Mobiler Blitzer könnte überall sein

4.000 Autofahrer erwischt: Seit Samstag bewacht ein hochmoderner Blitzer die Autobahnen bei Stuttgart

Der neue Enforcement Trailer. Das Messgerät ist in einen PKW-Anhänger eingebaut.
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Blitzer im Raum Stuttgart: Der neue Enforcement Trailer kann Tempolimits bis zu zehn Tagen überwachen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Seit Samstag setzt die Polizei Ludwigsburg einen sogenannten Enforcement-Trailer zur Geschwindigkeitsüberwachung ein. Allein in den ersten knapp 80 Stunden blitzte das automatische Gerät über 4.000 Raser.

  • Seit Samstag verwendet die Polizei eine neue Art von Blitzer im Raum Stuttgart. Der sogenannte „Enforcement-Trailer“ ist ein digitales Geschwindigkeitsmessgerät.
  • Das Gerät ermöglicht eine Aufzeichnung über einen langen Zeitraum. Personal ist während des Betriebs nicht notwendig.
  • Seit dem Start am Samstag Vormittag blitzte das neue Gerät in knapp 80 Stunden über 4000 Raser auf der A81 Singen-Stuttgart.

Ludwigsburg/Stuttgart - Seit Samstag, den 27. Juni setzt die Polizei Ludwigsburg eine neue Art von Blitzer im Raum Stuttgart ein. Der „Enforcement-Trailer" (Durchsetzung, Anhänger) ist in einem PKW-Anhänger verbaut und kann von jedem Fahrzeug mit Anhängerkupplung bewegt werden. Das digitale Geschwindigkeitsmessgerät kann Tempolimits über einen längeren Zeitraum überwachen. Die Überwachung erfolgt automatisch und kann bis zu zehn Tage dauern.

Personal ist während des Betriebs, im Gegensatz zu herkömmlichen Messgeräten, nicht notwendig. Damit ist der neue Blitzer an jedem beliebigen Ort nahezu autonom verwendbar, um den Verkehr in Stuttgart zu überwachen. Gegen Vandalismus und Diebstahl schützen ein integriertes Alarmsystem und die robuste Bauweise.

Blitzer im Raum Stuttgart: 100.000 Fahrzeuge in knapp 80 Stunden

Die Polizei Ludwigsburg setzte den neuen Blitzer im Raum Stuttgart auf der A81 Singen-Stuttgart vor dem Schönbuchtunnel ein. Der Enforcement Trailer erfasste von Samstag 11:50 Uhr bis Dienstag 16:40 Uhr über 100.000 Fahrzeuge. In den knapp 77 Stunden überschritten nach Polizeiangaben 4040 Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer. Der schnellste Fahrer raste sogar mit 178 Stundenkilometer über die A81. Von den erfassten Rasern müssen 120 mit einem Bußgeld und einem Fahrverbot rechnen. Sie waren laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Ludwigsburg deutlich zu schnell. Die anderen Verkehrssünder kommen mit einer Buß- oder Verwarnungsgeldstrafe davon.

„Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptursachen folgenschwerer Verkehrsunfälle“, sagte der Polizeipräsident von Ludwigsburg, Burkhard Metzger. „Im vergangenen Jahr waren in unserem Zuständigkeitsbereich 111 Verkehrsunfälle, die Schwerverletzte oder gar Todesopfer zur Folge hatten, auf diese Ursache zurückzuführen". Von dem Einsatz des neuen Blitzers im Raum Stuttgart verspricht sich die Polizei eine Besserung. Ziel sei eine noch stärkere verkehrserzieherische Wirkung und einen positiven Einfluss auf das Verkehrsverhalten der Menschen und die Verkehrsunfallentwicklung, sagte Metzger in einer Pressemitteilung.

Strenge Kontrollen scheinen bei vielen Autofahrern nötig zu sein, wie kürzlich 18-jährigen Fahranfängers zeigte, der in Balingen mit 240 km/h über die Bundesstraße raste. Der Jugendliche musste seinen Führerschein abgeben - nur sechs Wochen, nachdem er die Prüfung bestanden hatte.

In den vergangenen Wochen waren ungewöhnlich viele Raser auf den Straßen unterwegs. Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg war der Verkehr deutlich vermindert, was viele Autofahrer ausnutzen. An einem Wochenende Ende Mai blitzte die Polizei Ludwigsburg über 200 Raser. Das Coronavirus hat offenbar einen gefährlichen Effekt auf Autofahrer in Baden-Württemberg.

Die Polizei Ludwigsburg hielt einen betrunkenen 64-Jährigen gleich zwei Mal an. Der Mann fiel durch seinen verdächtigen Fahrstil auf. Nach der Kontrolle beschlagnahmten die Beamten das Fahrzeug des Mannes und behielten Schlüssel und Führerschein ein. Am Abend klaute der 64-Jährige sein beschlagnahmtes Auto vom Parkplatz des Polizeireviers und wurde später erneut kontrolliert.

Am Donnerstag, den 9. Juli meldeten Anwohner im Kreis Böblingen verdächtige Wahrnehmungen. Sie hörten Schreie aus einem Wald und sahen einen jungen Mann mit einer Damenhandtasche, der aus dem Wald kam. Die Polizei vermutete ein Verbrechen und leitete eine groß angelegte Suchaktion ein. Mit der Auflösung haben die Beamten nicht gerechnet.

Eine mobile Geschwindigkeitsmessung erfasste zwei Raser auf der A5 zwischen Basel und Karlsruhe. Die beiden Schweizer rasten mit 245 km/h in Richtung Karlsruhe. Die Polizei nahm den Verkehrssündern die Führerscheine ab und untersagte ihnen die Weiterfahrt auf deutschen Straßen. Die Schweizer Behörden sind unterrichtet, es kann für die Raser auch in der Schweiz Konsequenzen geben.

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