Leere Regale bei Lidl

Lidl: Stau im Suez-Kanal verhindert Verkauf von begehrtem Aktionsprodukt - Kunden sind sauer

Kunden stehen mit Mundschutz und unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes vor einem Lidl-Supermarkt Schlange.
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Einige Kunden warteten am Montag schon um 6.45 Uhr vor Lidl-Filialen, um ein SUP zu ergattern - umsonst. (Symbolbild)
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Um an eines der von Lidl beworbenen Stand-Up-Paddle Boards zu kommen, standen viele Kunden Anfang der Woche Schlange. Die meisten wurden enttäuscht. Lidl erklärt die Lieferengpässe.

Update vom 29. April, 10.22 Uhr: Viele Kunden von Lidl suchten in den vergangenen Tagen vergeblich nach den in der Werbung groß angekündigten Stand-Up-Paddle Boards (SUPs). In zahlreichen Märkten waren die Wassersport-Bretter bereits kurz nach der Ladenöffnung nicht verfügbar. Lidl musste dafür viel negatives Feedback einstecken. Schuld an dem Debakel ist laut Angaben des Discounters die Problematik rund um den Suezkanal. Nach wie vor hat das Containerschiff „Ever Given“ den Suezkanal* nicht verlassen, die ägyptischen Behörden haben das Schiff festgesetzt. Der Schiffsverkehr im Kanal war zeitweise lahmgelegt. Für den internationalen Handel hat das Folgen - auch in Deutschland bleiben Regale mancher Supermärkte leer.

Am Montagmorgen hatte Lidl die Kunden in seinen Märkten mittels eines Aushangs auf die Ursache des Problems hingewiesen. Aus dem „Wasserspaß zum Lidl-Preis“ wurde deshalb vielerorts nichts. Trotz der Erklärung von Lidl ärgerten sich zahlreiche Kunden über die Kommunikation des Discounters. In einer Nachricht an Lidl auf Facebook schreibt ein Kunde: „Sollte es wirklich an der Störung im Suezkanal gelegen haben, dann sollte eigentlich genug Zeit gewesen sein, um schon im Voraus zumindest online, oder mit Aushängen in den Filialen darauf hinzuweisen, dass die Boards zum Verkaufsstart nicht verfügbar sein werden.“

Eine andere Nutzerin meint: „Wenn Ware, bei der ein hoher Kundenandrang zu erwarten ist, nicht lieferbar ist, dann kann man da gerne schon vorher auf seiner Homepage im aktuellen Prospekt einen Vermerk machen. Zeit, das Plakat mit dem Hinweis auf den Suez-Kanal zu drucken, war jedenfalls noch. Dann wären auch zwei Klicks auf der Homepage möglich gewesen.“

Erstmeldung vom 27. April: Neckarsulm - Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist Stand-Up-Paddling (SUP) ein beliebtes Hobby. Ob gemächlich oder sportlich, ob auf ruhiger See oder dem Meer: Überall dort, wo es Wasser gibt, kann man derzeit SUP-fahrende Menschen beobachten. Die Anschaffung eines Boards ist jedoch nicht ganz günstig und kostet, je nach Modell, einige Hundert Euro. Schnäppchenjäger dürften sich gefreut haben, als Lidl in dieser Woche mit einem sehr günstigen Sonderangebot für ein SUP-Board warb. Für den vergleichsweise günstigen Preis von 279 Euro war es einigen Kunden sogar wert, schon am Montagmorgen zur Öffnung der Lidl-Märkte zu kommen. Doch dort folgte für viele die Ernüchterung.

Auf Facebook hagelte es bereits am Montagmorgen geballte Kritik an Lidl Deutschland. Zahlreiche Kunden berichteten, wie sie schon vor Ladenöffnung vor den Lidl-Märkten gewartet hatten, um sich eins der begehrten SUPs zu sichern. „Meine Eltern und ich sind je zu einem Markt in Hamburg gefahren. 15 Minuten vor Öffnungszeiten“, berichtet eine Nutzerin. „Bekommen haben wir nicht ein einziges.“ Ganz genauso sah die Situation auch bei anderen Kunden aus. „Bereits bei Öffnung war kein einziges SUP vorhanden“, schreibt jemand. „Es handelt sich hier nicht um eine geringe Verfügbarkeit, sondern es wurde ein Artikel beworben, der tatsächlich nicht vorhanden war.“

In seinem Prospekt hat Lidl ein spottbilliges SUP beworben. Doch von den Paddle-Boards war in vielen Märkten offenbar keine Spur.

Lidl wirbt mit SUP im Sonderangebot - Kunden vermuten „Nepp-Aktion“

Die Vermutung, dass es sich bei dem beworbenen SUP um eine „Nepp-Aktion“ von Lidl handelt, wuchs bei einigen Nutzern. „Online hätte es das Board eigentlich auch geben sollen, jedoch auch Fehlanzeige“, schreibt ein enttäuschter Kunde. Eine andere Kundin, die wegen der SUPs bereits um halb 7 vor einer Lidl-Filiale stand, meinte empört: „Fett in der Werbung auf Seite 1 und dann nicht mal eine kleine Menge von 15 bis 20 Stück zu verkaufen. Da fühlt man sich als Kunde schon ganz schön über den Tisch gezogen.“

Auch eine weitere Kundin äußerte sich sichtlich aufgebracht. „Also mich kotzt das mega an, dass ihr bei solch extrem beworbenen Artikeln nur so wenige vor Ort habt. Da fühlt man sich wirklich nur verarscht“. Das SUP von Lidl wird nun bei Ebay für fast 400 Euro angeboten - und das, obwohl es bei dem Discounter nur 279 Euro kostet. „Wieso lässt Lidl so etwas zu?“, fragt eine Facebook-Nutzerin. Sie schreibt: „Das ist alles sehr dubios.“

Lidl reagiert auf die Kritik: „Lieferengpässe liegen nicht in unserer Hand“

Lidl Deutschland reagierte auf die Kommentare und betonte: „Es ist natürlich unser Ziel, allen unseren Kunden jederzeit die beworbenen Aktionswaren anbieten zu können. Leider liegt das nicht immer in unserer Hand und vor allem in dieser schwierigen Zeit kommt es öfter zu Lieferengpässen.“

Eine Kundin hielt das jedoch für nicht glaubwürdig und verwies darauf, dass auch vor der Corona-Pandemie ähnliche Engpässe geherrscht hätten und „nie mehr als 2 Boards pro Filiale“ eingekauft worden seien.

Immer wieder geriet Lidl in den vergangenen Monaten in die Kritik der Kunden. Weil Lidl zuletzt Mengenbeschränkungen für Produkte eingeführt hatte, kehrten Kunden dem Discounter den Rücken. Für Empörung sorgte auch der Fall eines Lidl-Kunden, der von der Security abgewiesen wurde, weil er seine Brille nicht abnehmen wollte und die Türsteher ihn als „vermummt“ bezeichneten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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