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„Held von Marbach“: Passant rettete Hausbewohner nach Brandanschlag

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Von: Julian Baumann

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Mark Bühler spricht in einem Beitrag des SWR über die Brandanschläge in Marbach.
Marbach: Passant rettete Familie nach Brandanschlag auf Mehrfamilienhaus. © SWR Fernsehen/Landesschau Baden-Württemberg/Screenshot

Am Samstagmorgen verübte ein Unbekannter mehrere Brandanschläge in Marbach (Kreis Ludwigsburg). Ein 29-Jähriger zeigte Heldenmut und rettete die Bewohner eines brennenden Wohnhauses.

Marbach - Am frühen Samstagmorgen verübte ein noch unbekannter Täter mehrere Brandanschläge in Marbach im Kreis Ludwigsburg. Mit selbst gebauten „Molotow-Cocktails“ bewarf er zunächst das Polizeirevier in der Schillerstadt. Wenig später meldeten Zeugen weitere Brände in der Innenstadt. Betroffen waren ein Mehrfamilienhaus und die evangelische Kirche. Der „psychische Ausnahmezustand“ des Täters gibt Rätsel auf. Ein 29-Jähriger kam zufällig an dem brennenden Haus vorbei und schritt entschlossen zur Tat. Ohne sein Eingreifen hätte die Nacht schlimmere Folgen gehabt.

Der 29-Jährige Mark Bühler aus Marbach ist am frühen Samstagmorgen nur zufällig an dem brennenden Haus in der Innenstadt vorbeigekommen, wie die Marbacher Zeitung berichtet. Er sei mit Kollegen in einer Bar der Stadt im Kreis Ludwigsburg gewesen und habe seine Freunde gegen 3:00 Uhr zum Bahnhof begleitet. Auf einmal standen die Männer vor dem brennenden Haus. Der 29-Jährige reagierte sofort. Seitdem steht sein Telefon nicht mehr still, er erhält Anfragen von Funk und Fernsehen, wie die Zeitung weiter berichtet.

Marbach: Nach Brandanschlägen in der Nacht - Mann rettet Familie aus brennendem Haus

Gegenüber dem SWR Fernsehen schildert der 29-Jährige, der bereits „Held von Marbach“ genannt wird, seine Erinnerungen an die Brandnacht im Kreis Ludwigsburg. In der Nacht stand er auf dem Weg zum Bahnhof auf einmal mit seinen Kollegen vor dem brennenden Wohnhaus. „Im ersten Moment hat man das gar nicht richtig geschnallt. Es war dunkel und da war viel Rauch“, erzählt Bühler. Er habe dann jedoch sofort gehandelt. „Als ich dann verstanden habe, dass das Haus brennt, habe ich gar nicht mehr überlegt, sondern sofort die Tür eingetreten“.

Zusammen mit einem Freund sei er dann die Treppe hochgerannt, habe laut gerufen und an die Türen gehämmert.  „Ich wollte alle wecken und ihnen klarmachen, dass sie raus müssen aus dem Haus. Denn es war klar: Das Haus brennt, es ist mitten in der Nacht, die Menschen schlafen und wir müssen sie da rausholen. Es ging um jede Sekunde“, erzählt Bühler. Zusammen mit der Feuerwehr habe man alle Bewohner des Hauses in Sicherheit bringen können.

Marbach: 29-Jähriger als Held gefeiert - er selbst sieht Tat jedoch als „selbstverständlich“

Nach der mutigen Rettung mehrerer Menschen aus dem brennenden Wohnhaus in Marbach wird Mark Bühler als Held gefeiert. „Mark Bühler kann sich auf die Fahnen schreiben, Schlimmeres vereitelt zu haben. Ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn er nicht eingegriffen hätte“, sagte Marbachs Feuerwehrkommandant Alexander Schroth auf Anfrage der Marbacher Zeitung. „Ich weiß nicht, ob wir alle Bewohner dann noch lebend gefunden hätten“. Der 29-Jährige habe sich bei der mutigen Tat sogar selbst in Gefahr gebracht, als er in das brennende Haus stürmte. In diesem Fall ist jedoch alles gut gegangen. „Das war eine ganz selbstlose Tat und er ist zurecht jetzt der Held – Respekt“, so Schroth weiter.

Für Mark Bühler ist der Aufruhr über seine Tat in der Brandnacht von Marbach nach Angaben der Marbacher Zeitung fast zu viel. „Ich will mich nicht inszenieren oder im Vordergrund stehen, vielmehr denke ich an die Bewohner, die nun alles verloren haben. Sie sollten im Fokus stehen“, sagt der 29-Jährige nach Angaben der Zeitung. Die Rettungsaktion blieb jedoch nicht für alle freiwilligen Helfer ohne Folgen.

Zwei der Ersthelfer mussten in das Krankenhaus in Bietigheim (Kreis Ludwigsburg) gebracht werden, sie hatten sich eine Rauchvergiftung eingefangen. Bühler überlegt nun, eine Einladung in eine Live-Sendung anzunehmen. „Ich will andere inspirieren, in so einer Situation auch Engagement und Courage zu zeigen und einzugreifen, um Menschen zu helfen“, sagte er nach Angaben der Marbacher Zeitung.

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