Steigende Corona-Zahlen

Klinik-Chef fordert sofort harten Lockdown - „Fünf nach zwölf“

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    vonValentin Betz
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich wieder rasant aus. Doch ein harter Lockdown ist noch nicht beschlossen. Ein Fehler, warnt ein Ludwigsburger Klinik-Chef.

Ludwigsburg - Kurz schien es, als würde der Stufen-Plan zur Lockerung der Beschränkungen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg funktionieren. Doch nach den ersten Schritten aus dem Lockdown steigen die Inzidenzen wieder - mitunter rasant.

Für eine unkontrollierte Verbreitung des Coronavirus ist der Südwesten allerdings noch nicht ausreichend gewappnet: Die Impfungen in Baden-Württemberg sind ein Debakel, die höchste Risikogruppe ist noch immer nicht voll geimpft.

Jörg Martin, Chef der Regionalen Kliniken-Holding (RKH) in Ludwigsburg, sieht deshalb nur eine Möglichkeit, um eine fatale Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg zu unterbinden: einen sofortigen, harten Lockdown.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch Inzidenz in Ludwigsburg steigt an

Die Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen landesweit an. Im Kreis Ludwigsburg lag die 7-Tage-Inzidenz zuletzt bei 119,7 Infektionen pro 100.000 Einwohner (Stand 28. März). Die Politik scheut sich offenbar noch, angesichts der wachsenden Bedrohung hart durchzugreifen.

Harter Lockdown: Der Chef des Klinikums Ludwigsburg fordert angesichts steigender Corona-Infektionszahlen drastische Maßnahmen von der Politik.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wollte noch zwischen Lockern mit Tests und „monatelangem Lockdown“ entscheiden. Beim Unterricht in Baden-Württemberg hat der Grünen-Politiker inzwischen schon eine Richtung vorgegeben. Dort sieht Winfried Kretschmann keine Chance, die Schulen wie geplant zu öffnen.

Sofortiger Corona-Lockdown: Ludwigsburger Klinik-Chef sieht keinen Handlungsspielraum mehr

So zögerlich wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht es der Chef der Regionalen Kliniken-Holding aus Ludwigsburg offenbar nicht an. „Es ist nicht fünf vor, sondern fünf nach Zwölf“, so Jörg Martin gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ).

Damit forderte der Klinik-Chef von der Politik umgehend einen flächendeckenden, harten Lockdown gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg, schreibt die LKZ. Unterstützung erhält er dabei vom obersten Intensivmediziner der RKH, Götz Geldner. Ohne einen erneuten Lockdown werde die dritte Welle sonst noch schwerer ausfallen als die vorherige. Da die neuen Mutationen gefährlicher sind als die Ursprungsvariante, werde es noch mehr schwere Verläufe und Todesfälle geben, so Geldner zur LKZ.

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano/dpa

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