Künstliche Intelligenz

Zukunft des Einkaufens? Lidl und Kaufland testen Filialen ohne Kassierer

Leute schieben am 22.02.2007 vor einem Lidl-Markt in Ludwigsburg ihre Einkaufswagen und ein Kunde schaut sich ein Werbeplakat an.
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Die Schwarz-Gruppe hinter Lidl und Kaufland testet Supermärkte ohne Kassierer.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Auf dem Bildungscampus in Heilbronn können Studenten in Kürze in Test-Filialen der Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland gehören, an Kassen ohne Kassierer bezahlen.

Heilbronn - In Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Themen wie kontaktloses Bezahlen noch stärker im Fokus als zuvor. Auch künstliche Intelligenz (KI) bestimmt zunehmend den Handel. So arbeitet beispielsweise die Drogeriekette dm an einem Projekt, bei dem ferngesteuerte Roboter in Zukunft den Einkauf erledigen. Auch Discounter wie Lidl machen sich technische Entwicklungen zunutze und testen, wie man mit dem Smartphone Einkaufswagen entsperren kann. Aktuell läuft in Heilbronn ein Projekt der Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland gehören. Zwei Testsupermärkte auf dem Bildungscampus, die in Kürze allen auf dem Campus offen stehen, funktionieren ganz ohne menschliches Personal - und erinnern dabei an „Amazon Go“-Märkte.

Was Amazon kann, kann das Schwabenländle schon lange: Das dachte sich vermutlich die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm - und startete auf dem Heilbronner Bildungscampus gleich zwei digitale Ladenkonzepte. Das Konzept „Shopbox“ basiert auf der sogenannten „Walk-in-Walk-out“-Technologie. Laut chip.de treten Kunden über die App „shop.box“ in den Supermarkt ein. Ein Auschecken ist nicht nötig, beim Verlassen des Marktes werden die mitgenommenen Waren automatisch erfasst. Anschließend wird über Klarna bezahlt. Studenten und Campus-Mitarbeiter haben die Möglichkeit, aus 250 bis 300 Produkten von gekühlten Getränken über Brotaufstriche bis zu Batterien oder Toilettenpapier auszuwählen.

Kaufland, Lidl und Co.: Kassiererlose Supermärkte auf dem Bildungscampus Heilbronn

Der zweite Test-Supermarkt auf dem Bildungscampus nennt sich „Collectbox“ und wird laut dem Portal stimme.de als „Warenausgabeautomat der nächsten Generation“ bezeichnet. Auch er kommt weitgehend ohne menschliches Personal aus, per App bestellte Pakete werden einer automatischen Klappe entnommen. 6.500 Studierende können schon bald von dem Hightech-Supermarkt profitieren.

Offenbar findet die KI-Offensive auf dem Heilbronner Bildungscampus dort nicht zufällig statt. Laut Echo24.de* lösen Lidl und Kaufland damit nämlich auch ein ganz anderes Problem. Auf dem von der Dieter-Schwarz-Stiftung gegründeten Bildungscampus ist der ansässige Discounter-Konkurrent Aldi ein Dorn im Auge. Direkt hinter dem Bildungscampus betreibt Aldi Süd seit 20 Jahren eine Filiale. Durch ihre intelligenten Supermärkte versucht die Schwarz-Gruppe möglicherweise, dem unliebsamen Konkurrenten seinen Platzvorteil auf dem Campus zu entziehen.

Zwar bestritt eine Sprecherin der Schwarz-Gruppe gegenüber stimme.de, den Konkurrenten Aldi vom Standort nebenan verdrängen zu wollen. Laut der Zeitung ist es in Heilbronn jedoch ein offenes Geheimnis, dass die Schwarz-Stiftung für den Bildungscampus schon länger an einer Übernahme des Aldi-Geländes interessiert ist. Noch läuft das Zukunft-Projekt nicht unter dem Banner von Kaufland oder Lidl, sondern befindet sich in der Obhut der Schwarz IT KG. *Echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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