Toilettenpapier wird teurer

Lidl, Kaufland und dm: historischer Preisanstieg droht

  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Bei Lidl, dm und Kaufland müssen Kunden künftig für Toilettenpapier wohl tiefer in die Tasche greifen. Grund dafür sind höhere Herstellungskosten.

Neckarsulm/Karlsruhe - Es war ein ungewohntes Bild, das mittlerweile schon wieder der Vergangenheit angehört: Im ersten und zweiten Lockdown der Corona-Pandemie hatten es Kunden von Lidl, Kaufland und dm mitunter nicht leicht an Toilettenpapier zu kommen. Mit den Hamsterkäufen kamen die leeren Regale. Nicht selten berichteten Supermarkt-Kunden dabei von absurden Erlebnissen. Die Unternehmen sahen sich gezwungen, mit Beschränkungen auf „haushaltsübliche“ Mengen zu reagieren. Mehr als eine Packung durften Kunden bei ihrem Einkauf nicht mitnehmen.

Mittlerweile ist der Hype um das „weiße Gold“ aber wieder vorbei. Der Trend hat sich gar zum Gegenteil gekehrt. Weil die Nachfrage immer weiter sank und das Toilettenpapier sich in den Regalen stapelte, mussten Supermärkte die Preise senken. Aber auch das könnte sich nun wieder ändern - mit Folgen für den Kunden. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, rechnen Experten mit einem Preisanstieg für Toilettenpapier.

Lidl und Kaufland: Auch die Preise für die Eigenmarken dürften steigen

Grund dafür ist die Situation auf dem Öl- und Zellstoffmarkt: Dort steigen die Preise. Das hat nicht nur Auswirkungen auf größere Toilettenpapier-Hersteller wie Essity und Kimberly-Clark, sondern auch auf kleinere Unternehmen aus Deutschland wie Hakle. Volker Jung, geschäftsführender Inhaber des Unternehmens, formuliert die Effekte auf die Branche drastisch. „Einen solchen Anstieg habe ich in mehreren Dekaden noch nicht erlebt“, sagt er gegenüber der Lebensmittelzeitung. Mit den Händlern sei man bereits in Kontakt. Eine Preiserhöhung sei seiner Ansicht nach unausweichlich. „Andernfalls sind wir im Sommer kaputt“, sagt Volker Jung.

Das bedeutet auch für Discounter und Vollsortimenter, die Toilettenpapier als Eigenmarken betreiben, steigende Preise. Hamsterkäufe, zu denen es seit der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg immer wieder gekommen ist, werden aber nicht befürchtet. Ganz andere Sorgen plagen die Supermärkte während der Pandemie derzeit wohl mehr.

So haben beispielsweise in einer Filiale in Nördlingen Lidl-Mitarbeiter trotz Corona-Infektion weiter gearbeitet und eventuell sogar Kunden in Gefahr gebracht. Schon zuvor sorgte der Discounter für Ärger, als sich Lidl-Kunden über Mitarbeiter ohne Maske beschwert hatten. Für Diskussion sorgte auch ein Kaufland-Kunde, der eine Filiale nicht mehr betreten wollte, weil er das Corona-Testangebot missverstanden hatte.

Lidl und Kaufland: Preissteigerungen dürften für noch mehr Ärger sorgen

Die Preissteigerung für Toilettenpapier dürfte für nicht weniger Ärger bei den Kunden von Lidl, Kaufland, dm und Co. sorgen. Sie steht jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit der Corona-Krise. Den Unternehmen bereiten vor allem die steigenden Preise für Öl als auch für Zellstoff, der je nach Toilettenpapier-Hersteller 50 bis 70 Prozent der Kosten ausmacht, große Sorgen.

Von Januar bis März stieg der Preis von Kurzfaserzellstoff um zwölf Prozent. Prognosen zufolge soll sich dieser Trend fortsetzen. Bis zum Herbst rechnen Experten mit einem Anstieg um 35 Prozent. Zuletzt war der Preis von Zellstoff 2018 so hoch. Geht es nach weiteren Marktteilnehmern würden angesichts dessen Preiserhöhungen im einstelligen Bereich wohl nicht ausreichen, berichtet die Lebensmittelzeitung. Supermarktkunden dürften die Preissteigerung damit deutlich zu spüren bekommen.

Rubriklistenbild: © Jakub Kotian/dpa

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