Neuerung für Kunden

Lidl und Kaufland müssen bald alte Elektrogeräte annehmen

Ein Lidl-Logo vor einer Filiale.
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Wer alte Elektrogeräte Zuhause hat, kann diese bald einfach zum Discounter bringen.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Verbraucher können ihre alten Handys, Taschenlampen und Rasierer demnächst bei Supermärkten wie Lidl und Kaufland abgeben.

Neckarsulm - Elektroschrott darf man laut Gesetz nicht einfach im Hausmüll entsorgen. Stattdessen müssen Verbraucher damit zum Wertstoffhof fahren. Vielen ist das allerdings zu umständlich, sie stapeln ihre alten elektronischen Geräte erstmal im Keller. Damit könnte bald Schluss sein. Denn schon in naher Zukunft soll das Elektro- und Elektronikgerätegesetz geändert werden. Verbraucher haben dadurch mehr Möglichkeiten, den Elektromüll zu entsorgen - und können ihn dann auch bei Discountern und Supermärkten abgeben. Mit der Änderung des Gesetzes will die Bundesregierung die schlechte Recyclingquote bei Elektrogeräten verbessern.

Von dem Gesetz profitieren sollen Kunden spätestens ab dem 1. Juli 2022. Während kleine Geräte wie Mobiltelefone oder Taschenlampen unabhängig vom Neukauf eines Produkts abgegeben werden dürfen, greift das Recht zur Abgabe größerer Altgeräte wie Fernsehern erst beim Kauf eines neuen Artikels. Geräte, die weniger als 25 Zentimeter lang sind, gelten als klein - alles darüber als groß. Wer also beispielsweise einen alten Fernseher bei Kaufland oder Lidl abgeben möchte, darf das nur tun, wenn er dort ein gleichwertiges Neuprodukt kauft.

Lidl und Kaufland bald Annahmestellen für Elektroschrott: diese Bedingungen gelten für Märkte

Auch für die Märkte selbst gibt es Voraussetzungen, um künftig als Annahmestelle für Elektroschrott zu gelten. So müssen sie eine Ladenfläche von mehr als 800 Quadratmetern aufweisen und selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Hierfür reicht jedoch bereits der regelmäßige Verkauf von Lampen aus. Verbraucher sollen die Sammelstellen, zu denen dann auch Lidl- und Kaufland-Filialen gehören werden, an einer einheitlichen Kennzeichnung identifizieren können.

Die Gesetzesänderung soll aber nicht nur den stationären Einzelhandel betreffen. So sollen auch Online-Händler ihren Kunden in Zukunft bei jedem Kauf von neuen Elektrogeräten eine kostenlose Abholung und Entsorgung der alten Geräte anbieten. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass sich durch die neuen Regelungen die Sammel- und Recyclingquote erhöhen wird. „Leicht erreichbare Sammelstellen sind die beste Voraussetzung, um alte Elektrogeräte richtig zu entsorgen“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). „Werden Altgeräte ordentlich gesammelt, können Schadstoffe verlässlich ausgeschleust und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden.“

Lidl und Kaufland: Verbraucher sollen Entsorgung „ganz nebenbei beim Wocheneinkauf oder Online

Wie Schulze betont, „sind wir in Deutschland beim Recycling von Elektroaltgeräten schon ganz gut.“ Dennoch würde nicht jedes Altgerät auch wirklich eingesammelt: „Alte Handys, Taschenlampen oder Rasierer lagern vergessen in Schubladen. Andere Altgeräte enden im Restmüll oder werden illegal vermarktet. Da muss sich was ändern.“ Das neue Gesetz solle Verbrauchern die Rückgabe von alten Elektrogeräten so einfach wie möglich machen. „Sie sollen das ganz nebenbei beim Wocheneinkauf oder beim Online-Shopping erledigen können“, so Schulze.

Noch muss die Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes den Bundesrat passieren. In Kraft treten soll sie am 1. Januar 2020. Händler wie Lidl und Kaufland haben dann sechs Monate Zeit, das Gesetz in ihren Läden entsprechend umzusetzen. Bei der Schwarz-Gruppe wäre es nicht der erste Vorstoß in Sachen Recycling: Erst kürzlich erhielten Produkte von Lidl und Kaufland eine Kennzeichnung, die die Mülltrennung erleichtern soll. Jede Komponente der Verpackung soll als Symbol dargestellt werden, darunter ist vermerkt, aus welchem Material sie besteht. Das könnte einigen Menschen helfen, wenn wie in Stuttgart die Müllgebühren erhöht werden sollten.

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