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Daimler: E-Auto-Batterien brennen in Mercedes-Werk - 90.000 Euro Schaden

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Von: Julian Baumann

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Das Logistikzentrum des Mercedes-AMG-Standorts in Affalterbach (Kreis Ludwigsburg).
Im Mercedes-AMG-Werk in Affalterbach fingen zwei E-Auto-Batterien Feuer. © Daimler AG - Global Communications

In einem Werk der Daimler-Tochter AMG in Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) lösten E-Auto-Batterien Anfang November einen Brand aus.

Affalterbach - Die Daimler AG hat vor wenigen Wochen ihre E-Auto-Strategie stark beschleunigt und will ab 2030 nur noch batteriebetriebene Modelle bauen. Obwohl E-Autos laut einer Studie der Allianz nicht öfter brennen als Modelle mit Verbrenner-Motoren, kommt es aktuell verdächtig oft zu Bränden, die von E-Auto-Batterien ausgelöst wurden. So ergaben Ermittlungen beispielsweise, dass der Großbrand in einem Bus-Depot in Stuttgart von einem E-Bus ausgelöst wurde. Die Daimler AG geriet daraufhin in das Visier der Ermittlungen, da ein elektrischer Mercedes-E-Bus im Zentrum des Brandherdes gestanden habe.

Anfang November lösten dagegen E-Auto-Batterien in einem Werk der Daimler-Tochter Mercedes-AMG in Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) aus, wie die zuständige Polizei Ludwigsburg mitteilt. Aufgrund der beschädigten Lithium-Ionen-Batterien war es zunächst nicht klar, ob ein Schadstoffaustritt zu befürchten war. Die Polizei bat die Anwohner der Gemeinde in Baden-Württemberg deshalb, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Gefahrenlage ist inzwischen aufgehoben.

Daimler AG: E-Auto-Batterien lösen Brand bei AMG aus - 80 Einsatzkräfte vor Ort

Die Daimler AG ist weltweit vor allem für die Auto-Tochter Mercedes-Benz bekannt, die nach vollzogener Konzernspaltung als eigenes Unternehmen fungieren soll. Daneben gehören zur Pkw-Sparte der Schwaben jedoch auch die Tuning-Marke AMG und die Luxusmarke Mercedes-Maybach. Auf der Automesse IAA in München stellte Daimler den Maybach EQS vor, vom Design waren die Fans nicht überzeugt. Auch die AMG-Sparte soll in Zukunft elektrisiert werden, weshalb im Werk in Affalterbach wohl bereits Lithium-Ionen-Batterien gelagert wurden. Eine dieser Batterien habe gegen 12 Uhr vermutlich aufgrund eines technischen Defekts Feuer gefangen, schreibt die Polizei. Der Brand habe sich schnell auf eine weitere Batterie übertragen.

Durch den Brand der Lithium-Ionen-Batterien bei der Daimler-Tochter AMG in Affalterbach konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass Gefahrstoffe in die Umgebungsluft gelangt waren. Auf Twitter warnte die Polizei Ludwigsburg am Nachmittag vor einer Rauchgaswolke und wies die Bewohner an, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Vor Ort am Mercedes-Werk waren 80 Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren, die die brennenden Batterien in einen werkseigenen Kühlbehälter brachten und anschließend im Freien in Absetz-Kühlcontainer der Feuerwehr umluden.

Ein solches Vorgehen, das vollständige unter Wassersetzen der E-Auto-Batterien, ist oftmals die einzige Möglichkeit einen E-Auto-Brand unter Kontrolle zu bringen. Das Problem ist nämlich, dass sich das Feuer bei einem E-Auto-Brand immer wieder neu entfachen kann.

Daimler-Tochter AMG: Batteriebrand verursacht Schaden von 90.000 Euro

Durch die werkseigenen Kühlbehälter am Mercedes-AMG-Werk in Affalterbach war es den Feuerwehren möglich, den Brand unter Kontrolle zu bringen und die Gefahrenlage schnell aufzulösen. Normalerweise stellt ein E-Auto-Brand die Feuerwehr eben deshalb vor große Probleme, weil nicht alle Abteilungen mit solchen Containern ausgestattet sind. Bei einem „hochgefährlichen Vorfall“ mit einem E-Mercedes in Biberach, musste die Feuerwehr erst einen Container zum Einsatzort schaffen. Eine Feuerwehr in Hessen fand jedoch eine Lösung für dieses Problem.

Der Brand der E-Auto-Batterien bei der Daimler-Tochter AMG in Affalterbach verursachte einen Schaden von rund 90.000 Euro, schreibt die Polizei. Verletzt wurde bei dem Feuer allerdings niemand. Laut den Stuttgarter Nachrichten sei das Gebäude, in dem zehn Mitarbeiter arbeiten, schnell evakuiert worden und das Feuer habe nicht auf die Gebäudestruktur übergegriffen. Auch die Schadstoffmessungen zeigten die Sorge um eine Rauchgasbelastung der Luft für unbegründet. Die Gefahrenlage wurde gegen 14:30 Uhr aufgehoben.

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