Mann+Hummel

Daimler-Zulieferer schließt Stammwerk in Ludwigsburg - 400 Arbeitsplätze betroffen

Das neue Technologiezentrum der MANN+HUMMEL Gruppe am Stammsitz in Ludwigsburg.
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Das neue Technologiezentrum der MANN+HUMMEL Gruppe am Stammsitz in Ludwigsburg.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Der Daimler-Zulieferer Mann+Hummel schließt nach 70 Jahren sein Stammwerk in Ludwigsburg. Von der Schließung sind rund 400 Mitarbeiter betroffen.

  • Der Daimler-Zulieferer Mann+Hummel schließt nach fast 70 Jahren sein Stammwerk in Ludwigsburg, Baden-Württemberg.
  • In dem Werk am Firmensitz von Mann+Hummel sind rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Stellen sind von der Schließung betroffen.
  • Der Aufsichtsratsvorsitzende von Mann+Hummel sagte laut dpa, das Werk Ludwigsburg sei nicht mehr wettbewerbsfähig.

Ludwigsburg/Stuttgart – Der Daimler-Zulieferer Mann+Hummel schließt nach fast 70 Jahren sein Stammwerk in Ludwigsburg, Baden-Württemberg. In dem Werk am Mann+Hummel-Firmensitz in Ludwigsburg arbeiten rund 400 Mitarbeiter. Viele der Arbeitsplätze werden infolge der Schließung wegfallen. Die Produktion am Standort Ludwigsburg sei nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen, so die Deutsche Presseagentur.

Schließung bei Mann+Hummel: Schweigeminute vor dem Stammwerk in Ludwigsburg

Die Nachricht von der Schließung des Mann+Hummel-Werks in Ludwigsburg wurde am heutigen Donnerstag durch eine Meldung der Stuttgarter Nachrichten öffentlich. Die Gewerkschaft IG Metall rief als erste Reaktion die Mann+Hummel-Mitarbeiter zu einer Schweigeminute vor dem Stammwerk auf. Der Mann+Hummel-Hauptsitz mit rund 1.600 Arbeitsplätzen ist für die Wirtschaft in Ludwigsburg bedeutend. Mann+Hummel ist als Zulieferer für die Automobilindustrie - unter anderem für die Daimler AG bekannt. Als Daimler-Zulieferer produziert das Unternehmen aus Ludwigsburg zum Beispiel Luftfilter für alle Fahrzeuge der Daimler-Tochter Mercedes-Benz und Nutzfahrzeuge der Daimler Truck AG.

Schließung bei Mann+Hummel betrifft nur die Produktion in Ludwigsburg - Hauptsitz bleibt

Die Schließung von Mann+Hummel in Ludwigsburg betrifft nur den Bereich der Produktion. Die Fertigung im Mann+Hummel-Stammwerk werde entweder ganz auslaufen oder in andere Werke ausgelagert, so die dpa. Das Werk am Hauptsitz in Ludwigsburg sei im internationalen Vergleich nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen, sagte der Mann+Hummel-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Fischer laut dpa. Mann+Hummel hat mehr als 80 Standorte auf der ganzen Welt, darunter Werke in Indien und China. Der Daimler-Zulieferer gab bekannt, dass der Firmensitz sowie die Unternehmensfelder Forschung und Entwicklung in Ludwigsburg, Baden-Württemberg, verleiben sollen.

Mann+Hummel-Stammwerk besteht in Ludwigsburg seit 1957 - jetzt steht die Schließung bevor

Die Entscheidung zur Schließung des Werks in Ludwigsburg sei nicht leicht gefallen, sagte Thomas Fischer. Das Mann+Hummel-Stammwerk bestehe am Hauptsitz schon seit 1954. Die Schließung sei aber nötig, um die Zukunft von Mann+Hummel zu sichern. Schon vor einiger Zeit hatte der Daimler-Zulieferer begonnen, seine Unternehmensstruktur anzupassen. An den mehr als 80 Mann+Hummel-Standorten auf der ganzen Welt sind rund 22.000 Mitarbeiter beschäftigt. 

Wie Mann+Hummel leidet auch die Daimler AG - Zukunftsangst in Ludwigsburg und Stuttgart

Auch die Daimler AG, die von Mann+Hummel beliefert wird, hat derzeit zu kämpfen. Das Coronavirus hat Daimler mit voller Wucht getroffen. Der Daimler-Personalvorstand machte bereits eine unheilvolle Vorhersage für die Zukunft des Fahrzeugherstellers. Es war von Massenentlassungen und Schließung von Werken die Rede. Die Daimler AG erwog, mindestens 20.000 Stellen abzubauen. Doch dann kam es zu einer Einigung zwischen Vorstand und Betriebsrat: Die Daimler AG kürzt Arbeitszeit für 70.000 Mitarbeiter um zwei Stunden und streicht die Prämie für alle – dafür ist der Stellenabbau vom Tisch.

Ola Källenius verordnete dem Fahrzeughersteller einen Strategiewechsel. Der Daimler-Chef will sich von beliebten Mercedes-Modellen abwenden und sich stattdessen auf Luxuslimousinen wie die S-Klasse konzentrieren. Sie wird in einer neuen Fabrik in Sindelfingen gebaut, wo ein Daimler-System die Mitarbeiter jede Sekunde überwacht und Menschen überflüssig machen könnte. Sorgen um die Zukunft macht man sich also nicht nur in Ludwigsburg, sondern auch in Stuttgart, der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg

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