häufen sich. Beispielsweise kam es in der Landeshauptstadt Stuttgart zu umfangreichen Tests an fünf Schulen aufgrund bestätigter Covid-19-Fälle.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Massentests in einem Lebensmittellager von Edeka

Aktuell sorgt ein weiterer Fall des Coronavirus in Baden-Württemberg für Aufruhr. In Heddesheim im Rhein-Neckar-Kreis ordnete das Gesundheitsamt einen Massentest für die Mitarbeiter eines Lebensmittellagers von Edeka Südwest an. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Behörde vom Mittwoch hervor, die einen Test für rund 350 Beschäftigte ankündigte. Am heutigen Donnerstag sollten demnach zwei mobile Teams vom Gesundheitsamt bei dem sogenannten Frischelager anrücken und Abstriche machen. Grund für die Massentests seien zwei Mitarbeiter, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Einer der Fälle stammt von Anfang Juli.

„Gemeinsam mit der Firma Edeka Südwest möchten wir herausfinden, ob es in der Belegschaft möglicherweise noch mehr Infektionen mit dem Coronavirus gegeben hat“, heißt es in der Pressemittelung von Seiten des stellvertretenden Leiters des Gesundheitsamts, Dr. Andreas Welker. Wie aus der Mitteilung ebenfalls hervorgeht, steht Edeka den Maßnahmen positiv gegenüber: „Wir begrüßen den Test. Er ist eine gute Unterstützung für uns, um eine noch bessere Risikoabschätzung vornehmen zu können und die Wirkung unserer Maßnahmen effektiv zu überprüfen“, erklärt Wolfgang Leiste, der als Bereichsleiter bei Edeka Südwest tätig ist. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg sind solche Tests immer wieder notwendig.

Massentests sollen helfen das Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen

Nicht erst seit den Massen-Ausbrüchen in im Schlachtbetrieb von Tönnies, das aktuell auch Pläne für Baden-Württemberg hat, vermuten Experten, dass niedrige Temperaturen sowie Klimanlagen die Übertragung und Verbreitung von Covid-19 begünstigen könnten. Diesem Risikofaktor wolle man laut Welker vom Gesundheitsamt mit dem Flächentest auf den Grund gehen und ein mögliches Infektionsgeschehen ausschließen. Stand Donnerstag Nachmittag waren die Tests abgeschlossen. Wie das Landratsamt BW24 mitteilte, wurden gut 300 Personen getestet.

Ein weiterer Faktor für ein wieder höheres Aufkommen von Infektionsfällen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist neben den Lockerungen vom 1. Juli auch die Öffnung der Grenzen. Seit Mitte Juni dürfen Deutsche in ausgewählten Ländern wieder Urlaub machen. Dies führt dazu, dass auch die Zahl derer Infektionen, die sich Menschen im Ausland zugezogen haben, wieder steigt. In einem Land scheint das Risiko einer Ansteckung im Vergleich besonders hoch zu sein.

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