Keine Lockerung Anfang 2021

Kretschmann drohte Gastronomie mit Lockdown für Januar - jetzt treten die schlimmsten Befürchtungen ein

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, nimmt an einer Pressekonferenz der baden-württembergischen Landesregierung teil.
+
Winfried Kretschmann hatte bereits angekündigt: Ein Ende des Lockdowns ist auch Anfang 2021 nicht in Sicht.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte es bereits angedeutet. Nun ist es offiziell: Auch Anfang 2021 wird es keine Öffnung für Gastronomie und Kultur geben. Stattdessen wird der Lockdown erweitert.

Stuttgart - Die Nachricht kommt nicht gerade überraschend, aber früher als erwartet. Dennoch trifft sie wohl viele bis ins Mark: Der Lockdown wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg geht auch im Januar weiter. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte es bereits anklingen lassen. Erst kürzlich erschütterte er Gastronomie und Kultur mit der Botschaft, dass es auch Anfang 2021 voraussichtlich keine Wiedereröffnung geben werde. „So bitter das für die Betriebe ist - ich kann deren Zorn wirklich verstehen“, bedauerte Kretschmann die Ankündigung.

Lockdown in Baden-Württemberg: Restaurants, Museen und Co. bleiben weiterhin geschlossen

Jetzt steht fest: Der Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen geht weiter - in der Landeshauptstadt Stuttgart, ganz Baden-Württemberg und bundesweit. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, läuft die Verlängerung zunächst bis zum 10. Januar. Das beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch. „Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist“, so Merkel. „Mit Ausnahme natürlich der Regeln an Weihnachten, die extra getroffen wurden.“

Weitere aktuelle Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem Ticker.

Lockdown in Baden-Württemberg geht im Januar 2021 weiter

Am 4. Januar wollen Bund und Länder dann erneut beraten, wie es anschließend in Sachen Lockdown auch in Baden-Württemberg weitergehen soll. Angela Merkel betonte jedoch, dass man im Durchschnitt noch weit von dem Ziel entfernt sei, zu einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu kommen. Merkel warnte, anfangs zu hohe Erwartungen an Impfungen zu haben. Nötig sind laut der Kanzlerin sogar zwei Impfungen in einem bestimmten zeitlichen Abstand. Hinzu kommt, dass viele Menschen Angst vor Nebenwirkungen haben: Jeder Vierte in Baden-Württemberg will sich nicht gegen Corona impfen lassen.

Besonders hart trifft der verlängerte Lockdown in Baden-Württemberg Gastronomie, Kultur, Hotellerie und Veranstaltungsbranche. Die bedrohten Branchen machen immer wieder auf ihre missliche Lage am Rande der Existenz aufmerksam. Erst kürzlich leuchtete ein rotes Kreuz an einem Stuttgarter Hochhaus - als Symbol für ein baldiges Erlöschen und Stillstand.

Schon seit Anfang November sind Restaurants, Kultureinrichtungen und Co. geschlossen. Theoretisch dürfen Hotels in Baden-Württemberg trotz Lockdown um die Weihnachtsfeiertage öffnen. Ob sich eine Öffnung für vier Tage lohnt, muss jeder Betrieb für sich entscheiden. Der Landesvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt, sagte dem SWR: „Für die Betriebe, die im zweiten Shutdown jetzt zugemacht haben, wird es schwer.“ Hotel-Betriebe ließen sich eben nicht wie Automaten ein- oder ausschalten.

Kommentare