Dieter Schwarz

Lidl-Multimilliardär baut ganze Stadt nach seinen Vorstellungen

Der Laden von shop-box und collect.box auf dem Bildungscampus Heilbronn.
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Dieter Schwarz fördert mit seiner Stiftung viele Projekte in seiner Heimatstadt Heilbronn, unter anderem den Bau des Bildungscampus.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Lidl-Gründer Dieter Schwarz investiert Unsummen in seine Heimatstadt und formt sie so nach seinen Vorstellungen für die Zukunft.

Heilbronn - Überall wird in Heilbronn gebaut. Gefühlt an jeder Ecke entsteht etwas Neues. Kaum ein anderer hat das Stadtbild von Heilbronn wohl so mitgestaltet, wie Lidl-Gründer Dieter Schwarz. Eine Coding-Schule, Universität und Labore - der Firmenchef scheint überall seine Fußspuren zu hinterlassen.

Den Lidl-Boss selbst bekommt man hingegen kaum zu Gesicht. Dieter Schwarz lebt zurückgezogen, gibt keine offiziellen Fotos und tritt nicht in der Öffentlichkeit auf. Trotzdem ist er in ganz Heilbronn spürbar.

Lidl-Gründer Dieter Schwarz eilt Heilbronn mit Investitionen zur Hilfe

Dieter Schwarz will seiner Heimatstadt Heilbronn etwas zurückgeben. Heilbronn soll eine Art Modellort mit modernstem Bildungs- und Forschungseinrichtungen werden. Dafür investiert der Multimilliardär viel Geld. So eröffnete im Mai 2021 die Codingschule „42“. Wie Spiegel.de berichtet, gehört die Schule zur Pariser Coding-Schule. Ursprünglich planten die Franzosen, einen Ableger ihrer Schule in Großstädten wie Berlin oder Stuttgart zu etablieren. Dank Zutun von Dieter Schwarz fiel die Wahl stattdessen auf Heilbronn.

Bekannt ist die Stadt auch für ihren Bildungscampus. Im Februar 2010 begann die Bebauung eines brachliegenden Gewerbegeländes in der Innenstadt. Heute stehen dort 16 moderne Gebäude. Die finanziellen Mittel hierfür stammen aus der Schwarz-Stiftung, die sich aus Ausschüttungen der beiden Unternehmen Lidl Stiftung und Kaufland Stiftung finanziert. „Bildung ist der Rohstoff der Zukunft“, sagte der Lidl-Gründer damals. Über die Jahre kamen weitere Bildungsstätten zum Campus dazu: die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), ein Ableger der Technischen Universität München, ein Fraunhofer-Institut sowie das Ferdinand-Steinbeis-Institut siedelten sich in Heilbronn an. Den Bildungscampus nutzt die Schwarz-Gruppe auch, um Lidl- und Kaufland-Filialen ohne Kassierer zu testen.

Heilbronn soll auch Standort für den Zukunftspark Künstliche Intelligenz des Landes Baden-Württemberg werden. Um die Finanzierung muss sich Heilbronn keine Sorgen machen, denn auch hier eilt laut Spiegel-Informationen Dieter Schwarz zur Hilfe.

Undurchsichtige Dieter-Schwarz-Stiftung will Heilbronn jünger und internationaler machen

Auch andere deutsche Unternehmen engagieren sich über eigens gegründete Stiftungen. Doch kein anderer betreibt so starken Wandel an einem Standort wie Dieter Schwarz in Heilbronn, berichtet der Spiegel. Gleichzeitig ist die Stiftung des Milliardärs mehr als undurchsichtig. Dank der Stiftungsform seines Unternehmens muss die Schwarz-Gruppe keine Mitbestimmung der Arbeitnehmer zulassen und nur begrenzt Geschäftszahlen veröffentlichen. Auch die Dieter-Schwarz-Stiftung selbst gibt keine Zahlen preis, taucht zudem in keinem offiziellen Ranking auf.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 23. Dezember 2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

Die guten Ambitionen lassen sich dennoch nicht abstreiten: Als Ziel der Stiftung nennt Reinhold Geilsdörfer, Chef der Dieter-Schwarz-Stiftung, „den Transformationsprozess in der Region zu unterstützen“. Die Stadt soll jünger und internationaler werden. Schon jetzt sind 95 Prozent der Studierenden, die im Wintersemester 2021/22 in Heilbronn angefangen haben, aus dem Ausland. Genau so habe man sich das gewünscht, meint der Stiftungschef gegenüber dem Spiegel. Sieht ganz danach aus, als würde sich Dieter Schwarz auch weiterhin die perfekte Zukunftsstadt bauen.

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