Kreis Ludwigsburg

Kobra in Baden-Württemberg? Schlange löst Panik im Südwesten aus

  • Julian Baumann
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Exotische Giftschlangen sind in Baden-Württemberg eigentlich nicht heimisch. Im Kreis Ludwigsburg wurde jedoch eine Kobra-Sichtung gemeldet. Das steckt wirklich dahinter.

Sachsenheim - Im Südwesten leben mehr gefährliche Tiere als manche vielleicht denken. Die Kreuzotter ist beispielsweise eine von mehreren Giftschlangen die in Baden-Württemberg lauern. Exotische Schlagen wie Kobras, Pythons oder die Anakonda können dagegen in Deutschland nicht in freier Wildbahn angetroffen werden. Dafür aber im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in der Landeshauptstadt Stuttgart. Am Samstag, 21. August, wurde im Sachsenheimer Kirbachtal (Kreis Ludwigsburg) jedoch eine Schlange entdeckt, bei der es sich nach ersten Erkenntnissen um eine nicht heimische Giftschlange handeln könnte, berichtete die zuständige Polizei Ludwigsburg.

Die Königskobra mit ihrem spreizbaren Nackenschild ist wohl ein Prototyp, wenn man an eine Giftschlange denkt. Die Kobras, auch Brillenschlangen genannt, sind normalerweise in freier Wildbahn nur südlich des Himalayas bis nach Sri Lanka anzutreffen, schreibt die Wilhelma auf ihrer Übersichtsseite. Die Schlangen werden von Mönchen und Hindus als heilig angesehen und gelten normalerweise nicht als angriffslustig. Das Nervengift einer Kobra kann für einen Menschen jedoch sehr gefährlich sein. Die am Sonntag im Kreis Ludwigsburg entdeckte Schlange wurde von Fachleuten als Kobra identifiziert. Deshalb sprach die Polizei eine dringliche Warnung an die Bevölkerung aus.

Kreis Ludwigsburg: Exotische Schlange gesichtet - handelt es sich wirklich um eine Kobra?

Die meisten gefährlichen Tiere in Baden-Württemberg sind nur dann gefährlich, wenn man ihnen zu nahe rückt und sie sich dadurch angegriffen fühlen. Das Gift eines Tieres verursacht Geschwüre und ist „zehnmal giftiger als Strychnin“. Auch eine Kobra greift von sich aus keine Menschen an, doch man sollte bei einer Sichtung äußerst vorsichtig sein. Nachdem die große Schlange am Samstag gegen 11.30 Uhr zwischen Ochsenbach und Kirbachhof, im Bereich des Kirbach gesichtet wurde, leitete die Polizei vorsorglich Maßnahmen ein. „Die Bewohner werden gebeten, bei Sichtung einer Schlange Abstand zu halten und den Notruf zu wählen“, hieß es.

Nach der ersten Einschätzung der Fachleute, dass es sich bei der entdeckten Schlange um eine hochgiftige Kobra handelte, wurde das betroffene Gebiet durch den Baubetriebshof weiträumig abgesperrt. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Behörden nach Angabe der Polizei Ludwigsburg von „einer unmittelbaren Lebensgefahr“ aus. Exotische Tiere sind zwar in Baden-Württemberg nicht häufig anzutreffen, manchmal büxt jedoch beispielsweise ein Tier aus einem Zirkus aus. Ein Spaziergänger begegnete in Villingen-Schwenningen einem Känguru.

Giftschlange im Kreis Ludwigsburg? - Behörden geben Entwarnung

Am Sonntagabend gaben die Polizei Ludwigsburg und die Tierrettung Unterland Entwarnung, wie auch echo24* berichtet. Bei einer Videokonferenz mit Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich und seinem Einsatzstab sowie mehreren anerkannten Schlangenexperten sei das Video- und Bildmaterial der entdeckten Schlange erstmals vollständig analysiert worden, schreibt die Polizei. Nach der Sichtung des Materials änderten die Fachleute ihre Meinung zu der entdeckten Schlange. Bei der Schlange handele es sich „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr große und ungefährliche Ringelnatter“. Ringelnattern sind im Gegensatz zu Kobras auch in Baden-Württemberg heimisch.

Am Sonntagabend gab die Polizei Entwarnung. Bei der entdeckten Schlange handelte es sich offenbar um eine harmlose Ringelnatter.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden laut der Polizei nach der Entwarnung abgebaut. Die Absperrungen sollen im Laufe des Montagvormittags vom Baubetriebshof entfernt werden. Bürgermeister Albrich zeigte sich erleichtert und dankte allen am Einsatz beteiligten Personen. Bei der im Kreis Ludwigsburg gesichteten Schlange handelte es sich also um eine harmlose Ringelnatter. Doch auch die im Südwesten heimischen Giftschlangen sind nicht ungefährlich, wie ein Vorfall in Österreich zeigte. Eine 12-jährige Deutsche kämpfte nach einem Kreuzotter-Biss mit Atemnot. Die Kreuzotter und die Aspisviper sind die einzigen giftigen Schlangen, die noch in Baden-Württemberg heimisch sind. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © DB Anthony Childs/dpa

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