Expansion in den USA

Amerikanerin vergleicht deutsche Discounter: „Lidl lässt Aldi schäbig aussehen“

  • Valentin Betz
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Seit 2017 ist Lidl auch in den USA vertreten. Besonders Aldi ist dort großer Konkurrent. Die Filialen von Lidl sehen in den Staaten allerdings anders aus als in Deutschland.

Bad Wimpfen/USA - Die erste Lidl-Filiale wurde 1973 in Ludwigshafen eröffnet. Lange Zeit konzentrierte sich der Discounter auf das Geschäft in Deutschland. Erst 44 Jahre später wagte Lidl 2017 den die Expansion in den USA und baute dort die ersten Filialen auf.

In dieser Zeit hat sich auch das Geschäft für Lidl deutlich verändert und ist nicht gerade einfacher geworden, der globale Handel ist eine Herausforderung. So ist beispielsweise in Südafrika ein Lidl-Produkt in mafiöse Kriege verstrickt. Aber nicht nur die Globalisierung stellt Discounter wie Lidl vor Probleme. Bei Expansionen in andere Länder ist es auch immer wichtig, auf die dort vorherrschenden Kundenwünsche einzugehen.

Wie radikal sich die Lidl-Filialen in den USA von den Läden im Heimatmarkt unterscheiden, zeigt ein Vergleich des US-Wirtschaftsportals Business Insider. Zudem scheint der Discounter in den USA vieles besser zu machen als der große Konkurrent Aldi.

Lidl in den USA: Discounter expandiert mit immer mehr Filialen

Lidl unterhält laut Tagesschau aktuell bereits 145 Filialen an der Ostküste der USA. Bis Ende 2021 sollen weitere 50 Märkte der Kette folgen, 2022 will Lidl sogar ein viertes Verteilzentrum im Bundesstaat Georgia bauen. Mit dem klassischen Image eines Discounters haben die Märkte von Lidl in den Vereinigten Staaten wenig zu tun. Die Gebäude haben Glasfassaden, trapezförmige Dachlinien und eine hochwertige Innenausstattung.

Lidl in den USA: Die Filialen haben mit Glasfassade, trapezförmiger Dachlinie und hochwertiger Innenausstattung nur noch wenig mit dem Discounter-Image zu tun.

Der deutlichste Unterschied zwischen amerikanischen und deutschen Lidl-Filialen ist die Größe. Die Läden in den USA sind etwa doppelt so groß wie deutsche Supermärkte und bieten fast das Dreifache an Produkten an. Laut Business Insider setzt Lidl in den USA den Fokus auch stärker auf biologische und lokal bezogene Waren. Einen Schritt, den Lidl in Deutschland jetzt mit einer neuen Eigenmarke geht.

Lidl-Filialen in den USA: Große Unterschiede zu Aldi, nur kleine zu deutschen Märkten

Abgesehen von Größe, Architektur und Sortiment gibt es beim Aufbau der Filialen von Lidl zwischen den USA und Deutschland nur kleine Unterschiede. Wie in Deutschland ist auch in amerikanischen Lidl-Filialen das Obst- und Gemüse gleich zu Beginn zu finden. Aldi startet bei seinen Discountern in den USA hingegen mit Süßigkeiten und Alkohol.

Passend zum Fokus auf lokal und biologisch ist die Auswahl an entsprechenden Produkten bei Lidl groß, im Gegensatz zu Aldi USA gibt es laut Business Insider auch deutlich weniger Plastikverpackungen. Zudem bietet Lidl in seinen US-Filialen auch günstige Biowaren an und hat eine eigene Abteilung für diese Produkte.

Untypisch für die USA werden bei Lidl an der Kasse Gebühren für die Tüten fällig - in Deutschland ist das inzwischen längst Gewohnheit. Ungewohnt für Deutsche dürfte hingegen sein, dass Kassierer und Kassiererinnen bei Lidl in den USA stehen müssen - Aldi hat hier das Konzept aus Deutschland fortgeführt und lässt seine Mitarbeiter sitzen.

Dafür fällt der klassische Stress weg, der in Deutschland nach der Bezahlung entsteht: Lidl in den USA hat zwei Bänder an den Kassen, sodass die Mitarbeiter schon den nächsten Kunden bedienen können, während für den anderen genug Zeit bleibt, seine Einkäufe einzutüten.

Die amerikanische Business-Insider-Autorin kürt in ihrem Vergleich deshalb auch Lidl zum Sieger über Aldi. „Aldi hat zwar niedrige Preise, ist aber verwirrend und unorganisiert, außerdem lässt die Obst- und Gemüseabteilung zu wünschen übrig.“

Rubriklistenbild: © dpa

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