Streit um Parkverbot

„Entweder der Poller oder ich“ - Bürgermeister sperrt Ex-Liqui-Moly-Chef aus seinem Schloss aus

Ernst Prost - Geschäftsführer von Liqui Moly
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Ernst Prost, ehemaliger Chef von Liqui Moly, fühlt sich vom Bürgermeister der Stadt Leipheim schikaniert.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Der ehemalige Liqui-Moly-Chef Ernst Prost besitzt das Schloss in Leipheim seit 16 Jahren. Nun gibt es Streit mit dem Bürgermeister, weil dieser die Zufahrt blockieren ließ.

Ulm/Leipheim - Über der Stadt Leipheim (nahe Ulm) liegt ein prachtvolles Schloss, dessen Hausherr kein Unbekannter ist. Der ehemalige Liqui-Moly-Chef Ernst Prost lebt bereits seit 16 Jahren darin. Der Millionär hatte das Schloss damals gekauft und aufwendig renoviert - sehr zur Freude der 7.300-Einwohner-Stadt.

Inzwischen hat Ernst Prost seinen Posten bei Liqui Moly geräumt und genießt seinen Ruhestand. Nun gibt es allerdings Streit zwischen Leipheims Bürgermeister Christian Konrad (CSU) und dem Motoröl-Unternehmer. Denn der Bürgermeister hat einen elektrisch versenkbaren Poller installieren lassen, der die Zufahrt beschränkt. Ernst Prost fühlt sich vom Bürgermeister schikaniert und erwägt ernsthafte Konsequenzen daraus zu ziehen.

Bürgermeister von Leipheim sperrt Ex-Liqui-Moly-Chef Prost mit Poller aus - kein Parken im Schlosshof

Der Liqui-Moly-Chef darf nicht länger im Innenhof des Schlosses parken. Um dafür Sorge zu tragen, dass sich Ernst Prost daran hält, ließ Bürgermeister Konrad den Poller bauen. Per Post teilte er dem ehemaligen Chef des Öl-Unternehmens aus Baden-Württemberg mit, dass künftig nur noch Einsatzfahrzeuge in den Schlosshof dürfen. „Es gab Beschwerden, dass dort Autos widerrechtlich parkten. Wir mussten was unternehmen“, erklärt das Oberhaupt von Leipheim gegenüber Bild.

2006 kaufte Ernst Prost das Schloss in Leipheim, renovierte es und lebt seitdem darin.

Ernst Prost äußert sich empört und sauer darüber, dass er nun ausgesperrt ist. „Es ist brandgefährlich, der Feuerwehr einen Pfosten in den Weg zu bauen, der im Notfall nicht mal funktioniert“, schimpft der Ex-Liqui-Moly-Chef. „In der Stadt nennen einige den Bürgermeister schon ‚Pollermeister‘. Ich selbst nenne es einfach jämmerlich.“ Als Konsequenz für das rigorose Vorgehen will er in Zukunft kein Geld mehr in das Schloss investieren und denkt darüber nach, wegzuziehen. „Entweder der Poller oder ich“, so seine klare Haltung.

Liqui-Moly-Chef Ernst Prost wutentbrannt über Bürgermeister-Aktion: „Jetzt sperrt er mich aus“

Bürgermeister Christian Konrad denkt nicht, dass er einen Fehler gemacht hat. „Ich habe ihm kein Recht weggenommen. Er hatte es nie“, sagt er. Der Schlosshof gehört Ernst Prost nur zu einem Viertel, der Rest wird von der Stadt Leipheim verwaltet. In der Baugenehmigung sei ebenfalls festgehalten, dass es für das Schloss keinen Parkplatz gebe. Auch, dass der Liqui-Moly-Chef kein Geld mehr in das Schloss stecken will, fürchtet er nicht: „Der macht sowieso nicht mehr viel am Schloss.“

Ernst Prost möchte dies allerdings nicht auf sich sitzen lassen. „Das ist Schikane! 2006 war er froh, dass ich ihm die alte Ruine abgekauft habe. Jetzt sperrt er mich aus.“ In einem Beschwerdebrief an den Bürgermeister schrieb er außerdem: „Klatschen Sie sich jedes Mal vor Schadenfreude auf Ihre Oberschenkel, wie Sie es geschafft haben, dass der Prost mit seinem Gepäck durch den Schnee in sein Zuhause stapfen muss?“ Auf den Brief reagierte der Bürgermeister nicht.

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