Experten alarmiert

Corona-Chaos: Kliniken verschieben viele OP-Termine - „Jeder weiß, was jetzt passiert“

  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

Auf den Intensivstationen im Land liegen immer mehr Corona-Patienten. Sogar OP-Termine in Baden-Württemberg müssen jetzt wieder verschoben werden.

Ludwigsburg - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt aktuell wieder rasant. Ein immer größeres Problem wird dabei auch die Auslastung der Intensivbetten. Wegen der wachsenden Anzahl von Corona-Intensivpatienten müssen erste Kliniken im Südwesten geplante Operationen verschieben.

„Die Zahl der Corona-Patienten im Land ist im Vergleich zur Vorwoche um 20 Prozent gestiegen“, sagte der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken, Götz Geldner, am Mittwoch der Deutschen Presseagentur (dpa). Geldner koordiniert auch die landesweite intensivmedizinische Versorgung von Corona-Patienten - und blickt mit Sorge auf die kommenden Wochen. Man versuche, „das beste draus zu machen“. Von einem regulären Betrieb könne in den meisten Kliniken aber keine Rede sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Corona-Patienten belegen ein Drittel der Intensivbetten

Bereits ein Drittel der Intensivbetten in Baden-Württemberg sei laut Geldner bereits mit Corona-Patienten belegt. „Wenn die Zahl der Intensivpatienten weiter steigt, haben wir in ein bis zwei Wochen ein Problem“, so der Arzt. Gehe diese Zahl gegen 40 Prozent, müssten in großem Maße Operationen verschoben werden.

Hinsichtlich möglicher Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen, zeigt sich der Intensivmediziner resigniert: „Was soll anders sein, als in der Welle davor? Jeder weiß, was jetzt passiert.“ Tatsächlich kommt einem das Szenario nur allzu bekannt vor: Auch Im Jahr 2020 gab es Phasen, in denen Kliniken in Baden-Württemberg wegen Corona pro Woche mehr als 1.000 Operationen verschieben mussten.

Von Anfang März bis jetzt sind die Zahlen der Corona-Intensivpatienten extrem gestiegen: 236 Menschen wurden am 10. März wegen Corona intensivmedizinisch behandelt. Am Dienstag dieser Woche sind es 648 Patienten. Das geht aus Daten des Divi-Intensivregisters hervor. Angesichts der angespannten Lage forderte ein Stuttgarter Arzt einen strengen Lockdown - jedoch nur für Nicht-Geimpfte. Auch ein Ludwigsburger Klinikchef sprach von einer Lage „fünf nach zwölf“ und will sofort einen harten Lockdown. Politiker und Bürger trügen nun gleichermaßen Verantwortung, meint auch der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken Götz Geldner.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare