Lebensmittelhändler aus Tschechien

Lidl bekommt erbitterte Konkurrenz: Völlig neuer Supermarkt greift jetzt in Deutschland an

Prozent-Schilder in einem Supermarkt - im Hintergrund stehen Kunden.
+
Die Corona-Pandemie verstärkt den Trend, Lebensmittel online zu bestellen. Nun will ein tschechischer Online-Händler auf dem deutschen Markt einsteigen (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
    schließen

Der Online-Lebensmittelhandel boomt dank Corona. Das will sich jetzt ein tschechischer Händler zunutze machen.

Neckarsulm/München - Während das Coronavirus in Baden-Württemberg und auch überall sonst in Deutschland wütet, verzichten immer mehr Menschen auf den Gang in die Läden und bestellen zunehmend häufiger ihre Lebensmittel online. Ein möglicher weiterer Grund für den Internet-Boom: Bei Aldi, Lidl und Co. gelten knallharte Regeln beim Einkaufen. Bei Online-Bestellung können die Einkäufe hingegen bequem an der Haustüre entgegengenommen werden.

Bekannte Supermärkte wie Rewe oder Edeka machen sich den Trend zunutze und haben bereits ein Online-Angebot. Lidl hinkt in diesem Segment hinterher - der Discounter bietet seinen Kunden bislang keinen Online-Versand für Lebensmittel. Jetzt will ein tschechischer Gigant den hiesigen Supermärkten in Deutschland Konkurrenz machen - auch für Lidl wird der Druck damit größer. Angesichts der Corona-Krise zieht der tschechische Händler seinen Deutschlandstart vor. Schon bald sollen Kunden erste Lebensmittel online bestellen können. Die Strategie könnte in Zeiten des Teil-Lockdowns, der mit radikalen Maßnahmen daherkommt, aufgehen.

Lidl-Konkurrenz will sich auch in der Landeshauptstadt Stuttgart niederlassen

Bei dem tschechischen Unternehmen handelt es sich um die Supermarkt-Kette Rohlik. Bereits Anfang 2021 will der Anbieter in München unter dem Namen „Knuspr“ starten, wie chip.de berichtete. Die Firma soll in Deutschland Knuspr heißen. Nach München sollen Standorte in der Landeshauptstadt Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Köln und weiteren Städten folgen.

Das Versprechen des E-Food-Anbieters: Frische und hochwertige Lebensmittel werden innerhalb von zwei Stunden nach der Bestellung geliefert. Auf seiner Seite wirbt das Unternehmen außerdem damit, vollkommen auf „Billig-Fleisch“ verzichten zu wollen. Ebenso sollen Drogerie-Produkte im Sortiment enthalten sein. Dass Drogerie-Produkte in den Online-Sektor vordringen, ist keine Seltenheit: Drogeriemarkt Müller kündigte im Kampf gegen seinen Konkurrenten dm an, bald einen Lieferdienst einzuführen.

Neuer Online-Lieferdienst für Lebensmittel macht Lidl, Rewe und Edeka Konkurrenz

Rohlik will auch regulären Supermärkten und Discountern wie Lidl Konkurrenz machen - und springt damit auf einen Trend auf. Online-Supermärkte werden während der Corona-Krise häufiger genutzt: Die Zahl der Kunden hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Das belegen Zahlen des E-Commerce-Branchenverbands. Möglicherweise liegt der Zuwachs im Online-Bereich daran, dass im stationären Handel immer wieder Panik und Hamsterkäufe für leere Regale sorgen.

Vom Boom der Online-Lieferdienste profitiert derzeit auch der niederländische Anbieter Picnic. Im Konzept ähnelt er Rohlik, hat sich aber bereits in einigen deutschen Städten etabliert. Während der Pandemie hat das Unternehmen aufgrund der stetig steigenden Nachfrage tausend neue Mitarbeiter eingestellt.

In Tschechien ist Rohlik bereits ein Schwergewicht in der E-Food-Branche: Laut chip.de knackte der Anbieter im vergangenen Jahr die Umsatz-Marke von 160 Millionen Euro. 2019 zählte das Start-Up sogar zu den 50 am schnellsten wachsenden Technologiefirmen in Mitteleuropa. Ein Alleinstellungsmerkmal des tschechischen Giganten könnte die schnelle Zustellungszeit von maximal zwei Stunden werden. Zum Vergleich: Picnic oder Rewe liefern die Ware in der Regel am Folgetag aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare