Skrupellose Tierquäler

Mannheim: Schwer misshandelte Nutria muss eingeschläfert werden - Peta setzt 1.000 Euro für Täter-Hinweise aus

Eine Nutria frisst am Rande eines Tümpels (Symbolfoto).
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Eine Nutria wurde in Mannheim so schlimm gequält, dass sie getötet werden musste (Symbolfoto).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Tierquäler haben einer Nutria am Mannheimer Pfingstbergweiher die Zähne, den Kiefer und das Rückgrat zertrümmert. Die Biberratte war handzahm, in der Gegend bekannt und beliebt.

Mannheim - Am Mannheimer Pfingstbergweiher lebte bis vor Kurzem eine Nutria. Wegen ihrer zutraulichen Art wurde sie gerne von Spaziergängern gefüttert. Doch seit dem Wochenende ist am Pfingstweiher nichts mehr, wie es war. Tierquäler haben die beliebte Biberratte derart gequält, dass ihr nicht mehr geholfen werden konnte.

Wie der Mannheimer Morgen berichtet, hat die Polizei das schwer verletzte Tier am Samstag am Pfingstbergweiher entdeckt. Zuvor hatten Unbekannte ihr die Zähne, den Kiefer und das Rückgrad mit einem „stabilen Gegenstand“ eingeschlagen und zertrümmert, wie Peta berichtet. Aufgrund ihres miserablen Zustands haben Jagdpächter schließlich entschieden, die arme Nutria von ihrem Leid zu erlösen - und schläferten sie ein.

Peta: „Wir haben es hier mit besonders gefährlichen Menschen zu tun“

„Einem Tier die Zähne auszuschlagen und den Rücken und den Kiefer zu zertrümmern, ist unfassbar grausam. Die wehrlose Nutria hat unsägliche Schmerzen erlitten“, sagt Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. „Wir hoffen, dass die Polizei intensive Ermittlungen anstellt, denn wir haben es hier mit einem oder mehreren besonders gefährlichen Menschen zu tun, die umgehend gestoppt werden müssen. Wer Tiere so furchtbar quält, der schreckt meist auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.“

Noch liegen der Polizei offenbar keine Hinweise zu den Tätern vor. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass mehrere Personen an der Tat beteiligt waren. Die Ermittlungen laufen, der Polizeiposten Neckarau ermittelt und nimmt unter der Telefonnummer 0621-833970 sachdienliche Hinweise entgegen.

Peta bittet um Hinweise - Fälle von Tierquälerei häufen sich

Auch die Tierrechtsorganisation Peta setzt nun alles daran, die brutalen Tierquäler zu fassen und hat eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise ausgeschrieben, die zur Verurteilung der Täter führen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0711-8605910 oder per E-Mail unter whistleblower@peta.de an die Tierrechtsorganisation zu wenden.

Beobachtet man die Medienberichte der vergangenen Monate, hat man den Eindruck, dass sich Fälle von Tierquälerei häufen. Werden die Menschen immer skrupelloser? Erst vor Kurzem wurden Tiere in einem Wildgehege in Trossingen verstümmelt und zu Tode gequält. Nur wenige Zeit später machte eine Meldung aus Karlsruhe die Runde, wo Entenküken mit Steinen beworfen wurden.

Tierquälerei: Tätern droht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe

Tierquälerei ist nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Studien zeigen, dass Menschen, die Tiere quälen, zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit danach auch Menschen Gewalt zufügen.

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