Änderungen in der Kühltheke

Lidl und Kaufland: Für viele Produkte wird bald Pfand fällig

Ein Flaschensammler gibt Pfandflaschen an einem Automaten ab.
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Bei Lidl, Kaufland und Co. wird ab nächstem Jahr die Pfandregelung geändert - sie gilt dann beispielsweise auch für Säfte und Smoothies.
  • Julian Baumann
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In Deutschland muss auf Getränkedosen und viele Flaschen Pfand gezahlt werden. Bei Lidl, Kaufland und Co. wird sich in diesem Bereich bald einiges ändern. Mehr Flaschen werden pfandpflichtig.

Neckarsulm - „Pfand gehört daneben“ heißt eine Aktion, die ursprünglich aus Berlin stammt, sich inzwischen jedoch auf ganz Deutschland ausgeweitet hat. Das bedeutet: Getränkedosen und Flaschen mit dem Pfandsymbol gehören nicht in die Mülltonnen, sondern davor. Das soll Pfandsammlern zugutekommen, die man auch in der Landeshauptstadt Stuttgart oft sieht. In der Haupteinkaufsstraße der Schwaben-Metropole gibt es sogar spezielle Bereiche unterhalb der aufgestellten Mülleimer, wo Pfandsammler mit einem speziellen Schlüssel Zugang zu den Dosen und Flaschen erhalten. Die meisten Getränkedosen, beispielsweise von Bier, Energy- oder Softdrinks, sind in leerem Zustand 25 Cent wert.

Wer nach einem Festival, wie beispielsweise dem Metal-Festival Summer Breeze, das auch in diesem Jahr stattfinden soll, mal an einer Pfandannahmestelle bei Lidl und Co. die gesammelten Dosen abgegeben hat, weiß, dass dort bei einer großen Sammlung auch eine große Summe herauskommt. Eine neue Pfandregel bei Lidl, Kaufland und Co. wird demnach vor allem Pfandsammler freuen. Kunden müssen dagegen zukünftig mehr für ihre Getränke zahlen, wie focus.de berichtet. Aber sie bekommen das Geld beim Gang zum Pfandautomat auch wieder zurück.

Lidl, Kaufland und Co.: Pfand ab 2022 auch auf Saft- und Smoothie-Flaschen

Die zur Schwarz-Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm (Kreis Heilbronn) gehörenden Supermarktketten Lidl und Kaufland bieten eine Vielzahl an unterschiedlichen Getränken in unterschiedlichen Behältnissen an. Dazu gehören Dosen, Glas- und Plastikflaschen sowie Getränkekartons. Dass man bei Dosen und Glasflaschen zusätzlich eine Pfandgebühr zahlen muss, ist wohl jedem Kunden bekannt. Diese Regelung gibt es in Deutschland nämlich bereits seit 18 Jahren. Ziel ist die Vermeidung von Verpackungsmüll. Damit das Recyceln leichter wird, führten Lidl und Kaufland kürzlich auch Trennhinweise auf den Produkten ein. Ab kommendem Jahr müssen die Kunden von Lidl und Co. allerdings auch auf andere Getränkeverpackungen Pfand zahlen. Damit werden die Getränke bei Lidl, Aldi und Edeka bald teurer, wie ruhr24.de* berichtet.

In den zahlreichen Lidl-Filialen in Deutschland gibt es die sogenannte Kühltheke. Darin finden die Kunden gekühlte Salate, eingepackte Sandwiches oder auch gekühlte Smoothies und Säfte in Plastikflaschen. Bislang konnte man diese Getränkeflaschen nach dem Verzehr des Inhalts ganz bequem entsorgen. Das kann man ab nächstem Jahr natürlich immer noch, dabei landet jedoch bares Geld im Eimer. Ein neues Gesetz des Bundesumweltministeriums sieht für diese Verpackungen und weitere Produkte ab dem Jahr 2022 nämlich 25 Cent Pfand vor, berichtet focus.de. Konkret ist für diese Getränkeverpackungen ab kommendem Jahr ein Pfand zu errichten:

  • Alkoholische Mischgetränke in Dosen: Beispielsweise Jim Beam Bourbon & Cola, Smirnoff Ice oder Gordons Gin Tonic
  • Smoothies in Plastikflaschen oder Dosen: Beispielsweise von Solevita (Lidl), K-Classic (Kaufland) oder Innocent (Coca-Cola)
  • Gemüse-Shots in kleinen Flaschen: Beispielsweise Ingwer-Shots von Solevita (Lidl)
  • Frische Orangensäfte im Kühlregal: Beispielsweise Eigenmarken von Lidl, Kaufland und Co.

(Quelle: focus.de)

Lidl und Co.: Ab 2024 Pfand sogar auf Milchverpackungen

Die Pfandeinführung für bestimmte Getränkeverpackungen bei Lidl, Kaufland und Co. im Jahr 2022 ist der erste Schritt in einem größeren Maßnahmenpaket, dass die Europäische Union zur Reduzierung von Müll beschlossen hatte, wie focus.de berichtet. Im Zuge des neuen Gesetzes des Bundesumweltministeriums sollen bis 2030 weitere Änderungen schrittweise eingeführt werden. In einem nächsten Schritt sollen Kunden ab 2024 auch auf Milch- und Milchmischgetränke-Verpackungen zusätzlich Pfand zahlen. Das beträfe beispielsweise Trinkkakao im Tetrapack oder auch die kleinen Plastikflaschen von Müller Milch. Bei diesen Produkten sei allerdings noch unklar, wie die Rückgabe erfolgen soll.

Discounter wie Lidl und Kaufland haben in jeder Filiale Pfandautomaten aufgestellt, die nahezu alle Arten von Getränkedosen und Glasflaschen mit dem Pfandlogo annehmen und dem Kunden den Betrag auf dem sogenannten Pfandbon ausstellen. Dieser lässt sich dann an der Kasse gegen Bargeld auszahlen oder mit dem Einkauf verrechnen. Bei Milchkartons bestehe allerdings ein gewisses Hygienerisiko, berichtet focus.de. Besonders im Sommer wären Schimmel und unangenehme Gerüche Aufgrund von vergorener Milch die Folge. Kunden müssten deshalb die Milch- und Kakaokartons vor der Rückgabe säubern. Ob das von allen eingehalten wird, ist allerdings fraglich. *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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