Junge hatte Attest

Frau schubst und schlägt Elfjährigen ohne Mundschutz

  • Lisa Schönhaar
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Die Zahl der mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Infizierten steigt wieder an, was einige Menschen offenbar zu irrationalen Taten treibt. Eine Frau soll einen elfjährigen Jungen geschubst und geschlagen haben, weil er keine Maske trug.

  • Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt aktuell wieder zu und viele Experten befürchten eine zweite Infektionswelle.
  • Gleichzeitig sinkt bei einigen Bürgern die Akzeptanz der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen.
  • Eine Frau soll im Kreis Ludwigsburg nun einen Elfjährigen geschubst und geschlagen haben, weil er im Supermarkt keine Maske trug.

Sachsenheim - Das Coronavirus in Baden-Württemberg legte den gewohnten Alltag in nahezu allen Bereichen lahm und führte zu weitreichenden Einschränkungen des sozialen Lebens sowie zu etlichen Verboten und Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus. Da sich das Coronavirus in Baden-Württemberg in den vergangenen Wochen vergleichsweise langsam ausbreitete, hat die Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits mehrfach weitreichende Lockerungen zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft gesetzt.

Um eine Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg dennoch bestmöglich kontrollieren zu können, gelten trotz der vielen Lockerungen nach wie vor Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen - darunter die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter sowie eine Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg, die in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Orten gilt, an denen der erforderliche Abstand zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Auch in Geschäften sowie Supermärkten muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

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Coronavirus in Baden-Württemberg: Frau in Kreis Ludwigsburg beleidigt und schlägt Elfjährigen wegen fehlender Maske

Immer häufiger kommt es wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg und der deshalb eingeführten Maskenpflicht zu Vorfällen und Konfrontationen zwischen Maskenverweigerern und anderen Bürgern oder gar der Polizei. So wurde erst kürzlich in der Landeshauptstadt Stuttgart ein Mann ohne Maske von der Polizei erwischt und setzte sich auf irre Weise zur Wehr.

Nun ereignete sich in Sachsenheim im Kreis Ludwigsburg ein weiterer Vorfall im Zusammenhang mit der Maskenpflicht wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg. Eine Frau soll einen elf Jahre alten Jungen geschubst und geohrfeigt haben - vermutlich, weil er keinen Mund-Nasen-Schutz getragen hatte. Der Elfjährige hatte ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Der Elfjährige und ein 13 Jahre alter Junge waren am Dienstag gegen 16:30 Uhr in einem Supermarkt in Sachsenheim im Kreis Ludwigsburg, als eine Frau beide auf ihren fehlenden Mundschutz wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg ansprach. Die Jungen verwiesen auf das Attest des Elfjährigen. Als die Kinder den Supermarkt verließen, soll die Frau, die zu diesem Zeitpunkt im Kassenbereich stand, sie mit einer Geste beleidigt haben. Vor dem Supermarkt habe sich die Unbekannte den Kindern erneut genähert und den Elfjährigen geschubst, gegen Getränkekisten gedrückt und geohrfeigt, wodurch das Kind verletzt wurde. Die Polizei sucht nach Zeugen des Vorfalls.

Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich schneller aus - Strafen für Maskenverweigerer erhöht

Aktuellen Zahlen des Sozialministeriums in Stuttgart zufolge steigen die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg derzeit wieder an. Eine Studie der Universität Heidelberg hatte kürzlich gezeigt, dass trotz der Einschränkungen durch das Coronavirus eine überwiegende Mehrheit von 80 Prozent der Bevölkerung die Corona-Regeln mit Maskenpflicht und Mindestabstand akzeptiert. Nur knapp vier Prozent sagten, die Regeln selten oder nie zu achten. Dennoch steigt die Anzahl der Menschen, die an vorgeschriebenen Orten keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Erst kürzlich hatte Verkehrsminister Winfried Hermann angekündigt, die Maskenpflicht in Bahnen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg künftig strenger kontrollieren zu wollen. Wer sich weigere, eine Maske im öffentlichen Nahverkehr zu tragen, müsse mit teils hohen Geldbußen rechnen. Der Bußgeldkatalog des Landes sieht bereits jetzt Strafen von 25 bis 250 Euro vor, wenn jemand keinen Mund-Nasenschutz trägt.

Auch die Stadt Stuttgart hat auf die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg reagiert. Maskenverweigerer müssen künftig ein deutlich höheres Bußgeld bezahlen als bislang - die Stadt hat die Mindeststrafe für Menschen, die sich weigern, eine Maske zu tragen, verdreifacht.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Brynn Anderson/AP/dpa

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