Woche vor Weihnachten

Lidl und Co. : Angst vor Menschenmassen - „Kunden werden aggressiver“

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Durch den Lockdown sind seit Mittwoch fast alle Geschäfte und Läden geschlossen. Discounter wie Lidl befürchten nun einen besonders heftigen Ansturm vor Weihnachten.

Neckarsulm - Aufgrund der ernsten Lage durch das Coronavirus in Baden-Württemberg trat am gestrigen Mittwoch, dem 16. Dezember, ein harter Lockdown in Kraft - rund ein halbes Jahr nach dem ersten im Frühjahr. Laut den neuen Bestimmungen müssen alle Geschäfte und Läden sowie auch Dienstleister bis mindestens 10. Januar geschlossen bleiben. Damit war der Dienstag vor dem Lockdown auch der letzte Tag für das Weihnachtsgeschäft. Um die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, haben Supermärkte, Discounter und Apotheken jedoch weiterhin geöffnet.

Angesichts der Ladenschließungen durch den Lockdown rechnen Discounter wie Lidl mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm (Kreis Heilbronn) in den nächsten Tagen vor Weihnachten mit einem besonders heftigen Ansturm. Vor allem weil Lidl und Co. neben Lebensmitteln auch „Non-Food“-Ware anbieten, steigt nicht nur die Angst vor erneuten Hamsterkäufen, sondern auch davor, dass sich der Weihnachtstrubel jetzt in die Filialen der Discounter verlegt, wie Mitarbeiter focus.de berichten.

Lidl und Co.: Angst vor Hamsterkäufen und dem Weihnachtsgeschäft in der Pandemie

Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart war in den Tagen vor dem Lockdown einiges los. Viele Kunden nutzen die letzte Gelegenheit, um vor dem Shutdown noch Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Inzwischen ist das nur noch online möglich oder eben bei Discountern wie Lidl. Es steht bisland noch nicht fest, ob die Discounter weiterhin Non-Food-Artikel verkaufen dürfen oder auf Lebensmittel und Drogerieartikel beschränkt werden.

Österreich wollte Lidl bereits ein solches Verkaufsverbot aufzwingen - doch der Discounter wehrte sich. Sollte ein solches Verbot in Baden-Württemberg nicht durchgesetzt werden, erwartet die Mitarbeiter der Supermärkte eine harte Woche.

Nicht nur bei Lidl steigt die Angst vor einem drastischen Kundenansturm. „Jetzt gehen die Leute samstags nicht mehr zu Ikea… Die gehen zu Edeka. Das ist scheiße“, schrieb eine Edeka-Mitarbeiterin aus Ulm auf Facebook.

Vor Weihnachten ist die Anzahl der Kunden in den Discounter-Filialen normalerweise schon deutlich höher als im Rest des Jahres. Die Corona-Pandemie und der harte Lockdown könnten den Trend in diesem Jahr jedoch deutlich verschärfen.

Die befürchtete Masse der Kunden ist jedoch nicht das einzige Problem. „Die Kunden sind gestresster als sonst. Manchmal auch aggressiver“, berichtet eine Lidl-Angestellte aus dem Raum München focus.de.

Lidl und Co.: Discounter sind vorbereitet - die Sorge vor den nächsten Tagen bleibt

Bereits während des ersten Shutdowns im Frühjahr entwickelten die Discounter wie Lidl und Co. Hygienekonzepte, die auch jetzt wieder zum Tragen kommen. „Die Hygienekonzepte mit Zugangsbeschränkungen und Abstandsreglungen haben sich bewährt und wurden von den Unternehmen auch Stück für Stück weiterentwickelt“, sagte Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) gegenüber focus.de.

Durch bereits bewährten Hygienekonzepte sind Lidl und Co. vorbereitet - die Angst vor Hamsterkäufen bleibt jedoch.

Um die Lage an den Tagen vor Weihnachten unter Kontrolle zu behalten, appellieren sowohl die Discounter als auch der BVLH an die Kunden. „Indem sie sich an die Regeln halten und rücksichtsvoll miteinander und unseren Mitarbeitern umgehen, kann jeder Einzelne mit dafür sorgen, dass die Weihnachtseinkäufe auch unter den diesjährigen, schwierigen Umständen gut funktionieren“, heißt es laut focus.de aus dem Verband.

Trotz der Vorbereitungen wird die kommende Woche bei Lidl und Co. sicher nicht einfach. „Wir hören morgens im Team laut Musik. So starten wir motivierter in den Arbeitstag. Es wird der Horror“, schrieb ein Lidl-Mitarbeiter laut focus.de in einer internen Chat-Gruppe.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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