Impfpflicht in Baden-Württemberg

Krankenhaus-Mitarbeiter rebellieren gegen Corona-Impfung - Abteilung droht die Schließung

Coronavirus-Impfung in einem Krankenhaus in Berlin. Ab März 2022 soll in Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen eine Impfpflicht für Mitarbeiter gelten.
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Weil Mitarbeiter eines Krankenhauses im Kreis Ludwigsburg sich nicht impfen lassen wollen, droht einer Abteilung ab dem 15. März die Schließung (Symbolbild).
  • VonPatrick Kuolt
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Die Corona-Impfpflicht im Gesundheitswesen kommt im März. Neun Mitarbeiter eines Krankenhauses im Kreis Ludwigsburg wollen aber auf eine Impfung verzichten. Das hat Folgen.

Ludwigsburg - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen durch die Ausbreitung der Omikron-Variante weiter rapide an. Am 16. Januar meldete das baden-württembergische Landesgesundheitsamt mit einem Wert von 545,8 bereits zum dritten Mal in Folge eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 500.

Die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen nimmt wegen der meist milderen Krankheitsverläufe bei Omikron-Infektionen vor allem bei Menschen, die bereits eine vollständige Corona-Impfung bekommen haben oder geboostert sind, zwar gleichzeitig ab - und dennoch stehen die Krankenhäuser in Baden-Württemberg vor großen Herausforderungen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, gibt es dafür gleich zwei Gründe: die hohe Infektiosität von Omikron und die ab 15. März geltende Impfpflicht im Gesundheitswesen.

Corona-Impfpflicht: Mitarbeiter eines Krankenhauses im Kreis Ludwigsburg kündigen Widerstand an

Eine Abteilung eines Krankenhauses im Kreis Ludwigsburg könnte diese Kombination besonders hart treffen. Die Kliniken der dort ansässigen Regionalen Kliniken Holding (RKH) Ludwigsburg-Bietigheim arbeiten ohnehin am Limit, die Mitte März nahende Impfpflicht im Gesundheitswesen könnte nun ihr Übriges tun. Denn wie Jörg Martin, Geschäftsführer der RKH, laut Stuttgarter Zeitung im Ludwigsburger Kreistag mitteilte, hätten ihn neun Mitarbeiter eines zur Holding gehörenden Krankenhauses in einem Schreiben darüber informiert, dass eine Corona-Impfung für sie nicht in Farge komme. In der betroffenen Abteilung arbeiten insgesamt 20 Mitarbeiter.

Machen die erwähnten neun davon ihre Ankündigung wahr, muss die Abteilung laut offiziellen Vorgaben schließen. Denn arbeiten dürften die ungeimpften Mitarbeiter dann nicht mehr. Sie dürften das Krankenhaus wohl nicht einmal mehr betreten. Die Entscheidung liegt der Stuttgarter Zeitung zufolge dann beim zuständigen Gesundheitsamt, das vermutlich ein sogenanntes Betretungsverbot aussprechen würde. Das Gesundheitsamt kündigte derweil an, die Impfaufforderung an die betroffenen Mitarbeiter im März noch einmal zu erneuern und abhängig von deren Reaktion anschließend entsprechende Schritte einzuleiten.

Omikron-Welle in Baden-Württemberg verursacht zusätzliche Personalengpässe

Zudem wächst die Zahl der coronabedingten Ausfälle beim Personal in den Häusern der RKH stetig. Martin befürchtet, dass damit zu rechnen sei, dass diese Entwicklung in den kommenden Wochen und Monaten im Zuge der Omikron-Welle weiter an Fahrt gewinne. Bislang seien laut Weiß seit dem ersten Fall am 1. Dezember 2021 17 Omikron-Infektionen festgestellt worden.

Auch Ungeimpfte bekommen Corona-Prämie

Die Lage in den Krankenhäusern bleibt also kritisch; im März könnte sie, sogar unabhängig von der weiteren Omikron-Entwicklung, durch die Impfpflicht noch brisanter werden. Denn auch in anderen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg wird sich für die Mitarbeiter die Frage stellen: Impfung ja oder nein? Konfliktpotenzial inklusive.

Auf die im Dezember beschlossene Corona-Anerkennungsprämie, die der Kreistag für die Beschäftigten der RKH-Krankenhäuser im Kreis Ludwigsburg beschlossen hat, hat all das jedoch keinen Einfluss. Diese erhält laut Geschäftsführer Jörg Martin jeder Mitarbeiter - egal ob geimpft oder nicht.

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