An der B27

Ludwigsburg: Filtersäulen für 1,35 Millionen Euro machen Luft kaum besser - trotzdem sind weitere geplant

Eine Filteranlage von Filterspezialist Mann+Hummel an einer Stuttgarter Straße
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Die Filtersäulen von Mann+Hummel werden in Stuttgart und Ludwigsburg eingesetzt. Sie sollen die Luft an viel befahrenen Straßen besser machen.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Filtersäulen entlang der B27 sollen in Ludwigsburg die Stickstoffdioxid-Werte verbessern. Einen wirklichen Erfolg haben die teuren Geräte bisher jedoch nicht gebracht.

Ludwigsburg - In vielen Städten in Baden-Württemberg gibt es ein Luftproblem: Die Stickoxid-Belastung ist vielerorts zu hoch. Die Landeshauptstadt Stuttgart sowie Ludwigsburg tauchten bereits in den Rankings der schmutzigsten Städte Deutschlands auf. Somit ist nicht nur der Verkehr in Stuttgart ein Problem. Die Stadt Ludwigsburg zum Beispiel kämpft schon lange mit der Luftverschmutzung. Zwar trug das Coronavirus in Baden-Württemberg dazu bei, dass sich vielerorts die Werte verbesserten, doch noch immer liegen sie häufig über der erlaubten Grenze.

Vor allem in der viel befahrenen Schlossstraße wird der Grenzwert für Stickstoffdioxid punktuell überschritten. Luftfilter von Mann+Hummel sollten hier Abhilfe schaffen. „Der darin verbaute Kombifilter verfügt über eine hochwirksame Filteranlage für Feinstaubpartikel und über zusätzliche Aktivkohlelagen, die Stickstoffdioxid adsorbieren“, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt Ludwigsburg zur Inbetriebnahme der Filteranlagen im Juni 2021. Mehr als 80 Prozent des Stickstoffdioxids und des Feinstaubs würden mit den sogenannten Filter Cubes aus der angesaugten Luft gebunden.

Das Land Baden-Württemberg förderte die Aufstellung der Säulen. 1,35 Millionen Euro kostete das Unterfangen, 100.000 Euro davon stellte die Stadt Ludwigsburg. „Wir sind dem Land Baden-Württemberg sehr dankbar für die umfangreiche Förderung der Filtersäulen“, erklärte Bürgermeister Michael Ilk damals. Nun zeigen erste Zahlen jedoch eine nüchterne Bilanz: Wirklich viel geholfen haben die Filter bisher nicht. Und trotzdem will die Stadt noch weitere aufstellen.

Stadt Ludwigsburg: Werte auf viel befahrener Schlossstraße über dem erlaubten Mindestwert

Wie die Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ) berichtet, weisen die aktuellen Zahlen der Messstationen darauf hin, dass die Filter kaum geholfen haben. Der Jahresmittelwert der Messstation gibt an, auf welchem Niveau der Schadstoffwert über alle zwölf Monate eines Jahres liegt, so die Zeitung. Der Grenzwert beim gesundheitsgefährdenden Stickstoffdioxid liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

2020 ermittelte die Stadt Ludwigsburg diesen Mittelwert für die Schlossstraße. Das Ergebnis: 47 Mikrogramm. Deutlich zu hoch. Nach Einführung von Tempo 40 in der besagten Straße stellte die Stadt zusätzlich zehn Luftfilter von Mann+Hummel auf, um die Werte wieder unter den erlaubten Grenzwert zu bringen. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart werden solche Filter bereits erfolgreich eingesetzt. In Ludwigsburg jedoch zeigen die Geräte kaum Wirkung. Der Mittelwert für elf Monate (Januar bis und inklusive November) liegt bei 45 Mikrogramm Stickstoffdioxid. Die Werte von Dezember fehlen allerdings laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) noch. Insgesamt wird die Luftqualität in Baden-Württemberg jedoch stetig besser.

Kommt eine Geschwindigkeitsbegrenzung? Schon jetzt gilt Tempo 40

Zwar hat sich der Wert seit 2020 leicht verbessert, er liegt aber noch immer über dem erlaubten Grenzwert. Die Stadt Ludwigsburg überlegt dennoch, fünf weitere Säulen in der Schlossstraße aufzustellen. Das Land Baden-Württemberg hat hierfür bereits eine weitere Finanzierung zugesagt. Ob diese zusätzlichen Filter das erhoffte Ergebnis liefern? Schon länger sei eine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung mit Tempo 30 im betroffenen Abschnitt der B27 in Ludwigsburg Thema, so die LKZ. Aktuell gilt dort Tempo 40.

Während die Schlossstraße über dem Grenzwert liegt, zeigen Messungen anderer Durchfahrtsstraßen in der Stadt Werte weit unter der Grenze von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Generell lässt sich aber kein Trend erkennen. Laut Informationen der LKZ sind die Werte im Vergleich zum Jahresmittelwert 2020 teils gleichgeblieben, an manchen Orten sind sie niedriger, an manchen höher.

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