Keine Unterstützung durch Bundeswehr

Verzweifelter Hilferuf ignoriert: Ludwigsburger Klinikum „schaut mit Sorge auf Ende Januar“

Eine Soldatin und ein Soldat laufen über einen Flur.
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Eigentlich hätten bis zu 80 Bundeswehrsoldaten in den RKH-Kliniken aushelfen sollen. Sie sind aber nie erschienen (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Obwohl die RKH-Kliniken, zu denen auch das Klinikum Ludwigsburg gehört, Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung angefordert haben, sind bislang keine Einsatzkräfte gekommen.

Ludwigsburg - Bundeswehrsoldaten in Baden-Württemberg haben in den vergangenen zwei Jahren immer wieder ausgeholfen, wenn es um Corona-Maßnahmen ging. Im Kampf gegen die Pandemie unterstützten die Soldaten beispielsweise bei der Kontaktnachverfolgung oder in den Impfzentren. Auch aktuell ist die Bundeswehr wieder stark in die Pandemiebekämpfung eingebunden - offenbar so stark, dass es vielerorts an Einsatzkräften mangelt. An den RKH-Kliniken, zu denen unter anderem das Klinikum in Ludwigsburg gehört, forderte man Ende November 70 bis 80 Soldaten zur Unterstützung an - bis jetzt ist kein einziger dort erschienen.

„Unser Antrag wurde abgelehnt“, sagte Kliniken-Sprecher Alexander Tsongas gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung. Die Einsatzkräfte der Bundeswehr seien landesweit vergeben worden, die RKH-Kliniken leider nicht zum Zug gekommen. „Ohnehin waren es nicht viele Einsatzkräfte, die zur Verfügung gestanden sind.“ Er wisse auch von vielen anderen Kliniken, die sich vergeblich um Zusatzkräfte bemüht hatten, so Tsongas. Zu den RKH-Kliniken gehören neben dem Klinikum Ludwigsburg auch Kliniken in Bruchsal, Mühlacker, Bietigheim-Bissingen, Neuenbürg, Markgröningen und Bretten.

Ludwigsburger Klinikum: „Wir schauen mit Sorge auf Ende Januar“

Laut Tsongas war die Kapazitätsgrenze der Intensivstation am Ludwigsburger Klinikum Ende November erreicht, auch personell war das Haus an seine Grenzen geraten. Um die Belastung besser managen zu können, hatte man die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Die Soldaten hätten zum Beispiel bei den Eingangskontrollen, den Schnelltest-Abstrichen und beim Objektschutz helfen sollen. Auch im medizinischen Bereich hätten sie bei entsprechender Ausbildung eingesetzt werden können.

Zwar habe sich die Lage an den RKH-Kliniken etwas entspannt, die Zahl der Corona-Patienten sei rückläufig. „Wir schauen aber mit Sorge auf Ende Januar“, so Alexander Tsongas gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung. „Dann erwarten wir einen Höhepunkt der Infektionen mit der Omikron-Variante.“ Die Variante gilt als sehr ansteckend, verläuft in der Regel aber etwas milder als andere Varianten.

Klinikum Ludwigsburg: Mitarbeiter testen sich täglich auf das Coronavirus

Seit Januar werden im Klinikum Ludwigsburg alle Mitarbeiter täglich getestet - unabhängig davon, ob sie geboostert sind oder nicht. Es gilt zudem die FFP2-Maskenpflicht in allen Arbeitsbereichen. Mitarbeiter, die nicht zwingend vor Ort seien müssten, sind im Homeoffice. Laut Klinik-Sprecher Alexander Tsongas schöpfe man alle Möglichkeiten aus, um die Infektionsfälle so gering wie möglich zu halten.

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