Umstrittene Regel

„Lidl, nie wieder!“: Kundin beobachtet Vorfall mit Security-Mitarbeiter und wird wütend

Eine Frau schiebt in einer Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl einen Einkaufswagen durch die Regalreihen.
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In einer Lidl-Filiale durfte ein älteres Paar nicht einkaufen, weil sie keinen Wagen dabei hatten.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Zwei ältere Lidl-Kunden werden offenbar beim Discounter abgewiesen, weil sie keinen Einkaufswagen haben. Doch das Seniorenpaar hat einen guten Grund dafür - und geht stattdessen zur Konkurrenz.

Kelheim/Neckarsulm - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat dafür gesorgt, dass der Alltag der meisten Menschen komplett auf den Kopf gestellt wurde: Ausgangsbeschränkungen, Verbote von Treffen mit anderen, geschlossene Gastronomiebetriebe und Läden - das öffentliche und private Leben ist stark eingeschränkt worden.

Diese Einschränkungen sorgen dafür, dass die Menschen ihre Angewohnheiten nicht mehr so ausleben können wie vor der Corona-Pandemie. Noch vor gut eineinhalb Jahren war es vollkommen normal, ein Lebensmittelgeschäft wie beispielsweise Lidl ohne Einkaufswagen zu betreten - für eine schnelle Besorgung sind die Wagen sowieso eher ungeeignet. Doch in den vergangenen Tagen wurde immer wieder Kritik an Lebensmittelhändlern und Drogerien für ihre strikte Vorgehensweise laut.

Lidl, Kaufland und dm: Kritik an Einkaufswagenpflicht wird laut

Eine Filiale der Drogeriekette dm musste eine Kundin mit Baby verlassen. Der Grund: Weil sie ihr Kind in einem Kinderwagen schob, konnte sie der Einkaufswagenpflicht nicht nachkommen. „Eine Verkäuferin sprach mich an, dass ich doch bitte einen Einkaufswagen oder einen Korb nehmen soll“, berichtete die junge Mutter auf Facebook. Einen Korb gab es in diesem Moment nicht, weswegen sie die Filiale wütend verließ.

In einer Filiale der Lidl-Schwester Kaufland kam es kürzlich zu einem ähnlichen Vorfall: Eine Kundin beschwerte sich mit den Worten „Dieser Laden ist das letzte“, als Kaufland ihr den Zutritt mit Kind verweigerte. Auch diese Kundin hatte ihr Kind in einem Kinderwagen und konnte deswegen keinen Einkaufswagen für ihren Besuch in der Filiale nutzen. „Wie bitteschön soll man beide Wagen schieben?!“, schrieb sie in einem Post auf Facebook.

Lidl reiht sich ein: In einer Filiale in Bayern wurde Senioren offenbar der Zutritt verwehrt

In diese Reihe der Einlassverweigerungen reiht sich nun ein weiterer Bericht ein. Wie eine Kundin des Discounters Lidl berichtet auf Facebook, was sie offenbar beim Einkaufen beobachtet hat: „Ich war heute bei Lidl. Was ich da erlebt habe, trieb mir Tränen in die Augen.“ Sie berichtet über ein älteres Ehepaar, der Mann mit Rollator, die Frau mit Krücken, das ihr zufolge von dem Security-Mitarbeiter der Lidl-Filiale in Kelheim (Bayern) nicht eingelassen worden sei. „Oma soll doch einen Einkaufswagen nehmen“, berichtet die verärgerte Zeugin. Und weiter: „Und überhaupt hat Opa ‚ne falsche Maske auf.“

Eine Kundin von Lidl beobachtete offenbar, wie ein älteres Ehepaar nicht eingelassen wurde.

Das Ehepaar, das die Lidl-Kundin auf ungefähr 80 Jahre schätzt, ließ sich die Anweisungen des Security-Mitarbeiters wohl nicht gefallen. Wie sie berichtet, hätten sich die Senioren auf den Weg zum Discounter Aldi gemacht, der nur eine Parallelstraße weiter liege. „Dort durften beide rein, und durften die Sachen in den Korb vom Rollator legen, und so einkaufen“, schreibt die wütende Frau auf Facebook. Auch wenn die Frau nicht direkt betroffen war, zeigt sie sich solidarisch mit dem Seniorenpaar und sagt: „Lidl, nie wieder.“

Reaktionen auf Facebook: Verärgerte Lidl-Kundin ist nicht die einzige mit schlechten Erfahrungen

Auf Facebook startete die Frau mit ihrer Beschwerde eine Diskussion. Viele andere Kunden von Lidl können den unfreundlichen Umgang der Security-Mitarbeiter bestätigen. Ein Nutzer schreibt: „Stimmt, hier in Berlin ist der Security auch nicht gerade ohne, vor allem gegenüber älteren Menschen. Echt abartig, was da teilweise abgeht.“ Eine andere Nutzerin kommentiert: „Gibt es leider immer wieder, nicht zu fassen solche Frechheiten!“

Doch auch auf Gegenwind stößt die Frau, die laut eines Kommentars ihren Mann und Sohn als Zeugen der Situation dabei hatte. „Exakt die gleiche Story habe ich auch schon auf den Seiten von Kaufland, Netto und Penny gelesen; es wurde jedes Mal lediglich der Name und der Ort des jeweiligen Discounters geändert - ziemlich auffällig das Ganze“, schreibt ein Mann unter den Beitrag. Eine andere Nutzerin fragt sich, warum wegen eines Security-Mitarbeiters gleich so viel Aufsehen gemacht wird: „Wegen eines Security-Mitarbeiters gleich nie wieder Lidl? Logisch. Machen sie einen Fehler auf der Arbeit, ist Ihre ganze Firma scheiße.“

Lidl entschuldigt sich: „Gibst uns die Möglichkeit, den Sachverhalt zu klären“

Der Discounter Lidl mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm hat sich zum Vorfall geäußert und entschuldigt: „Dein Erlebnis bei deinem Einkauf bestürzt uns sehr, denn wir möchten, dass sich unsere Kunden bei uns wohlfühlen und unsere Mitarbeiter alle Kunden freundlich und kompetent behandeln. Du gibst uns mit deinen offenen Worten die Möglichkeit, den Sachverhalt zu klären.“ Auf diese Rückmeldung hat die Verfasserin des Beitrags mit einem „Daumen hoch“ reagiert.

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