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„Aggressiv und laut“: Polizisten kontrollieren 21-Jährige aus Sierra Leone und Gambia - Menschenmenge schreitet ein

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Von: Julian Baumann

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Zwei Polizisten patrouillieren durch eine leere U-Bahn Station
Polizei Ludwigsburg: Menschenmenge solidarisiert sich mit zwei Männern und wirft Polizei Rassismus vor (Symbolbild). © picture alliance/Christoph Soeder/dpa

Am Donnerstag Abend führten Beamte des Polizeireviers Ludwigsburg eine Personenkontrolle durch. Eine Menschenmenge solidarisierte sich mit den kontrollierten Personen und warf den Polizisten Rassismus vor.

Ludwigsburg - Laut Angaben der Polizei Ludwigsburg waren am Donnerstag Abend gegen 21:00 Uhr insgesamt sechs Beamte im Rahmen der Sicherheitskonzeption Bahnhof im Einsatz. Sie überwachten den Zentralen Busbahnhof und das Bahnhofsgebäude in Ludwigsburg, nördlich von Stuttgart.

Drei Polizisten näherten sich den Bussteigen, als ihnen zwei junge Männer auffielen. Laut Angaben der Polizei wirkten die beiden 21-Jährigen nervös und wurden beim Erkennen der Beamten hektisch. Die Beamten sprachen die beiden Männer an. Laut einer Pressemitteilung der Polizei Ludwigsburg stammten die beiden 21-Jährigen aus Sierra Leone und Gambia. Als die Beamten die Männer ansprachen, verhielten die sich aggressiv und wurden laut. Sie begannen wild zu gestikulieren und schrien auf Englisch.

Polizei Ludwigsburg: Menschenmenge solidarisiert sich mit den beiden Männern

Nach der Personenkontrolle am Busbahnhof in Ludwigsburg bildete sich in kürzester Zeit eine Menschenmenge aus etwa 20 Personen um die Polizisten. Die Beamten der Polizei Ludwigsburg versuchten, den aggressiven 21-Jährigen die Maßnahmen zu erklären. Einer der Männer wollte sich jedoch nicht beruhigen. Er beleidigte die Polizisten als Rassisten. Auch aus der Menschenmenge waren laut Angabe der Polizei Rufe zu vernehmen. Sie kritisierten die Kontrollmaßnahmen und bezeichneten das Vorgehen der Beamten ebenfalls als rassistisch.

Um die eskalierende Situation unter Kontrolle zu bringen, forderten die Polizisten Unterstützung an. Mithilfe der weiteren Streifenwagenbesatzungen der Polizei Ludwigsburg brachten die Beamten die Menschenmenge auf Abstand. Sie erteilten den beiden 21-Jährigen einen Platzverweis. Ein Mann, der in Verdacht steht, die Beamten aus der Menschenmenge heraus beleidigt zu haben, sieht sich mit einer Anzeige wegen Beleidigung konfrontiert.

Polizei Ludwigsburg: Rassismus-Vorwürfe werden nicht geduldet

Burkhard Metzger, der Präsident der Polizei Ludwigsburg hatte das Thema Rassismus bereits im Vorfeld in einem Interview mit der Ludwigsburger Kreiszeitung angesprochen. Laut der Pressemitteilung habe er in diesem Interview deutlich gemacht, dass er nicht möchte, „dass meine Leute in entsprechenden Situationen wegschauen, weil sie befürchten, sich mit einer Kontrolle Rassismusvorwürfen auszusetzen.“

Nach dem Vorfall am Busbahnhof in Ludwigsburg wiederholte er seine Aussage mit Nachdruck. Die Kontrollen stützen sich auf verdächtiges Verhalten und würden ungeachtet der Hautfarbe oder Staatsangehörigkeit durchgeführt werden, sagte Metzger. „Unsere Polizistinnen und Polizisten leisten professionelle Arbeit. Es kann nicht sein, dass sie von unbeteiligten Dritten ohne jede Kenntnis des Kontrollanlasses als Rassisten beschimpft werden“.

Schon vor den Ausschreitungen in Stuttgart kam es immer wieder zu Aggression gegen Polizeibeamte in der Region. So solidarisierte sich vor einigen Wochen eine wütende Menschenmenge mit einem Nigerianer, der am Hauptbahnhof Stuttgart ohne Fahrschein erwischt wurde.

Seit Samstag, den 27. Juni setzt die Polizei Ludwigsburg eine neue Art von Blitzer ein. Der Enforcement Trailer blitzte in den ersten knapp 80 Stunden über 400 Raser. Das Messgerät kommt ohne Personal aus und kann das Tempolimit bis zu zehn Tagen überwachen.

Am Donnerstag, den 9. Juli meldeten Anwohner im Kreis Böblingen verdächtige Wahrnehmungen. Sie hörten Schreie aus einem Wald und sahen einen jungen Mann mit einer Damenhandtasche, der aus dem Wald kam. Die Polizei vermutete ein Verbrechen und leitete eine groß angelegte Suchaktion ein. Mit der Auflösung haben die Beamten nicht gerechnet.

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