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„Wahnsinn“: Weihnachtshaus in Asperg verzaubert mit 97.000 Lichtern

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Von: Sina Alonso Garcia

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Familie Nitschke aus Asperg hat sich auf ihrem Grundstück ein eigenes Weihnachtswunderland geschaffen. Noch bis Anfang Januar dürfen Besucher auf das Gelände kommen.

Asperg - „Mama, wann dürfen wir endlich rein?“ Ein kleiner Junge steht vor einem Gartentor in der Jagststraße in Asperg (Kreis Ludwigsburg) und versucht, einen Blick über das Gatter zu erhaschen. Es ist 16.45 Uhr. In Kürze wird Hausherr Oswin Nitschke das Tor zum Weihnachtswunderland für Besucher öffnen - so wie er es seit dem 1. Advent jeden Abend tut. Obwohl es ein ganz normaler Wochentag ist, hat sich vor dem Haus bereits eine kleine Schlange gebildet. Auf die Gäste warten rund 97.000 Lichter, aufblasbare Weihnachtsfiguren und Kunstschnee.

„Die Begeisterung für Weihnachtsdeko wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, sagt Oswin Nitschke im Gespräch mit BW24. „Im Alter von drei bis vier Jahren habe ich schon meinem Vater dabei geholfen, Weihnachtsfiguren aufzustellen. Jetzt helfen mir meine eigenen Kinder dabei.“ Vor wenigen Jahren hat die Familie dann so viele Stücke angesammelt, dass die Lichterschau Passanten anlockte, die einfach in den Garten kamen. „Schon in unserem vorherigen Wohnort Schöckingen sind kleine Kinder in unseren Garten gestiegen, weil sie die Beleuchtung anschauen wollten - die Eltern haben dann natürlich gesagt: Das dürft ihr nicht“, sagt Nitschke. „Irgendwann habe ich dann entschieden, dass es schön wäre, wenn alle kommen dürften.“

Weihnachtshaus in Asperg: „Die Leute kommen aus ganz Deutschland angereist“

Bereits das fünfte Jahr in Folge macht die Familie ihr Weihnachtsparadies für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Vorbereitungen sind so aufwändig, dass Oswin Nitschke sich sogar zwei Wochen freigenommen hat, um alles aufzubauen. Sein Wissen über die umfangreiche Elektrik hat der gelernte KfZ-Mechatroniker von seinem Vater. Auch seine Mutter Monika unterstützt ihn tatkräftig und hilft täglich beim Aufbau und Glühwein-Ausschank. „Die Leute kommen teilweise aus ganz Deutschland angereist“, erzählt sie. „Wir bekommen ausschließlich positives Feedback - die Menschen sind begeistert.“

Gänge Weihnachtshaus
Um das gesamte Haus herum warten Weihnachtsfiguren und tausende Lichter auf die Besucher. © Sina Alonso Garcia (BW24)

Ein Faible für üppigen Weihnachtsschmuck hatte die Familie schon immer. „Als wir dann vor ein paar Jahren in Amerika waren und die Weihnachtshäuser dort gesehen haben, hat es uns endgültig gepackt“, sagt Oswin Nitschke. Im Weihnachts-Schlussverkauf habe man damals einige Schätze ergattert. „Ja, da haben wir fünf bis sieben Koffer nur mit Weihnachtsdeko mit nach Hause gebracht“, lacht seine Mutter. Über die Jahre hinweg haben die Nitschkes tausende von Weihnachtsartikeln angesammelt. Jedes Jahr wird das Haus nach einem anderen Motto dekoriert.

Ausstellung unter dem Motto „Eiszeit“: Beliebt bei den Kindern sind Elsa und Olaf aus „Frozen“

Das Fazit der Besucher, die rund um das Weihnachtshaus spazieren: „Wahnsinn.“ Besonders die Kinder finden Gefallen an den zahlreichen Figuren und wollen Fotos beim Weihnachtsschlitten machen. Ein absolutes Highlight der aktuellen Ausstellung, die unter dem Motto „Eiszeit“ läuft: Prinzessin Elsa und Schneemann Olaf aus dem Disney-Film „Frozen“. Im Sandkasten des Gartens wurde ein riesiger Eisberg errichtet, auf dem leuchtende Pinguine turnen - und auch Eisbären sind mit von der Partie.

Das diesjährige Motto beim Weihnachtshaus: „Eiswelt“
Das diesjährige Motto beim Weihnachtshaus: „Eiswelt“ © Sina Alonso Garcia (BW24)

Infos für Besucher

Noch bis 6. Januar 2022 empfängt das Weihnachtshaus in Asperg täglich von 17 bis 20 Uhr alle, die das Lichter-Spektakel gerne live erleben möchten (außer am 24.-26. Dezember und 31. Dezember). Es wird gebeten, an der Hauptstraße zu parken. Auf dem Gelände werden aufgrund von Corona aktuell maximal rund 30 Menschen zugelassen, es kann daher zu Wartezeiten kommen. Zu den Figuren ist Abstand zu halten. Sollte etwas kaputtgehen, wird gebeten, sich zu melden. Meist kommt die Versicherung auf. Auf Nachfrage kann die Toilette benutzt werden. Es gilt 2G-plus, außer die Impfung liegt weniger als sechs Monate zurück. Dann gilt 2G. Der Eintritt ist kostenlos, Besucher können jedoch eine kleine Spende in der Spendenkasse dalassen.

Seit dem ersten Advent stehen Oswin Nitschke und seine Mutter jeden Abend drei bis vier Stunden lang in der Kälte, kontrollieren den Besucher-Einlass und schenken Glühwein an der kleinen Bar im Garten aus. Allein das Anschalten der gesamten Technik sowie das Aufblasen der Figuren dauert täglich eine halbe Stunde. 450 Stunden Arbeit hat Oswin Nitschke laut eigenen Angaben in diesem Jahr schon in sein Herzensprojekt gesteckt. „Es ist schon etwas stressig“, gibt er zu. Besonders in der aktuell nicht ganz so einfachen Zeit aufgrund von Corona sei es für ihn jedoch ein Anliegen, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern - und wenn man sich unter den Besuchern so umschaut, ist ihm das mehr als gelungen.

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