Kein Einzelfall

280 Euro für falsches Parken: Frau findet Strafzettel an ihrem Auto - ein Detail macht stutzig

Viele Parkverbotsschilder stehen am Heiligen-Geist-Kamp.
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Lörrach: Frau findet Fake-Strafzettel über 280 Euro an ihrem Auto (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Am Freitag betrat eine 65-jährige Frau das Revier der Bundespolizei in Lörrach. Sie wollte einen mutmaßlichen Strafzettel über 280 Euro bezahlen - die Beamten merkten schnell, dass etwas an dem „Knöllchen“ nicht stimmte.

Lörrach - Strafzettel am eigenen Auto zu finden, ist wohl immer ärgerlich. Nur die wenigsten denken in einem solchen Moment wohl über die Echtheit eines Knöllchens nach. Schließlich ist es mehr als ungewöhnlich, dass jemand anderes als die Polizei solche Zahlungsaufforderungen ausstellt. In den meisten Fällen sind die betroffenen Personen bereit, die Strafe zu zahlen. Vielleicht auch aus Angst vor weiteren Konsequenzen. So erging es auch einer 65-Jährigen in Lörrach.

Wie die Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein am Montag mitteilte, fand die Frau am Freitag, den 11. September einen angeblichen „Strafzettel der Bundespolizei“ an ihrem Auto. Wenig später betrat die Frau das Revier der Bundespolizei in der Basler Straße in Lörrach, um die angebliche Gebühr von 280 Euro zu zahlen.

Lörrach: Fake-Strafzettel in Umlauf - keine Konsequenzen für die 65-Jährige

Nach Angaben der Polizei legte die 65-Jährige den Beamten in Lörrach einen gelben Zettel vor. Auf dem DIN-A5-Schriftstück standen in Großbuchstaben die Worte „Polizei“ und „Geldstrafe“. Links und rechts war der Adler im Polizeistern der Bundespolizei abgebildet. Der Polizeistern ist ein in Deutschland geschütztes Hoheitszeichen und ausschließlich den Polizeibehörden vorbehalten. Der Missbrauch ist eine Straftat in der Bundesrepublik. Als Gebühr war auf dem angeblichen Strafzettel handschriftlich die Summe 280 Euro eingetragen. An wen die Gebühr gezahlt werden sollte, war dem Schriftstück nach Angaben der Polizei nicht zu entnehmen.

Nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein sei der Strafzettel wegen Falschparkens ausgestellt worden. Die 65-Jährige sah das Schriftstück als echt an und wollte den Betrag auf dem Polizeirevier in Lörrach bezahlen. Die Beamten erkannten jedoch, dass es sich nicht um ein amtlich ausgestelltes Dokument handelte. Für die Frau zog das „Knöllchen" keine weiteren Konsequenzen nach sich. Der angebliche Strafzettel wurde nach Angaben der Polizei sichergestellt und ein Strafverfahren gegen den bislang unbekannten Aussteller eingeleitet.

Lörrach: Nach Auftauchen eines „Fake-Strafzettels“ - Polizei sucht weitere Geschädigte

Nach dem Auftauchen des angeblichen Strafzettels in Lörrach sucht die Polizei weitere Geschädigte. Die Bundespolizei bittet Personen, die ebenfalls einen solchen Strafzettel an der Windschutzscheibe vorfanden, sich mit der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein unter der Telefonnummer 07628/8059-0 in Verbindung zu setzen.

Der angebliche Strafzettel in Lörrach ist kein Einzelfall. Bereits seit längerer Zeit werden Knöllchen gefälscht und an Windschutzscheiben geheftet, wie das Portal verbraucherschutz.com berichtet. Die Polizei Oberhausen (Bayern) warnte beispielsweise im April 2019 vor Fake-Strafzetteln. Im Stadtgebiet tauchte eine Vielzahl solcher Schriftstücke auf. Anders als im Fall der Frau in Lörrach war dort sogar eine Bankverbindung einer Bank in München angegeben.

Laut Bußgeldkatalog: Maximale Strafe von 110 Euro für falsches Parken

Der Bußgeldkatalog für das Jahr 2020 sieht für falsches Parken eine maximale Strafe von 110 Euro vor. Eine Strafe von 100 Euro ist beispielsweise dann fällig, wenn durch das Parken Einsatzkräfte behindert wurden. Die Höchstgebühr von 110 Euro wird sogar nur dann ausgestellt, wenn das Falschparken mit einer Sachbeschädigung einhergeht. Die Summe auf dem Fake-Strafzettel in Lörrach war demnach auch unverhältnismäßig hoch.

Ein falsch geparktes Auto führte im Kreis Esslingen sogar zu einem handfesten Streit zwischen Einwohnern, dabei kam auch eine Kettensäge zum Einsatz.

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